Therapie bei Bluthochdruck: Kaffee, Alkohol- und Rauchstopp

Übermäßiger Genuss von Alkohol und Rauchen sind zwei wesentliche Risikofaktoren für Bluthochdruck. Deshalb gilt: Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte das Rauchen aufgeben und den Genuss von Alkohol auf ein Mindestmaß reduzieren. Kaffee hingegen ist in Maßen erlaubt.

Jeder Zug an einer Zigarette erhöht den Blutdruck

Beim Thema Rauchen gibt es für Hypertoniker eine klare Regel: Ein sofortiger Nikotinverzicht ist nötig, um Ihre Gesundheit zu erhalten, wiederherzustellen und Sie vor weiteren Schäden zu bewahren. Bereits ein Zug an der Zigarette sorgt dafür, dass sich die Herzfrequenz für einige Minuten erhöht und die Gefäße sich verengen. Die Folge: Der Blutdruck steigt. 

Zudem beeinflusst Rauchen die Blutfettwerte. Die Konsequenz: An den Gefäßwänden bilden sich Ablagerungen und die Gefäße altern schneller. Eine Arteriosklerose – der wichtigste Risikofaktor für viele Folgeerkrankungen, beispielsweise Schlaganfall – kann entstehen. Rauchen in Kombination mit Bluthochdruck potenziert also das Risiko, eine Arteriosklerose und entsprechende Folgeschäden zu entwickeln.

Aber: Vielen Rauchern fällt es schwer, den Griff zur Zigarette zu unterlassen. Ein Umstieg auf Nikotinpflaster oder andere Nikotinersatzprodukte kann den Übergang erleichtern. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, wenn Sie mit dem Rauchen aufhören möchten. Die besten Erfolge versprechen sogenannte Entwöhnungskurse, die von den meisten Krankenkassen übernommen werden.

Möglichst wenig Alkohol bei Bluthochdruck

Alkohol verengt die Gefäße und steigert die Herzfrequenz – der Blutdruck steigt. Dafür genügen bereits geringe Mengen. Dazu kommt: Alkohol ist sehr kalorienreich. Je mehr Alkohol man trinkt, desto mehr steigt auch das Risiko für einen Schlaganfall, Herzinfarkt und andere mit Alkohol assoziierte Erkrankungen. Da Menschen mit Bluthochdruck ohnehin ein erhöhtes Schlaganfallrisiko haben, sollte Alkohol so weit wie möglich vermieden werden.

Bei arterieller Hypertonie gilt deshalb: am besten ganz auf Alkohol verzichten. Das fällt aber vielen Menschen schwer. Dann ist es wichtig, in jedem Fall maßzuhalten. Folgende Tipps können Ihnen dabei helfen:
  • Trinken Sie nicht täglich Alkohol.
  • Machen Sie sich bewusst, aus welchen Gründen und wann Sie Alkohol trinken.
  • Entdecken Sie alkoholfreie Alternativen für sich und bevorzugen Sie zu besonderen Anlässen alkoholärmere Getränke wie Bier, Wein oder Sekt.
Frauen sollten nicht mehr als zehn Gramm Alkohol täglich trinken. Das entspricht einem kleinen Glas Wein (125 Milliliter) oder einer kleinen Flasche Bier (330 Milliliter). Die Höchstgrenze für Männer beträgt 20 Gramm, also ein Glas Wein (250 Milliliter) oder eine Flasche Bier (0,5 Liter).

Die Weltgesundheitsorganisation betont allerdings, dass es kein gänzlich unbedenkliches Maß an Alkohol gibt. Ein geringes Restrisiko gibt es auch bei niedrigem und moderatem Konsum.

Kaffee in Maßen ist bei Bluthochdruck erlaubt

Nach dem Genuss von koffeinhaltigem Kaffee oder Tee erhöht sich der Blutdruck für etwa eine halbe Stunde. Aber: Trinkt man regelmäßig Koffein, tritt ein Gewöhnungseffekt ein. Das bedeutet, dass diese kurzfristige Blutdruckerhöhung dann geringer ausfällt. Trinkt man nur sehr selten Kaffee, kann der Blutdruck allerdings hoch schnellen. In diesem Fall sollten Betroffene mit arterieller Hypertonie vorsichtig sein und darauf achten, wie es ihnen nach dem Kaffeekonsum gesundheitlich geht. Auch regelmäßige Blutdruckmessungen können helfen, das einzuschätzen.

Neuere Erkenntnisse zeigen, dass Kaffee bei einigen Menschen in der Lage ist, für einen niedrigeren Blutdruck zu sorgen. Bei diesen Menschen ist ein bestimmtes Enzym, das beim Abbau von Koffein hilft, genetisch so codiert, dass es besonders aktiv ist. Zwar steigt bei diesen Menschen der Blutdruck auch kurzfristig nach dem Konsum an, im Durchschnitt liegt er aber unter dem von Vergleichspersonen, bei denen das Enzym nicht so aktiv ist. Auch wird spekuliert, ob Kaffee in der Lage sei, Arteriosklerose (Gefäßverkalkung) vorzubeugen, da er viele Antioxidanzien enthält. Diese schützen die Gefäße. Noch konnte das allerdings nicht klar bewiesen werden.

Daher können die Empfehlungen zum Kaffeekonsum von Betroffenem zu Betroffenem variieren. Wenn Sie sich unsicher sind, sprechen Sie mit ihrem Arzt. Generell gilt: Verzichten Sie auf den Zucker im Kaffee.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.07.2018
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2017, Selbstverlag Köln
  • Miamed Amboss: Fachwissen für Mediziner: arterielle Hypertonie
  • Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie
  • Kazim Husain, Rais A Ansari, Leon Derder. (2014) Alcohol-induced hypertension: Mechanism and prevention. World J Cardiol. 6(5):245-252. (abgerufen am 04.01.2018)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung