Das Burnout-Syndrom

Der Begriff Burnout kam Mitte der 1970er Jahre in den USA auf und bedeutet zu Deutsch „Ausbrennen“. Er bezeichnet einen Zustand starker emotionaler Erschöpfung. Seit seiner Einführung hat der Begriff eine steile Karriere hingelegt und ist inzwischen in aller Munde.

Zündhölzer © Thinkstock
Doch tritt das Burnout-Syndrom infolge veränderter Arbeitsbedingungen in unserer modernen Arbeitswelt wirklich häufiger auf? Oder ist es nur durch die häufige Thematisierung in den Medien heute präsenter in den Köpfen von Patienten, Ärzten und Psychologen? Wahrscheinlich ist eine Mischung aus beidem. Einige Experten vertreten auch die Ansicht, dass Burnout deshalb inzwischen so häufig thematisiert wird, weil es weniger stigmatisiert ist als die Depression, von der Burnout ihrer Meinung nach kaum abgegrenzt werden kann.

Definitionsversuche

Stellt sich also die Frage: Was ist Burnout eigentlich genau? Eine einheitliche Definition gibt es bisher nicht. Gleich ist bei vielen Definitionsversuchen, dass Burnout als Reaktion auf Stress bezeichnet wird. Es ist nicht als Krankheit anerkannt, aber man gesteht dem Burnout-Syndrom Krankheitswert zu. Eine Schweizer Expertengruppe, das „Swiss Expert Network on Burnout“, bezeichnet Burnout beispielsweise als „eine arbeitsassoziierte Stressreaktion, die zu einem anhaltenden negativem Gefühlszustand bei normalen Individuen führt.“

Klar scheint also, dass Stress und das Burnout-Syndrom eng miteinander verbunden sind. Stress ist jedoch sehr subjektiv. Während eine moderate Stressreaktion gut für die Gesundheit und den Umgang mit Stressoren sein kann, ist eine zu starke Reaktion gesundheitsschädigend. Wie der einzelne Mensch in einer potentiell stressigen Situation reagiert, hängt jedoch von ihm selbst und seiner Bewertung der Situation ab.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen für Burnout sind daher sehr vielfältig. Sicher spielen die Bedingungen der Arbeitswelt eine Rolle dabei, dass immer mehr Menschen wegen Burnout behandelt werden. Starker Zeitdruck, hohe Arbeitsbelastung oder die Fülle an Informationen, die jeder täglich verarbeiten muss, erhöhen den empfundenen Stress – und damit die Gefahr für Burnout. Jedoch kommen zu den beruflichen meist auch individuelle Ursachen hinzu. Mangelnde Stressbewältigungsmechanismen oder unrealistische Erwartungen an den Beruf sind hier Beispiele.

Das Burnout-Syndrom ist ein schleichender Prozess. Symptome wie die Unfähigkeit zu regenerieren, emotionale Erschöpfung, der Rückzug aus dem Sozialleben und die Einschränkung der Leistungsfähigkeit treten meist nach und nach auf. Häufig kommen auch körperliche Symptome wie Kopfschmerzen oder Schlafstörungen hinzu. Da Betroffene oft nur wegen dieser körperlichen Beschwerden einen Arzt aufsuchen, ist die Diagnostik des Burnout-Syndroms nicht leicht.

Therapie an die Symptome angepasst

Die Therapie des Burnout-Syndroms wird an die auftretenden Symptome angepasst. Während es zu Anfang oft noch ausreicht, die Maßnahmen der Burnout-Prävention umzusetzen, stehen im fortgeschrittenen Stadium Maßnahmen zur Therapie der Burnout Folgen wie eine Psychotherapie und die Gabe von Medikamenten meist im Vordergrund. Wichtig bei der Burnout-Therapie ist vor allem die Eigeninitiative. Betroffene, die aktiv mitarbeiten, haben gute Chancen, das Burnout-Syndrom zu überwinden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.05.2014
  • Autor/in: Christina Wiener, Medizinredakteurin, vitapublic GmbH; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: Albrecht, Simone: Burnout – ein Leitfaden des ift, Institut für Arbeitsmedizin
  • Burisch, Matthias: Das Burnout-Syndrom. Theorie der inneren Erschöpfung (2006)
  • Faust, Volker: Das Burnout-Syndrom und seine Folgen. erschöpft – verbittert – ausgebrannt (2011)
  • Nelting, Manfred: Burnout: Wenn die Maske zerbricht (2010)
  • Ruhwandl, Dagmar: Erfolgreich ohne auszubrennen. Das Burnout-Buch für Frauen (2007)
  • Ruhwandl, Dagmar: Top im Job – ohne Burnout durchs Arbeitsleben (2010)
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