Genetische Faktoren erhöhen das Risiko für Brustkrebs

Man geht heute davon aus, dass etwa fünf Prozent aller Brustkrebserkrankungen erblich bedingt sind. Mittlerweile wurden drei veränderte Gene identifiziert, das BRCA 1-Gen (breast cancer), das BRCA 2-Gen und das RAD51C, die an der Vererbung eines erhöhten Brustkrebsrisikos beteiligt sind. Frauen aus solchen Brustkrebsfamilien erkranken häufig schon vor dem 40. oder 50. Lebensjahr. RAD51C kann außerdem auch Eierstockkrebs auslösen.

Wird in den Genen eine Mutation nachgewiesen, steigt das Risiko für Brustkrebs vor dem 85. Lebensjahr auf bis zu 80 Prozent. Bei Frauen mit nachgewiesener Genmutation, bei denen sich in einer Brust ein Tumor bildet, liegt das Risiko für einen Tumor in der anderen Brust bei über 60 Prozent. Da die Genmutation unabhängig vom Geschlecht vererbt wird, erhöht diese Veränderung im Erbgut auch bei Männern das Brustkrebsrisiko.

Ob Gene verändert sind, kann durch eine molekularbiologische Untersuchung in speziellen Brustkrebszentren mit einer Blutprobe ermittelt werden. In diesen Zentren arbeiten Genetiker, Onkologen und Psychologen zusammen.

Da der Gentest aufwendig und teuer ist, wird er in der Regel erst nach einer genetischen Beratung durchgeführt. Sollte eine der folgenden Konstellationen in Ihrer Familie vorkommen, scheint eine genetische Beratung sinnvoll:
  • In der Familie sind mindestens zwei Frauen (zum Beispiel Mutter und Schwester) an Brust- und/oder Eierstockkrebs erkrankt, mindestens eine davon vor dem 51. Lebensjahr.
  • In der Familie sind mindestens drei Frauen an Brustkrebs erkrankt.
  • In der Familie ist eine Frau vor dem 36. Lebensjahr an Brustkrebs erkrankt.
  • In der Familie ist eine Frau an beidseitigem Brustkrebs erkrankt, die Ersterkrankung ist vor dem 51. Lebensjahr aufgetreten.
  • In der Familie ist eine Frau an Brust- und Eierstockkrebs erkrankt.
  • In der Familie sind mindestens zwei Frauen an Eierstockkrebs erkrankt.
  • In der Familie gibt es eine weibliche und einen männlichen Verwandten mit Brustkrebs.
Trägern dieser Gene wird die regelmäßige monatliche Selbstuntersuchung der Brust und eine halbjährliche Vorsorgeuntersuchung ab dem 25. Lebensjahr empfohlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.10.2016
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Krebsinformation des Deutschen Krebsforschungszentrums: Brustkrebs
  • Brustkrebsinfo: www.brustkrebs-berlin.de
  • Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: Brustkrebs
  • Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland, Robert Koch-Institut Berlin: Krebs in Deutschland - Häufigkeiten und Trends, 8. Ausgabe, 2012
  • Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Leitlinienprogramm Onkologie, Juli 2012. Abrufbar unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OL_l_S3__Brustkrebs_Mammakarzinom_Diagnostik_Therapie_Nachsorge_2012-07.pdf
  • Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2014
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