Therapie bei Bluthochdruck (Hypertonie): Medikamente

Reicht eine Änderung des Lebensstils – Ernährungsumstellung, Gewichtsabnahme, Salzreduktion, Bewegung – nicht aus, den Blutdruck dauerhaft zu normalisieren, dann kommen Medikamente zum Einsatz. Bei den meisten Bluthochdruckpatienten steht die nichtmedikamentöse Therapie aber an erster Stelle. Nur bei mittelschwerem bis schwerem Bluthochdruck verordnet der Arzt sofort Medikamente.

Prinzipiell gilt: Entscheidend für die Therapie ist das individuelle Risiko des Patienten. Das bedeutet, dass Vorerkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall wie auch bereits eingetretene Organschäden in den Therapieplan mit einfließen.

Ziel-Blutdruck

In den neuen Leitlinien der Europäischen Fachgesellschaften für Hypertonie und Kardiologie von 2013 wird ein für alle Patienten gleicher Blutdruck-Zielwert empfohlen: unter 140/90 mmHg. Nur Diabetiker sollten einen diastolischen Wert von 85 mmHg nicht überschreiten.

Bei älteren Menschen muss darauf geachtet werden, dass die Blutdrucksenkung nicht zu schnell erfolgt. Sie muss im Verlauf von Monaten erreicht werden, damit der Organismus sich an die veränderten Verhältnisse nach und nach anpassen kann. Hier werden individuell auch höhere Werte als akzeptabel empfunden.

Verlässliche Blutdrucksenkung mit bewährten Medikamenten

Folgende Substanzen kommen in der Blutdruckbehandlung hauptsächlich zum Einsatz:

Verschiedene medikamentöse Behandlungsstrategien sind damit möglich:

  • Monotherapie: Beginn mit einem Medikament, das bei ungenügender Wirkung gegen ein anderes ausgetauscht werden kann
  • Stufentherapie: Therapie mit zunächst einem Medikament, bei unzureichender Wirkung wird ein zweites dazugegeben
  • Kombinationstherapie: Von Beginn an wird eine Kombination verordnet (zum Beispiel Betablocker plus Diuretikum)

Als Medikamente der zweiten Reihe sind folgende Substanzen gebräuchlich:

Nach neuesten Erkenntnissen können Diuretika und Betablocker das Diabetesrisiko steigern. Patienten mit einer Zuckererkrankung oder mit einer gestörten Glucosetoleranz sollten deshalb vorrangig mit ACE-Hemmern oder Angiotensin-Antagonisten behandelt werden. Von einigen Alpha-I-Blockern ist wiederum bekannt, dass sie den Fettstoffwechsel durch Senkung des Cholesterinspiegels und Erhöhung des HDL-Spiegels verbessern. Sie sind deshalb besonders für Hypertoniker mit Fettstoffwechselstörungen geeignet.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.05.2015
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)