Brustkrebs (Mammakarzinom): der häufigste Krebs bei Frauen

Brustkrebs (lateinisch: Mammakarzinom) ist der am stärksten verbreitete bösartige Tumor bei Frauen. Die Therapiemöglichkeiten bei Brustkrebs haben sich in den letzten Jahren stark verbessert – mögliche Nebenwirkungen der Behandlung konnten gemildert werden und die Überlebenswahrscheinlichkeit betroffener Frauen ist heute deutlich besser als noch vor einigen Jahren.

Bei der Entstehung des Tumors spielt die besondere Anatomie der Brust eine wichtige Rolle. Je nach dem Gewebetyp, von dem der Brustkrebs ausgeht, unterscheidet man zwischen verschiedenen Formen. Daneben differenziert man Brustkrebs aber auch nach bestimmten Stadien (Staging), also seiner Größe und Ausbreitung.

Ursachen, Risikofaktoren und erste Symptome bei Brustkrebs

Zahlreiche Faktoren beeinflussen das Brustkrebsrisiko. So ist sicher, dass es spezifische Gene gibt, die eine Brustkrebserkrankung wahrscheinlich machen. Auch Hormone sind beteiligt und der Lebensstil. Damit sind vor allem Gewicht, Ernährung und Alkoholkonsum gemeint.

Bei den Anzeichen von Brustkrebs ist der Knoten in der Brust sicher das häufigste. Aber auch Veränderungen der Brustwarze, der Brustgröße oder der Haut sind Alarmzeichen. Absonderungen aus der Brust (Schleim, Blut) sollten auch sofort vom Arzt abgeklärt werden.

Selbstuntersuchung und Mammografie ermöglichen frühe Diagnose

Beim regelmäßigen Abtasten, also der Selbstuntersuchung der Brust, werden die meisten Tumoren entdeckt. Mithilfe der Mammografie können auch viel kleinere Tumoren aufgespürt werden. Daneben stehen noch eine Reihe anderer Möglichkeiten für die Brustkrebsdiagnose zur Verfügung: Ultraschall, MRT und selten die Galaktografie, sowie Biopsie. Hat sich der Krebsverdacht bestätigt, untersucht man, ob sich bereits Metastasen gebildet und wo sie sich ausgebreitet haben.

Wird Brustkrebs rechtzeitig erkannt, sind die Behandlungsaussichten günstig. Tumoren, die zum Beispiel durch Abtasten der Brust gefunden werden, sind zwar oft schon rund zwei Zentimeter groß, aber die Heilungschancen liegen immerhin noch bei 65 Prozent. Bei den kleineren, die meist durch Mammografie oder Ultraschall entdeckt werden, liegt die Heilungschance oft bei über 90 Prozent.

Die zielgerichtete Therapie

Sorgfältige Diagnostik ermöglicht eine maßgeschneiderte Therapie bei Brustkrebs. Je nach Form und Grad der Erkrankung stellen die Ärzte ein Behandlungskonzept zusammen, das eine Operation (brusterhaltend oder nicht brusterhaltend) umfasst, Lymphknotenentfernung, Strahlen-, Hormon-, Chemotherapie und die relativ neue Antikörpertherapie. Besonders wichtig ist auch die Behandlung von Krebsschmerzen.

Prognose bei Brustkrebs

Wie die Prognose nach einer erfolgreichen Therapie von Brustkrebs aussieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab – zum Beispiel von der Tumorgröße, -ausdehnung und Lymphknotenbefall. In Deutschland liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate für Frauen mit Brustkrebs derzeit durchschnittlich bei 81 Prozent.

Brustkrebs – und danach?

Während, aber auch nach der Brustkrebserkrankung empfinden es die meisten Betroffenen als äußerst hilfreich, sich Rat und Unterstützung bei speziellen Anlaufstellen zu holen. Wichtig für Brustkrebspatientinnen sind nicht nur die richtige Ernährung und spezielle Vitalstoffe. Auch Partnerschaft und Sexualität können sich durch die Krankheit verändern. Selbstverständlich sollten alle Nachsorgetermine konsequent eingehalten werden, um ein Rezidiv (Rückfall) so frühzeitig wie möglich zu entdecken.

Brustkrebs bei Männern

Übrigens gibt es Brustkrebs auch bei Männern – allerdings extrem selten. Weil Brustkrebs als typische Frauenerkrankung gilt, wird diese Tumorform bei Männern oft erst relativ spät entdeckt. Bei der Entstehung spielen, wie auch bei Frauen, hormonelle und genetische Faktoren eine Rolle.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.10.2016
  • Autor/in: Dr. med. Gerlind Souza-Offtermatt, Ärztin und Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Krebsinformation des Deutschen Krebsforschungszentrums: Brustkrebs
  • Deutsche Krebsgesellschaft e.V.: Brustkrebs
  • Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, 2012: http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OL_l_S3__Brustkrebs_Mammakarzinom_Diagnostik_Therapie_Nachsorge_2012-07.pdf
  • Arbeitsgemeinschaft Bevölkerungsbezogener Krebsregister in Deutschland, Robert Koch-Institut Berlin: Krebs in Deutschland - Häufigkeiten und Trends, 8. Ausgabe, 2012
  • Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung 03.02.2012
  • http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-045OL_l_S3__Brustkrebs_Mammakarzinom_Diagnostik_Therapie_Nachsorge_2012-07.pdf Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2014
  • Statistisches Bundesamt, Statistisches Jahrbuch 2014
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