Therapie bei Brustkrebs (Mammakarzinom): Die Brustamputation (Ablatio)

Nicht bei allen Patientinnen mit Brustkrebs ist eine brusterhaltende Operation möglich. Dann muss die gesamte Brust entfernt werden.

Wann ist eine Brustamputation notwendig?
  • der Knoten hat noch mehrere Tochterknoten in der gleichen Brust
  • der Knoten liegt sehr nahe an der Brustwarze
  • der Knoten ist im Verhältnis zur Brust zu groß
  • der Knoten hat einen entzündlichen Anteil oder Ausläufer in die Milchgänge
  • der Knoten haftet an Haut und/oder Brustmuskel
  • eine Bestrahlung der Brust nach der Operation ist nicht möglich
Das Standardverfahren ist die sogenannte modifizierte radikale Mastektomie: Das gesamte Brustgewebe, Fettgewebe, Teile der Haut inklusive Brustwarze, die äußere bindegewebige Hülle des Brustmuskels und die Achsellymphknoten werden entfernt. Der Brustmuskel bleibt meist erhalten.
Info
Wenn bei Ihnen eine Brustamputation durchgeführt werden muss, bedenken Sie, dass es heutzutage gute Möglichkeiten zum Wiederaufbau der Brust gibt. Dieser kann entweder in der gleichen Sitzung wie die Amputation oder zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden.

Brustprothesen und Brustimplantate können nach der OP die Brust ersetzen

Wird einer Frau wegen Brustkrebs eine Brust ganz oder teilweise entfernt, können äußere Brustprothesen oder auch Brustimplantate die Brust optisch wiederherstellen.

Äußere Brustprothesen werden in Form von Einlagen für Büstenhalter angeboten. Dabei handelt es sich um Prothesen aus Watte oder Silikon, die in den Büstenhalter eingelegt werden und so von außen nicht sichtbar sind. Außerdem gibt es äußerliche Dauerprothesen aus Silikon, die auch unter dünner Wäsche oder einem Badeanzug nicht auffallen.

Für den operativen Brustaufbau mit einem Brustimplantat gibt es je nach Situation verschiedene Möglichkeiten:
  • Brustaufbau mit künstlichem Brustimplantat
    Schon bei der Brustkrebs-Operation können die Vorbereitungen für den späteren Brustaufbau getroffen werden, indem ein Gewebedehner (Expander) eingesetzt wird. Dieser Expander wird in regelmäßigen Abständen über ein kleines Ventil in der Achselhöhle mit Kochsalzlösung aufgefüllt, bis das gewünschte Volumen erreicht und das darüber liegende Gewebe entsprechend gedehnt ist. Nach sechs bis neun Monaten wird der Expander gegen das endgültige Implantat ausgetauscht. Dieses besteht aus einer Kunststoffumhüllung mit Silikon-, Salzwasser- oder Hydrogelfüllung. Meist kann auch eine neue Brustwarze mittels Hautverpflanzung oder Tätowierung hergestellt werden. Wie mehrere Studien bestätigen, besteht durch die Einpflanzung von Brustimplantaten keine gesundheitliche Gefährdung.
  • Brustaufbau mit körpereigenem Gewebe
    Bei dieser für den Operateur anspruchsvollen Methode wird körpereigenes Haut-, Muskel- und Fettgewebe verpflanzt, um eine Brust nachzubilden. Das Gewebe wird hierzu vom Bereich des Unterbauches, des Gesäßes oder des Rückens entnommen.
Zusätzlich ist die Kombination beider Operationsverfahren möglich.

Bei Brustkrebs-Patientinnen, die nach der Operation eine Strahlentherapie erhalten, eignet sich der Aufbau mit körpereigenem Gewebe besser als mit einem Expander, da das bestrahle Gewebe nicht mehr so dehn- und formbar ist. Ist schon ein Expander eingesetzt, sollte dieser erst ganz gefüllt werden. Nach der Bestrahlung sollte das Implantat nicht sofort eingesetzt werden, sondern erst, wenn an der Haut keine Folgen der Bestrahlung mehr sichtbar sind. Falls Sie einen operativen Brustaufbau in Erwägung ziehen, lassen Sie sich möglichst frühzeitig ausführlich über die Operationstechniken und mögliche Risiken und Komplikationen des Eingriffes beraten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.04.2016
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Krebsinformation des Deutschen Krebsforschungszentrums: Brustkrebs
  • Brustkrebsinfo: www.brustkrebs-berlin.de
  • Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: Brustkrebs
  • Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2014
  • Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland, Robert Koch-Institut Berlin: Krebs in Deutschland - Häufigkeiten und Trends, 8. Ausgabe, 2012
  • Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Leitlinienprogramm Onkologie, Juli 2012. Abrufbar unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OL_l_S3__Brustkrebs_Mammakarzinom_Diagnostik_Therapie_Nachsorge_2012-07.pdf
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung