Colitis ulcerosa – Komplikationen: Megakolon und Darmdurchbruch
Eine sehr seltene, aber lebensbedrohliche Komplikation von Colitis ulcerosa ist das toxische Megakolon, eine massive Aufweitung des Dickdarms, die mit heftigen Blähungen und starken Schmerzen einhergeht. Durch die geschädigte Darmwand gelangen Bakterien und giftige Bestandteile des Nahrungsbreis ins Blut und führen dort zu einer Blutvergiftung (Sepsis). Daher rühren dann weitere typische Symptome wie Fieber, Schüttelfrost und Herzrasen.
Megakolon: Oft helfen Medikamente
Bei Verdacht auf ein Megakolon wird der Arzt eine Röntgenaufnahme des Bauchraumes anordnen. Auf diese Weise lässt sich die Darmerweiterung rasch erkennen. Bestätigt sich die Diagnose, muss der Darm schnell entlastet werden. Dies geschieht in der Regel durch eine aggressive medikamentöse Therapie z. B. mit hoch dosiertem Kortison oder Tacrolimus. Zeigt diese keinen Erfolg, ist eine Kolektomie notwendig: Der Chirurg entfernt den Dickdarm – möglichst unter Aussparung von Mastdarm und After. Den Dünndarm leitet er, zumindest vorübergehend, über die Bauchdecke mithilfe eines künstlichen Darmausgangs (Stoma) aus. Sobald der Patient sich erholt hat, versucht der Chirurg, die willkürliche Kontrolle der Darmentleerung über eine Verbindung zwischen Dünndarm und After wiederherzustellen.
Notoperation bei Darmperforation
Bei einem toxischen Megakolon – aber auch aus anderen Gründen – kann es zu einem Durchbruch (Darmperforation) kommen. Der Darminhalt fließt dann direkt in die Bauchhöhle und ruft dort innerhalb kurzer Zeit eine gefährliche Bauchfellentzündung hervor. Das Leben des Patienten ist dann nur durch eine sofortige Notoperation zu retten.
Weitere Komplikationen
Weitere Komplikationen der Colitis ulcerosa sind Blutverluste über den Darm und – in sehr seltenen Fällen – Narben und Engstellen im Darm (Stenosen). Schließlich ist auch das Darmkrebsrisiko bei Colitis-ulcerosa-Patienten erhöht.





