Bei Colitis ulcerosa Stress vermeiden

Studien belegen: Psychische Probleme und Stress scheiden als Ursache für Colitis ulcerosa aus. Allerdings hat sich gezeigt, dass Stress – vor allem im Beruf – bei Patienten mit Colitis ulcerosa einen akuten Schub auslösen kann. Alle Aktivitäten, die die Entspannung fördern, sind für Sie deshalb besonders empfehlenswert: Ausdauersport wie Radfahren, Walken oder Schwimmen, aber auch ein regelmäßiger Tagesablauf mit ausreichend Pausen.

Entspannungstechniken wirken häufig auch gegen Bauchschmerzen

Es kann außerdem sinnvoll sein, eine Entspannungstechnik wie Yoga, Autogenes Training oder progressive Muskelentspannung nach Jacobson zu erlernen. Sie wirken oft auch gegen chronische Bauchschmerzen. Kneipp-Anwendungen können ebenfalls die Entspannung fördern. Wichtig ist, dass Sie sich etwas aussuchen, das Ihnen gefällt – anderenfalls werden Sie sich nicht wirklich entspannen.

Sprechen Sie psychische Probleme gegenüber Ihrem Arzt an

Hinzu kommt: Colitis ulcerosa kann – wie auch andere chronische Erkrankungen die seelische Verfassung beeinträchtigen. Häufig stellen Ärzte psychische Auffälligkeiten wie Ängstlichkeit, Unruhe und Depressionen fest. Sollte die Krankheit Sie niederdrücken und Ihre Lebenseinstellung beeinträchtigen, sprechen Sie darüber unbedingt mit Ihrem Arzt und diskutieren Sie mit ihm, ob und welche Therapie für Sie infrage kommt.

Psychotherapie kann bei der Krankheitsbewältigung helfen

Bewährt haben sich zum Beispiel kognitive Verfahren. Sie werden oft im Rahmen einer Patientenschulung angeboten. Die Betroffenen lernen beispielsweise, besser mit Stress umzugehen. So gewinnen sie Sicherheit im Umgang mit der Krankheit, was ihre Grundstimmung hebt. Manche Patienten entscheiden sich auch für die Psychotherapie – etwa für eine Verhaltens- oder Gesprächstherapie. Bei der Verhaltenstherapie geht es unter anderem darum, bestimmte Verhaltensweisen, die das tägliche Leben beeinträchtigen, zu analysieren und zu verändern. Viele Betroffene empfinden auch den Austausch in Selbsthilfegruppen als hilfreich. Die Deutsche Morbus Crohn und Colitis ulcerosa Vereinigung (DCCV) hilft Ihnen bei der Suche nach einer Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2016
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charit, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Interview mit Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München
  • Interview mit Dr. Carsten Büning, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Charit, Universitätsmedizin - Berlin
  • AWMF-Leitlinien, Colitis ulcerosa, Stand 2011
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
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