Brustkrebs (Mammakarzinom): Sexualität

Insbesondere zwei Krebsarten können bei Frauen das Erleben der Sexualität einschränken, vor allem dann, wenn eine Operation notwendig ist: Brustkrebs und Gebärmutterkrebs. Andererseits kann gerade bei Krebserkrankungen das Bedürfnis nach körperlicher Intimität und menschlicher Nähe zunehmen.

Verlust der Brust verändert den Sex

Der Verlust einer oder beider Brüste geht häufig mit dem Gefühl einher, nicht mehr attraktiv zu sein, die Weiblichkeit verloren zu haben. Dies schränkt viele Frauen in ihrem sexuellen Erleben ein. Zudem nimmt die Brust als Sexualsymbol einen großen Stellenwert ein. Ihr Verlust mindert häufig das sexuelle Wertigkeitsgefühl. Auch stellen Brust und Brustwarze für Frau und Mann eine wichtige Quelle sexuellen Lustempfindens dar, so dass die Partner sich entsprechend viel Zeit nehmen müssen, um sich auf die veränderte Situation nach der Brustentfernung einzustellen.

Mögliche Schmerzen, die in der Brustwand und der Schulter auftreten können, lassen sich durch ein Stützkissen vermindern. Außerdem sollten Sie Stellungen vermeiden, bei denen Gewicht auf dem gleichseitigen Arm oder der Brustwand lastet.

Begleitende Therapien können zusätzliche Beschwerden hervorrufen. Eine Chemotherapie kann unter anderem zu Verletzungen der Scheidenschleimhaut führen. Werden für eine Strahlentherapie Markierungen auf die Brustwand gezeichnet, können diese an die Erkrankung erinnern und von sexueller Aktivität abhalten. Eine Hormontherapie im Rahmen der Krebsbehandlung kann die Lust insgesamt herabsetzen.

Sehr wichtig ist die offene Kommunikation zwischen den Partnern. Zum Erfahrungsaustausch kann eine Therapie- oder Selbsthilfegruppe hilfreich sein. Auch sollten Sie mit Ihrem Arzt sprechen und sich von ihm unterstützen lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.10.2016
  • Autor/in: Dr. med. Karen Strehlow, Ärztin und Fachzeitschriftenredakteurin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: I. Füsgen: Sexualstörungen aus I. Füsgen: Der ältere Patient, Urban
  • Dr. Ruth K. Westheimer, Pierre A. Lehu und Jutta Deutmarg: Silver Sex, Campus Verlag 2008
  • Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Leitlinienprogramm Onkologie, Juli 2012. Abrufbar unter: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OL_l_S3__Brustkrebs_Mammakarzinom_Diagnostik_Therapie_Nachsorge_2012-07.pdf
  • Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2014
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