Bluthochdruck (Hypertonie): Therapie

Eine gesunde Lebensweise ist entscheidend für jede Therapie von Bluthochdruck. Auch Folgeschäden lassen sich durch eine Umstellung der Ernährung, Alkoholreduktion, Rauchstopp, körperliches Training, Stärkung des Kreislaufs, Stressabbau sowie Entspannung verhindern oder verzögern. Medikamente sind erst dann nötig, wenn dadurch der Blutdruck nicht ausreichend sinkt und ein optimaler Wert nicht dauerhaft erreicht wird.

Das Therapieziel

Ziel jeder Bluthochdrucktherapie ist es, den Blutdruck dauerhaft unter einen Wert von 140/90 mmHg zu senken. Bei Schwangeren, Kindern und Jugendlichen gelten – je nach Alter – andere Werte. Bei Menschen über 80 Jahren sollten die Blutdruckwerte unter 150/90 mmHg liegen. Bei einer sekundären Hypertonie normalisieren sich erhöhte Werte oft durch erfolgreiche Therapie der zugrundeliegenden Ursache.

Durch eine Senkung des Bluthochdrucks auf Werte um 120/80 mmHg lassen sich die Risiken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen am deutlichsten minimieren. Allerdings müssen dafür in vielen Fällen mehr Nebenwirkungen in Kauf genommen werden. Ob der Blutdruck so weit gesenkt werden soll, ist daher immer eine individuelle Entscheidung, die der Arzt mit dem Betroffenen besprechen wird.

Bluthochdruck wirksam behandeln: Ihre Mitarbeit ist wichtig

In vielen Fällen kann ein erhöhter Blutdruck ganz ohne Medikamente therapiert werden. Zur Therapie von Bluthochdruck ohne Medikamente gehören:
Allerdings gibt es Betroffene, die es – aus unterschiedlichen Gründen – nicht schaffen, ihren Lebensstil so zu ändern, dass sich ihre Blutdruckwerte verbessern. Auch kann es vorkommen, dass sich die Werte durch einen gesunden Lebensstil zwar bessern, aber dennoch nicht unter 140/90 mmHg liegen. In diesem Fall muss eine medikamentöse Behandlung erwogen werden.

Zur Bluthochdrucktherapie stehen eine Vielzahl an Medikamenten zur Verfügung

Zur Therapie der arteriellen Hypertonie gibt es eine nahezu unüberschaubare Bandbreite an Medikamenten, die teilweise auch miteinander kombiniert werden können. Der behandelnde Arzt wird das für Sie passende Präparat auswählen. Dazu ist es wichtig, dass er über bestehende Begleiterkrankungen und Vorerkrankungen Bescheid weiß, um Wirkungen und Nebenwirkungen richtig gegeneinander abwägen zu können. Notieren Sie vor dem Arztbesuch neu aufgetretene Beschwerden, die möglicherweise mit der Tabletteneinnahme in Verbindung stehen. Gerade in der ersten Zeit ist es wichtig zu schauen, ob die Medikamente anschlagen und den Blutdruck so nebenwirkungsarm wie möglich senken.
Wichtig
Bei der Therapie des Bluthochdrucks sollten Sie sich keinesfalls ausschließlich auf die Medikamente verlassen. Nur in Kombination mit einem gesunden Lebensstil schaffen es die Tabletten, den Blutdruck effektiv zu senken und Folgeschäden vorzubeugen.
Einige Bluthochdruckpatienten nehmen die Tabletteneinnahme nicht ernst, weil sie keine Beschwerden haben. Der tägliche Griff zur Tablette erscheint schnell als ein überflüssiges Übel. In diesem Fall ist es wichtig, offen mit dem behandelnden Arzt darüber zu sprechen. Er kann noch einmal genau erklären, welche Risiken bei zu hohem Blutdruck bestehen. Eventuell lässt sich auch eine Mehrfachkombination von unterschiedlichen Blutdruckmedikamenten so umstellen, dass nicht mehr so viele Tabletten eingenommen werden müssen.
Aber Vorsicht: Treffen Sie solche Entscheidungen nie auf eigene Faust. Auch sollten Sie Medikamente niemals schlagartig eigenmächtig absetzen. Das kann das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko um ein Vielfaches erhöhen. Auch wenn man die Belastungen nicht spürt, denen das Herz, der Kreislauf und die Organe durch den hohen Blutdruck ausgesetzt sind – über kurz oder lang führen sie zu irreparablen Schäden, wenn sie nicht behandelt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.07.2018
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2017, Selbstverlag Köln
  • Miamed Amboss: Fachwissen für Mediziner: arterielle Hypertonie
  • Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie
  • AWMF: Leitlinie: Arterielle Hypertonie im Kinder- und Jugendalter Stand 2013, URL: www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/023-040l_S2k_Arterielle_Hypertonie_Kinder_Jugendliche_2014-06.pdf (abgerufen am 02.01.2018)
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