Therapie des Burnout-Syndroms: Psychotherapie

Im fortgeschrittenen Stadium des Burnout-Syndroms ist eine Psychotherapie meist unumgänglich. Für Burnout gibt es allerdings keine Standardtherapie. Genauso individuell, wie die Symptome und der Verlauf des Burnout sind, sollte auch die Psychotherapie auf den Einzelnen zugeschnitten werden. Wichtiger als das Therapieverfahren ist für ein gutes Ergebnis ohnehin, dass Therapeut und Patient miteinander harmonieren. Zudem kombinieren viele Therapeuten inzwischen verschiedene therapeutische Ansätze miteinander.

Häufig angewandt: die Verhaltenstherapie

Ein weit verbreitetes und recht erfolgreiches Therapieverfahren gegen Burnout ist die Verhaltenstherapie. Bei dieser Form der Psychotherapie geht man davon aus, dass negative Gefühle, Ängste und schädliche Verhaltensweisen erlernt sind. Sie können deshalb auch wieder verlernt werden. Patient und Therapeut führen zunächst eine Verhaltensanalyse durch und bestimmen gemeinsam die Ziele der Therapie. Anschließend bekommt der Betroffene konkrete Methoden an die Hand, um in Zukunft schädlichem Verhalten bewusst entgegenzusteuern.

Der Burnout-Betroffene lernt beispielsweise seine Energien anders einzuteilen. Er erstellt mit dem Therapeuten Tages- und Wochenpläne, in denen Freizeitphasen ein fester Bestandteil sind. Patienten üben auch, Aufgaben an andere Menschen weiterzugeben, um für Entlastung zu sorgen. Erlernen und Anwenden von Entspannungstechniken sind ebenfalls fester Bestandteil der Verhaltenstherapie.

Die Verhaltenstherapie hat Vor- und Nachteile: Sie ist in der Regel kürzer als andere Formen der Psychotherapie und bringt schnellere Erfolge. Zudem sind die Inhalte der Verhaltenstherapie leicht verständlich und meist gut im Alltag umzusetzen. Außerdem wird viel gehandelt, was bedeutet, dass der Betroffene seine Gefühle und Gedanken nicht ausschließlich in Worte fassen muss. Ein Nachteil der Verhaltenstherapie ist, dass hauptsächlich die Symptome bekämpft werden. Es besteht die Gefahr, dass tiefer liegende Ursachen und Probleme nicht erfasst und behandelt werden könnten. Das können andere Therapieformen, wie beispielsweise die Psychoanalyse leisten.

Weitere Psychotherapien

Auch die Psychoanalyse und weitere Formen der Psychotherapie können erfolgreich bei Burnout angewandt werden. Dazu gehören beispielsweise:
  • Gesprächspsychotherapie
  • Logotherapie
  • Rational-emotive Therapie
  • Transaktionsanalyse
  • Gestalttherapie
  • Psychodrama
  • Körpertherapien
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.05.2014
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Burisch, Matthias: Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung (2006)
  • Faust, Volker: Das Burnout-Syndrom und seine Folgen. erschöpft – verbittert – ausgebrannt (2011)
  • Nelting, Manfred: Burnout: Wenn die Maske zerbricht (2010)
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