Symptome der Bulimie (Ess-Brech-Sucht)

Folgende Symptome und Anzeichen sind typisch für eine Bulimie (Bulimia nervosa):

  • Normalgewicht
    Das Körpergewicht liegt meist im Normalbereich, kann jedoch Schwankungen aufweisen.
  • Essanfälle
    Ein Bulimiekranker isst bei einer Essattacke deutlich mehr als die meisten Menschen unter gleichen Umständen im gleichen Zeitraum essen könnten. Dabei können die Betroffenen über 5.000 Kilokalorien pro Anfall zu sich nehmen. Die Essattacken und das kompensatorische Verhalten treten über mindestens drei Monate und durchschnittlich zweimal pro Woche auf und finden in aller Heimlichkeit statt.
  • Kontrollverlust
    Betroffene haben das Gefühl, während einer Fressattacke die Kontrolle über sich zu verlieren.
  • Kompensationsverhalten
    Eine Gewichtszunahme verhindert ein Bulimiekranker zum Beispiel mit selbst herbeigeführtem Erbrechen, Missbrauch von Arzneimitteln wie etwa Abführmittel, Diuretika, Schilddrüsenhormonen und Appetitzügler, durch zeitweilige Hungerphasen und durch übermäßige körperliche Aktivität.
  • Furcht vor Gewichtszunahme
    Fast alle Menschen mit Bulimie haben eine panische Angst vor einer Gewichtszunahme und entwickeln eigene Essensrituale und Kontrollmaßnahmen – zum Beispiel tägliches Wiegen, um ihr Gewicht zu halten.
  • Körperschema-Störung
    Obwohl Menschen mit Bulimie meist normal- beziehungsweise idealgewichtig sind, fühlen sie sich entweder insgesamt oder an bestimmten Körperstellen zu dick. Das Selbstwertgefühl wird übermäßig durch die subjektive Wahrnehmung der eigenen Figur und des Körpergewichtes beeinflusst.
  • Krankheitsbewusstsein
    Im Gegensatz zu Magersüchtigen nehmen Menschen mit Bulimie ihre Erkrankung durchaus als solche wahr und haben einen hohen Leidensdruck und Schuldgefühle. Doch das Erbrechen und die Krankheit werden verheimlicht. Nach Offenbarung der Krankheit besteht jedoch eine hohe Therapiebereitschaft.
  • Körperliche Anzeichen
    Durch das ständige Erbrechen schwellen bei Betroffenen häufig die Speicheldrüsen an. Sie haben oftmals regelrechte Hamsterbacken.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.06.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Ess-Brech-Sucht
  • Abteilung für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Universitätsklinik der Ruhr-Universität Bochum/Westfälische Klinik Dortmund: Bulimie
  • Leitlinie: Diagnostik und Therapie der Essstörungen (http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/051-026l_S3_Diagnostik_Therapie_Essst%C3%B6rungen.pdf)
  • Universität Göttingen: Bulimia nervosa (http://www.psychosomatik.uni-goettingen.de/download/51%20Praktikum%20Bulimie.pdf)
  • Julius-Maximilians-Universität Würzburg: Infos zum Thema Essstörungen im Internet (http://www.uni-wuerzburg.de/fuer/beschaeftigte/beratung_und_hilfe/suchtberatung/infos_zum_thema/essstoerungen/)
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