Burnout-Prävention: Das können Sie im Beruf tun

Die Arbeitsbedingungen sind ein ausschlaggebender Faktor bei der Entstehung des Burnout-Syndroms. Zur Prävention ist es deshalb wichtig, Arbeitsbedingungen entsprechend zu verbessern oder anzupassen.

Dabei ist nicht nur der Chef oder das Unternehmen gefragt. Auch jeder Mitarbeiter selbst kann etwas tun. Selbst aktiv zu werden hat den Vorteil, dass der Betroffene das Gefühl hat, aus eigener Kraft etwas verändert zu haben. Das trägt in einem hohen Maße zum eigenen Wohlbefinden bei.

Im Folgenden finden Sie einige Beispiele, was Sie selbst tun können. Beachten Sie jedoch, dass diese Beispiele nicht allgemeingültig sein können. Je nach Beruf und Persönlichkeit des Betroffenen sind unterschiedliche Maßnahmen erforderlich.
  • Integrieren Sie Pausen in Ihren Arbeitstag: Viele Fachleute gehen davon aus, dass der Körper nach etwa 90 Minuten konzentrierten Arbeitens eine kurze Pause braucht. Gönnen Sie sich solche Pausen, in denen Sie beispielsweise eine Entspannungsübung durchführen oder sich einfach nur einen Kaffee holen.
  • Lernen Sie zu delegieren: Viele Burnout-gefährdete Menschen meinen, alles selbst schaffen und erledigen zu müssen. Dabei könnten sie durchaus Aufgaben an andere weitergeben. Machen Sie sich eine Liste mit Ihren Aufgaben und überlegen Sie, welche davon Sie am ehesten delegieren könnten.
  • Seien Sie nicht immer erreichbar: Zur Prävention von Burnout ist es sinnvoll, nicht immer erreichbar zu sein – auch auf der Arbeit. Schalten Sie beispielsweise Benachrichtigungssignale für E-Mails aus und rufen Sie Ihre Mails nur zu festgelegten Zeiten ab. So werden Sie nicht immer unterbrochen und vermeiden Stress. Mobiltelefone, die geschäftlich genutzt werden, sollten am Abend, an Wochenenden und im Urlaub abgeschaltet werden. Nutzen Sie außerdem unterschiedliche Geräte für Berufliches und Privates.
  • Teilen Sie Ihre Zeit richtig ein: Zum Thema Zeitmanagement gibt es viele Tipps und Tricks. Deshalb hier nur einige Beispiele: Machen Sie sich Listen mit Ihren Aufgaben und ordnen Sie sie nach Wichtigkeit. Teilen Sie große Aufgaben in viele kleine Teile. So behalten Sie einen besseren Überblick und geraten nicht so schnell in Stress. Klären sie außerdem immer die Rahmenbedingungen Ihrer Projekte. Wie viel Zeit haben Sie für die Aufgaben? Wann muss das Projekt abgeschlossen sein?
  • Arbeitsanforderungen anpassen: Machen Sie sich zunächst klar, was in Ihrem Beruf von Ihnen gefordert wird und was Sie selbst erwarten. Über Ihre Ergebnisse können Sie sich in einem Mitarbeitergespräch mit Ihrem Vorgesetzten austauschen. So können Sie gemeinsam die Arbeitsanforderungen entsprechend anpassen. In vielen Firmen finden regelmäßig Mitarbeitergespräche statt. Sollte das bei Ihnen nicht der Fall sein, können Sie ein solches Gespräch bei Ihrem Vorgesetzten anregen.
  • Hinterfragen Sie Ihre Ziele: Viele Menschen mit Burnout haben sehr hohe Ansprüche an sich selbst, sie wollen immer alles 100-prozentig richtig machen. Suchen Sie sich Aufgaben, bei denen Sie vielleicht auch einmal mit einem Einsatz von 80 Prozent zu einem zufriedenstellenden Ergebnis gelangen.
  • Überlegen Sie, wie viel Ihnen Geld wert ist: Es gibt immer wieder Menschen, die bis zum Burnout arbeiten, um sich einen hohen Lebensstandard zu erhalten. Fragen Sie sich, ob das Geld es Ihnen wert ist, Ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen.
  • Seien Sie stolz auf Ihre Erfolge: Vielen Menschen mit Burnout fällt es schwer, sich über Ihre Erfolge zu freuen. Sie sehen direkt wieder den Berg an Arbeit, der noch vor Ihnen liegt. Halten Sie deshalb nach einem Erfolg kurz inne und gönnen Sie es sich, sich darüber zu freuen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.05.2014
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Nelting, Manfred: Burnout: Wenn die Maske zerbricht (2010)
  • Ruhwandl, Dagmar: Erfolgreich ohne auszubrennen. Das Burnout-Buch für Frauen (2007)
  • Ruhwandl, Dagmar: Top im Job – ohne Burnout durchs Arbeitsleben (2010)
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