Ratgeber und Selbsthilfe bei Burnout: Hilfe für Angehörige und Kollegen

Wenn ein Angehöriger oder Kollege immer mehr arbeitet und ständig unter Strom steht, stellt sich die Frage: Ist das schon Burnout, oder nur etwas Stress? Was kann ich tun und wie kann ich helfen?

Burnout erkennen

Schon für Betroffene ist es meist schwer, ein beginnendes Burnout-Syndrom zu erkennen. Für Angehörige und Kollegen ist das oft noch schwieriger. Doch es gibt einige Symptome des Burnout, die auch von Außenstehenden gut zu bemerken sind:
  • Der Betroffene kann nicht mehr regenerieren: Das merkt man besonders nach einem Urlaub. Den Angehörigen fällt meist schon im Urlaub auf, dass der Betroffene nicht abschalten kann. Die Kollegen merken nach dem Urlaub, dass der Kollege nicht erholt ist.
  • Meidung von Kontakten: Kontakte werden bei Burnout oft im privaten Bereich zuerst eingeschränkt. Der Betroffene mag sich am Abend oder am Wochenende nicht mehr mit Freunden oder der Familie treffen. Aber auch Kollegen können eine Kontakteinschränkung erkennen. Der Betroffene meidet Besprechungen, ist in der Kaffee- oder Frühstückspause nicht mehr dabei oder kommt nicht mehr zu privaten Treffen außerhalb der Arbeitszeit.
  • Verlust von Selbstvertrauen: Im fortgeschrittenen Stadium des Burnout-Syndroms verlieren die Betroffenen an Selbstvertrauen. Sie haben das Gefühl den falschen Beruf gewählt zu haben und nichts mehr zu schaffen.

So können Sie einem Angehörigen mit Burnout helfen:

Wichtig für Angehörige ist es zunächst, ihre eigene Rolle zu erkennen. Angehörige – vor allem Ehepartner – versuchen meist, dem Betroffenen alles Belastende außerhalb des Berufs abzunehmen. Nicht selten überlasten sie sich damit selbst. Auch sie wollen häufig alles alleine schaffen und keine Hilfe in Anspruch nehmen. Es entsteht beinahe ein Wettbewerb, wer mehr aushalten kann.

Deshalb kann es für Angehörige ein wichtiger erster Schritt sein, die eigenen Grenzen zu erkennen und selbst Hilfe anzunehmen. Sie werden damit zu einem Vorbild und zeigen dem Betroffenen, dass es nicht schlimm ist, sich Hilfe zu suchen und etwas für sich selbst zu tun. Dies können sie dem Betroffenen mitteilen, ihm erklären, welche Hilfe sie angenommen haben und was sie bewirkt hat.

Wichtig für Angehörige ist es auch, in Gesprächen mit dem Burnout-Betroffenen von sich selbst zu sprechen. Vorhaltungen und Forderungen helfen meist nicht. Besser ist es, die eigenen Grenzen aufzuzeigen und über die eigenen Schwierigkeiten mit der Situation zu sprechen.

So können Sie einem Kollegen mit Burnout helfen:

Auch Kollegen können ein Vorbild in Sachen „Hilfe annehmen“ sein. Sie können dem Betroffenen zeigen, wenn sie etwas nicht alleine schaffen und sich Hilfe holen. Umgekehrt können sie dem Betroffenen auch ihre Hilfe anbieten. Häufig fällt es ihm dann leichter sie anzunehmen, wenn er merkt, dass auch der Kollege nicht perfekt ist.

Wichtig ist es, verständnisvoll zu reagieren und den Kollegen mit Burnout nicht noch zusätzlich auf seine Fehler hinzuweisen. Denn sein Selbstbewusstsein schwindet ohnehin. Sprechen Sie mit ihm eher über seine Erfolge und Fähigkeiten.

Kollegen können den Betroffenen auch dazu ermutigen, sich außerhalb der Arbeitszeit zu treffen und beispielsweise einen Kollegenstammtisch initiieren. Denn soziale Kontakte sind für Menschen mit Burnout sehr wichtig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.05.2014
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Ruhwandl, Dagmar: Erfolgreich ohne auszubrennen. Das Burnout-Buch für Frauen (2007)
  • Ruhwandl, Dagmar: Top im Job – ohne Burnout durchs Arbeitsleben (2010)
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