Bei Bluthochdruck (Hypertonie): Salz meiden

Patienten mit Bluthochdruck (Hypertonie) müssen nicht komplett auf Salz verzichten, sollten jedoch nicht mehr als vier bis sechs Gramm Salz täglich aufnehmen: Denn Salz bindet zu viel Flüssigkeit und erhöht den Druck in den Blutgefäßen. Dies ist gefährlich, weil so das Herz stark belastet wird. Wer wenig Salz isst, senkt dagegen den Blutdruck und sorgt außerdem für eine bessere Wirkung der Blutdruckmedikamente.

Würzen: mehr Kräuter, weniger Salz

Es lohnt sich also, mit dem Salz auf Ei, Tomate und Gurke zu geizen. Verzichten Sie auch auf das grundsätzliche Nachsalzen von Speisen – dies geschieht ohnehin oft nur aus Gewohnheit. Doch reduzieren Sie das Salz nicht abrupt: Lassen Sie sich Zeit, Ihre Geschmacksknospen gewöhnen sich nur allmählich an salzarme Kost. Statt Salz verwenden Sie zum Würzen lieber Kräuter, Gewürze, Knoblauch und Zwiebeln: Diese Zutaten verleihen dem Essen meistens viel mehr Geschmack als Salz.

Vorsicht: Fertiggerichte und Konserven

Das Wichtigste ist, stark verarbeitete Lebensmittel zu meiden. Allein dadurch können Sie große Mengen Salz einsparen. Denn Fertiggerichte – wie Tiefkühl-Pizza und -Aufläufe, Tütensuppen und 5-Minuten-Terrinen – sowie Konserven, Wurst und oft sogar Cornflakes und Müsli-Mischungen enthalten extrem viel Salz. Zurückhaltung ist außerdem angebracht bei folgenden Lebensmitteln:
  • Pökelfleisch, Schinken, Speck
  • Räucherfisch, marinierter Fisch, eingelegte Sardinen, Sprotten
  • Salzhering, Bismarckhering, Matjes
  • Brühwürste
  • Käse
  • fertige Knödel
  • Fleisch- und Gemüsebrühe
  • Salznüsse und -mandeln
  • Laugenbrezel, Salzstangen
  • Chips, Käsegebäck
  • Soleier, Rührei mit Schinken
  • Lakritz
  • Mixed Pickels
  • Tomatenketchup, Senf
  • Würzsoße („Maggi“)
  • Schmalz
  • Erdnusscreme, Erdnussbutter
  • eingelegte Oliven
  • Tomatensaft, Gemüsesaft
  • Mayonnaise
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.05.2015
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charit - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: H. Koula-Jenik, M. Kraft, Ralf-Joachim Schulz (Hrsg.): Leitfaden Ernährungsmedizin, Urban
  • Interview mit Dr. Ralf Joachim Schulz, Oberarzt am EGZB, mit Maja Döring, leitende Diätassistentin Charit Campus Virchow-Klinikum
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)