Ursachen der Bulimie

Jeder Mensch mit Bulimie hat einen ganz individuellen Leidensweg hinter sich. Dabei können verschiedene Faktoren in ihrem Zusammenwirken die Entstehung einer Ess-Brech-Sucht begünstigen:

    • Gesellschaftliches Schlankheitsideal
      Schlanksein wird als Garant für Selbstwertgefühl und Erfolg in allen Lebensbereichen angesehen und verleitet zu ersten Diätversuchen.
    • Überangebot an Lebensmitteln
      Bulimie tritt nur dort auf, wo Lebensmittel zu jeder Zeit und in jeder Menge verfügbar sind. In Ländern mit Nahrungsmangel gibt es keine Bulimie.
    • Genetische Einflüsse
      Bulimie tritt familiär gehäuft auf beziehungsweise in Verbindung mit anderen psychischen Störungen in der Familie. Es kann auch ein generell niedriger Energieverbrauch vorliegen, sodass grundsätzlich eine Neigung zu Übergewicht besteht. Oftmals ist auch der Spiegel von Botenstoffen, die das Sättigungsgefühl und die emotionale Befindlichkeit beeinflussen, niedriger als bei gesunden Menschen.
    • Persönliche Eigenschaften
      Bulimiker haben oft Minderwertigkeitsgefühle, überzogene Ansprüche an sich selbst und orientieren sich stark an der Meinung anderer. Mit überragenden Leistungen möchten sie Zuneigung erkaufen. Sie haben eine Neigung zur Konfliktvermeidung und ein hohes Harmoniebedürfnis. Sie sind recht schnell frustriert und haben häufig eine generelle Neigung zum Kontrollverlust.
    • Lernerfahrungen
      Wenn in der Kindheit Essen als Belohnung oder zur „Problembewältigung“ eingesetzt wurde, so neigen Betroffene auch später dazu, sich aufgrund einer gedrückten Stimmung „etwas“ zu gönnen. Vor allem dann, wenn keine andere Art der Problembewältigung gelernt wurde.
    • Familiäre Einflüsse
      Einige Betroffene waren in ihrer Kindheit stark behütet, wurden bevormundet und kamen aus Familien, in denen der Leistungsgedanke im Vordergrund stand und in denen Konflikte nicht gelöst sondern vermieden wurden. Sie mussten sich zusammenzureißen und durften sich nicht gehen lassen.
    • Veränderungen, psychische Irritationen, traumatische Erlebnisse
      Einige Betroffene leiden unter Stimmungsschwankungen, depressiven Störungen und Krisensituationen – zum Beispiel größere Veränderungen des vertrauten Umfeldes oder traumatische Erlebnisse wie der Verlust einer Bezugsperson oder sexueller wie körperlicher Missbrauch können eine Bulimie auslösen.
    • Diätverhalten
      Durch häufige Diäten treten die natürlichen Mechanismen zur Steuerung der Nahrungsaufnahme wie Hunger und Sättigung in den Hintergrund.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Dr. med. Dipl. Psych. M. Graf-Morgenstern, Psychiatrische Klinik und Poliklinik der Universität Mainz: Ess-Störungen
  • Elternimnetz.de
  • Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum/Westfälische Klinik Dortmund: Bulimie
  • Christoph-Dornier-Klinik für Psychotherapie: Ursachen der Bulimie
  • Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Essstörungen (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essst%C3%B6rungen.pdf)
  • Universität Göttingen: Bulimia nervosa (http://www.psychosomatik.uni-goettingen.de/download/51%20Praktikum%20Bulimie.pdf)
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Infos zum Thema Essstörungen im Internet (http://www.uni-wuerzburg.de/fuer/beschaeftigte/beratung_und_hilfe/suchtberatung/infos_zum_thema/essstoerungen/)
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