Therapie bei Bluthochdruck: Gesunde Ernährung senkt den Blutdruck

Die Ernährungsumstellung ist ein wichtiger Teil der Therapie bei Bluthochdruck. Eine gesunde Ernährung kann den Blutdruck effektiv senken – und sorgt gleichzeitig für ein besseres Körpergefühl.

Allerdings fällt eine radikale Umstellung ihrer Ernährung vielen Betroffenen schwer. Eine professionelle Ernährungsberatung kann dann hilfreich sein. Dort erfährt man nicht nur Wissenswertes über eine gesunde, ausgewogene Ernährung, sondern erhält auch wertvolle Tipps, wie diese sich gut in den Alltag integrieren lässt.

Gesunde Ernährung bei Bluthochdruck: mediterrane Kost hilft

Eine abwechslungsreiche Ernährung nach den Prinzipien der mediterranen Kost ist der Grundpfeiler jeder Therapie bei Bluthochdruck. Pflanzliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Salat bilden die Basis dieses Ernährungskonzeptes. Das bedeutet nicht, dass tierische Lebensmittel komplett vom Speiseplan gestrichen werden müssen. Wenn Sie beispielsweise einmal pro Woche hochwertiges Fleisch essen anstatt täglich Wurst, wirkt sich das bereits sehr positiv auf Ihre Gesundheit aus. Tierische Fette sollten grundsätzlich reduziert werden. Stattdessen kommen Fisch, Hülsenfrüchte und Vollkornbrot auf den Tisch. Diese Ernährungsweise hilft zusätzlich, übermäßiges Körpergewicht abzubauen.

Bei Bluthochdruck mit Salz sparen

Seien Sie sparsam mit Salz. Der Grund: Das im Kochsalz enthaltene Natrium bindet Wasser. Wird viel Natrium aufgenommen, erhöht sich der Blutdruck. Menschen mit Bluthochdruck sollten daher täglich nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz zu sich nehmen. Schafft man es, die Salzaufnahme auf vier bis sechs Gramm täglich zu reduzieren, kann dadurch eine Blutdrucksenkung von 10 bis 15 mmHg erreicht werden. Wer nur noch drei Gramm Salz täglich zu sich nimmt, kann seinen Blutdruck weiter senken. Allerdings: Nicht bei allen Betroffene mit Bluthochdruck hilft es, Salz in der Nahrung zu reduzieren. Nur etwa jeder zweite Hypertoniker wird vom „Salzmangel" profitieren. Gesund ist die salzarme Ernährung aber auf jeden Fall.

Problematisch dabei ist, dass vielen Lebensmitteln Salz zugesetzt ist, beispielsweise Käse, Fleisch, Ketschup, Fertiggerichten und Konserven. Das macht es schwer, einen Überblick über die eigene Salzaufnahme zu bekommen, denn nur ein geringer Teil ist das Salz aus dem Salzstreuer. Dennoch sollte die erste Maßnahme sein, auf das Nachsalzen von Speisen zu verzichten und eher mit Kräutern zu würzen.

Kaliumhaltige Lebensmittel als Teil der blutdruckschonenden Ernährung

Kalium agiert als Gegenspieler zum Natrium. Nimmt man genügend Kalium zu sich, wird vermehrt Natrium über den Urin ausgeschieden – der Blutdruck erhöht sich nicht zu stark. Daher sollte Kalium in einer blutdruckschonenden Ernährung nicht fehlen. Kalium ist beispielsweise in Spinat, Kartoffeln, Bananen und Avocados enthalten.

Stress bei den Mahlzeiten ist tabu

Die mediterrane Kost basiert auf der traditionellen Ernährung der südlichen Völker und Kulturen. Wichtig ist dort nicht nur, was gegessen wird, sondern auch wie. Das bedeutet: Man sollte sich für das Essen Zeit nehmen, um es wirklich zu genießen – am besten in Gesellschaft von Familie und Freunden. Das muss nicht immer in ein großes Festessen sein: Auch ein kleines, entspanntes Abendessen im Kreis der Familie kann den Genuss am Essen fördern.

Kaffee und Alkohol bei Bluthochdruck? In Maßen erlaubt.

Kaffee ist bei Bluthochdruck erlaubt: Er kann sogar Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) –  einer gefürchteten Folgekrankheit von Bluthochdruck – vorbeugen. Bis zu zwei Tassen Kaffee pro Tag können Menschen mit Bluthochdruck daher bedenkenlos trinken. Bei Alkohol hingegen gilt: Menschen mit Bluthochdruck sollten am besten ganz darauf verzichten. Ist das nicht möglich, gilt es maßzuhalten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.07.2018
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2017, Selbstverlag Köln
  • Miamed Amboss: Fachwissen für Mediziner: arterielle Hypertonie
  • Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie
  • Assmann Stiftung für Prävention: Ernährung und Blutdruck, URL: www.assmann-stiftung.de/ernaehrung/ernaehrung-blutdruck (abgerufen am 02.01.2018)
  • Pharmazeutische Zeitung Online: Hypertonie: Richtige Ernährung nimmt den Druck, URL: www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=30402 (abgerufen am 03.01.2018)
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