Colitis ulcerosa: Therapie mit Probiotika

Bei der Colitis ulcerosa ist eine remissionserhaltende Therapie mit Probiotika bei Unverträglichkeit von Aminosalicylaten laut Leitlinie empfehlenswert. Es gibt Hinweise, dass Probiotika mit E.-coli-Bakterien (Escherichia-coli-Bakterien) vom Stamm Nissle oder bei Kindern auch VSL#3 – ein probiotisches Mittel aus verschieden Bakterienstämmen – für beschwerdefreie Intervalle sorgen können. In einigen Studien haben sie sich sogar als ähnlich wirksam wie 5-Aminosalizylsäure-Präparate erwiesen.

Probiotika entlasten vermutlich das Immunsystem des Darms

Probiotische Arzneimittel enthalten lebende Mikroorganismen, die das Gleichgewicht der normalen bakteriellen Darmbesiedelung stabilisieren sollen. Eine naheliegende Erklärung für die therapeutische Wirkung der Probiotika lautet: Nach der Einnahme besiedeln die Bakterien die Wand des Dickdarms und bilden dort eine mikrobielle Barriere. Die Bakterien kompensieren damit eine der möglichen Ursachen einer Colitis ulcerosa – nämlich die erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut für Krankheitserreger. Das Immunsystem des Darms wird auf diese Weise entlastet, die gefürchtete überschießende Abwehrreaktion unterbleibt. Darüber hinaus sollen die Stoffwechselprodukte der Bakterien die Beweglichkeit des Darms und die Durchblutung der Darmschleimhaut verbessern.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2016
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Interview mit Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München
  • Interview mit Dr. Carsten Büning, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Charité, Universitätsmedizin - Berlin
  • AWMF-Leitlinien, Colitis ulcerosa, Stand 2011
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
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