Chlamydien

Chlamydien sind eine Bakteriengattung, die in unterschiedlichen Serotypen auftritt. Medizinisch werden Chlamydien in Gruppen von A bis L unterteilt. Beispielsweise die Serotypen A bis C verursachen das Trachom, eine in den Tropen verbreitete Augenkrankheit.

In Europa jedoch spielen vor allem die Serotypen D bis K eine wichtige Rolle. Sie lösen eine sexuell übertragbare urogenitale Infektion aus. Untersuchungen zeigen, dass bei den sexuell aktiven jungen Frauen in Deutschland rund 13 Prozent infiziert sind. Allerdings sind in Deutschland Chlamydieninfektionen nicht meldepflichtig. Nach Schätzungen der WHO infizieren sich weltweit 89 Millionen Menschen mit genitalen Chlamydien.

Die Anzeichen einer Chlamydieninfektion

Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss und Unterleibsschmerzen können die Anzeichen einer Chlamydieninfektion sein. Allerdings verursacht die Entzündung bei 80 Prozent der Frauen und bei 50 Prozent der Männer keine Anzeichen, verläuft also symptomlos. Die Betroffenen gehen nicht zum Arzt, werden folglich nicht behandelt und können bei jedem ungeschützten Geschlechtsverkehr die Bakterien weitergeben.

Unbehandelt droht bei Chlamydieninfektion Unfruchtbarkeit

Wird die Chlamydieninfektion nicht behandelt, können sich bei der Frau Eileiter sowie Gebärmutterschleimhaut, beim Mann Prostata und Nebenhoden entzünden. Das kann zu Gewebeverklebungen führen und damit Unfruchtbarkeit auslösen. Um das zu vermeiden, ist die Behandlung einer Chlamydieninfektion unverzichtbar. Seit 2008 übernehmen die Krankenkassen deshalb für alle sexuell aktiven jungen Frauen unter 25 Jahren die Kosten für ein jährliches Chlamydien-Screening. So lässt sich auch eine symptomfreie Infektion möglichst frühzeitig diagnostizieren.

Chlamydien sicher diagnostizieren und behandeln

Um die Bakterien nachzuweisen, stehen dem Arzt mehrere Testverfahren zur Verfügung: Dabei werden entweder Abstriche von Gebärmuttermund, Harnröhre, Enddarm oder der Bindehaut des Auges oder eine Urinprobe benötigt. Ist der Befund positiv, liegt also eine Chlamydieninfektion vor, verschreibt der Arzt Antibiotika, Tetrazykline, Makrolide und Chinolone sind dabei die am häufigsten verwendeten Wirkstoffgruppen. Die Behandlung variiert zwischen einem Tag und mehreren Wochen, je nachdem, wie ausgeprägt die Infektion ist. Empfohlen wird dabei auch eine Mitbehandlung des Partners.

Präventionsmaßnahmen gegen Chlamydien

Wie jede andere sogenannte STD (Sexually Transmitted Disease, sexuell übertragbare Erkrankung oder Infektion) kann man eine Ansteckung mit Chlamydien mit der Benutzung eines Kondoms oder Frauenkondoms verhindern. Wer bereits eine Chlamydieninfektion hatte, ist vor einer Neuinfektion nicht geschützt. Die jährlichen Kontrolluntersuchungen für sexuell Aktive sollten deshalb unbedingt wahrgenommen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 28.08.2012
  • Autor/in: Monika Preuk, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärzin
  • Quellen: Material der Deutschen STI-Gesellschaft (http://www.dstig.de/)
  • Informationen des Robert-Koch-Instituts (http://www.rki.de/DE/Content/Infekt/EpidBull/Merkblaetter/Ratgeber_Chlamydia_Teil1.html?nn=2386228)
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