Therapie bei Bluthochdruck (Hypertonie): Medikamente

Reicht eine Änderung des Lebensstils – Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme, Salzreduktion, Bewegung – nicht aus, den Blutdruck dauerhaft zu normalisieren, dann kommen Medikamente zum Einsatz. Bei den meisten Bluthochdruckpatienten steht die nichtmedikamentöse Therapie aber an erster Stelle. Nur bei mittelschwerem bis schwerem Bluthochdruck verordnet der Arzt sofort Medikamente.

Prinzipiell gilt: Entscheidend für die Therapie ist das individuelle Risiko des Patienten. Das bedeutet, dass Vorerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall wie auch bereits eingetretene Organschäden in den Therapieplan mit einfließen.

Ziel-Blutdruck

Über den angestrebten "Ideal-Blutdruck" gehen die Expertenmeinungen auseinander. Fest steht, dass das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko am deutlichsten sinken, wenn der Blutdruck auf Werte zwischen 120/80 bis 140/90 mmHg eingestellt wird. Niedrige Blutdruckwerte sind vor allem für jüngere Hypertoniker und Patienten mit Diabetes erstrebenswert. Bei älteren Menschen muss darauf geachtet werden, dass die Blutdrucksenkung nicht zu schnell erfolgt. Sie muss im Verlauf von Monaten erreicht werden, damit der Organismus sich an die veränderten Verhältnisse nach und nach anpassen kann.

Verlässliche Blutdrucksenkung mit bewährten Medikamenten

Folgende Substanzen kommen in der Blutdruckbehandlung hauptsächlich zum Einsatz:

Verschiedene medikamentöse Behandlungsstrategien sind damit möglich:

  • Monotherapie: Beginn mit einem Medikament, das bei ungenügender Wirkung gegen ein anderes ausgetauscht werden kann
  • Stufentherapie: Therapie mit zunächst einem Medikament, bei unzureichender Wirkung wird ein zweites dazugegeben
  • Kombinationstherapie: Von Beginn an wird eine Kombination verordnet (zum Beispiel Betablocker plus Diuretikum)

Als Medikamente der zweiten Reihe sind folgende Substanzen gebräuchlich:

Nach neuesten Erkenntnissen können Diuretika und Betablocker das Diabetesrisiko steigern. Patienten mit einer Zuckererkrankung oder mit einer gestörten Glucosetoleranz sollten deshalb vorrangig mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-Antagonisten behandelt werden. Von einigen Alpha-I-Blockern ist wiederum bekannt, dass sie den Fettstoffwechsel durch Senkung des Cholesterinspiegels und Erhöhung des HDL-Spiegels verbessern. Sie sind deshalb besonders für Hypertoniker mit Fettstoffwechselstörungen geeignet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.05.2012
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
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