Colitis ulcerosa: gute Prognose

Die Colitis ulcerosa ist momentan noch nicht heilbar. Bei den meisten Patienten wechseln sich Phasen ohne oder mit nur leichten Beschwerden (Remission) und Phasen erhöhter Krankheitsaktivität (Schübe) ab. Bei einem extrem starken Schub spricht man von einem hochakuten oder fulminanten Verlauf.

In schweren Fällen hilft eine Dickdarmentfernung

Setzt die Therapie frühzeitig ein und ist der Darm nur in geringem Umfang befallen, dann können viele Patienten mit einem günstigen Krankheitsverlauf rechnen. Aber auch in schweren Fällen lässt sich die Colitis ulcerosa – anders als beim Morbus Crohn – ausschalten, indem der gesamte Dickdarm operativ entfernt wird (Kolektomie).

Krebsrisiko abhängig von Entzündungsdauer und -ausweitung

Eine Kolektomie wurde früher auch als vorbeugende Maßnahme gegen Dickdarmkrebs erwogen. Das Risiko, an einem derartigen Tumor zu erkranken, ist für Patienten mit Colitis ulcerosa höher als für die Normalbevölkerung. Es variiert aber auch bei Colitis-ulcerosa-Patienten, denn das Risiko ist abhängig von der Dauer und der Ausdehnung der Entzündung. Unklar ist aber, wie hoch das Krebsrisiko tatsächlich ausfällt. Nach einer übergreifenden Analyse verschiedener internationaler Studien liegt die Wahrscheinlichkeit, an Dickdarmkrebs zu erkranken
  • nach zehn Jahren Krankheitsdauer bei zwei Prozent
  • nach zwanzig Jahren bei neun Prozent
  • nach dreißig Jahren bei 19 Prozent
In Deutschland und auch in den skandinavischen Ländern sind die Raten niedriger. Dies ist vermutlich auf die guten Überwachungsstrategien und die effiziente Behandlung in diesen Ländern zurückzuführen. Zu einer Kolektomie als vorbeugender Maßnahme gegen Krebs wird deshalb niemand raten. Experten empfehlen aber bei einem achtjährigen Befall des gesamten Dickdarms und auch bei 15-jähriger linksseitiger Colitis zu einer jährlichen Koloskopie.

Patienten, die zusätzlich noch an einer PSC (primär sklerosierenden Cholangitis), einer der sogenannten extraintestinalen Manifestationen, leiden, sollten bereits ab dem Zeitpunkt, wenn bei ihnen die Diagnose PSC gestellt wird, jährlich eine Koloskopiekontrolle durchführen lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 04.10.2016
  • Autor/in: Günter Löffelmann, Diplom-Biologe und Medizinjournalist; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité, Universitätsmedizin - Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Interview mit Dr. Thomas Ochsenkühn, CED-Ambulanz Klinikum Großhadern, München
  • Interview mit Dr. Carsten Büning, Medizinische Klinik mit Schwerpunkt Gastroenterologie, Hepatologie und Endokrinologie, Charité, Universitätsmedizin - Berlin
  • AWMF-Leitlinien, Colitis ulcerosa, Stand 2011
  • Dr. Hans Herfarth, Innere Medizin I, Uni Regensburg: Medizinische Online-Ringvorlesung
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