Ursachen und Risikofaktoren für das Burnout-Syndrom

Die Ursachen für das Burnout-Syndrom sind sehr vielfältig. Unterschieden wird zwischen beruflichen und individuellen Ursachen. Meist führt ein Zusammenspiel verschiedenster Faktoren aus beiden Bereichen dazu, dass ein Mensch ausbrennt. Im Folgenden sind einige häufige Ursachen für das Burnout-Syndrom aufgeführt. Bitte beachten Sie jedoch, dass eine solche Liste nie umfassend sein kann.

Berufliche Ursachen für Burnout:

  • Zeitdruck: Unter den Stressoren der modernen Arbeitswelt wird Zeitdruck sehr häufig genannt. Immer mehr Aufgaben sollen in immer kürzerer Zeit erledigt werden. Das erzeugt Stress und Druck und kann eine Ursache für Burnout sein.
  • Multitasking: Wir haben heute immer mehr Kommunikationskanäle zur Verfügung und müssen somit eine immer größere Menge an Informationen gleichzeitig verarbeiten. Der Arbeitsfluss wird häufig durch E-Mails oder Anrufe unterbrochen. Das überfordert und senkt die Leistung.
  • fehlende Zielvorgaben und Erfolgskriterien: Immer mehr Menschen arbeiten in Dienstleistungsberufen, in denen man nicht direkt erkennen kann, was man geleistet hat. Auch in vielen Unternehmen sind Ziele häufig nicht klar definiert. Wer aber keine Erfolgserlebnisse hat oder gar teilweise umsonst arbeitet, der ist zunehmend frustriert und droht auszubrennen.
  • schlechtes Betriebsklima: Ein gutes Betriebsklima, in dem man sich gegenseitig unterstützt und respektiert, ist für viele Menschen sehr wichtig, um Burnout zu vermeiden. Dazu gehört auch, sich vom Chef ausreichend wertgeschätzt zu fühlen.
  • zu viele verschiedene Erwartungen: Viele Menschen sehen sich in ihrem Beruf einer Vielzahl verschiedener Erwartungen ausgesetzt. Der Chef erwartet etwas anderes als die Kollegen. Und die Klienten oder Kunden haben noch einmal andere Anforderungen. Das kann schnell überfordern und gehört zu den Ursachen für Burnout.
  • Klientenkontakt und Klientenzahl: Wer ist seinem Beruf viel Kontakt zu anderen Menschen hat, der sieht sich hohen sozialen und kommunikativen Anforderungen ausgesetzt. Das kann zu Burnout führen.
  • geringe Entfaltungsmöglichkeiten und Handlungsspielräume: Menschen, die ihre Fähigkeiten nicht voll nutzen können, weil sie sonst ihre Kompetenzen im Beruf überschreiten würden, fühlen sich unterfordert. Das frustriert und kann Burnout begünstigen.
  • Nacht- und Schichtarbeit: Nacht- und Schichtarbeit belasten den Körper stark und können ursächlich für ein Burnout sein.

Individuelle Ursachen für Burnout:

  • Überengagement und Perfektionismus: Viele Burnout-Betroffene sind zunächst sehr engagiert in ihrem Beruf und wollen alle Aufgaben perfekt erledigen. Damit überfordern sie sich selbst und sind zunehmend erschöpft.
  • mangelnde Distanzierungsfähigkeit: Gerade in sozialen Berufen spielt mangelnde Distanzierungsfähigkeit eine große Rolle als Ursache für Burnout. Die Betroffenen nehmen Probleme aus dem Beruf mit nach Hause, es fällt ihnen schwer eine gesunde Distanz zu wahren.
  • zu hohe Erwartungen: Besonders Berufsanfänger erwarten oft viel von sich selbst und von ihrem Beruf. Der Alltag sieht jedoch meist anders aus. Erwartete Erfolge bleiben aus. Das führt zu Frustration und Stress und ist Ursache für Burnout.
  • hoher Leistungsdruck in der Familie: Es zeigt sich, dass von Menschen mit Burnout oft schon in der Kindheit viel verlangt wurde, dass die Eltern großen Wert auf Leistung gelegt haben. Die Betroffenen haben also gelernt, dass nur eine gute Leistung zu Liebe und Anerkennung führt und glauben, sich umso mehr anstrengen zu müssen.
  • mangelnde Stressbewältigungsmechanismen: Menschen, die mit Stress nicht gut umgehen können, haben im Beruf meist ein schlechtes Zeitmanagement und können ihre Aufgaben nicht gut organisieren. Somit sind sie nicht so effizient wie andere. Im privaten Bereich bedeuten mangelnde Stressbewältigungsmechanismen, dass die Betroffenen nicht regenerieren können. Sie werden den Stress aus der Arbeit nicht los.
  • Ängstlichkeit: Wer sehr ängstlich und sensibel ist, der fühlt sich einer Situation schneller ausgeliefert. Das kann Burnout begünstigen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.05.2014
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Faust, Volker: Das Burnout-Syndrom und seine Folgen. erschöpft – verbittert – ausgebrannt (2011)
  • Ruhwandl, Dagmar: Erfolgreich ohne auszubrennen. Das Burnout-Buch für Frauen (2007)
  • Ruhwandl, Dagmar: Top im Job – ohne Burnout durchs Arbeitsleben (2010)
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