Bei Bluthochdruck gilt: Salz meiden

Menschen mit Bluthochdruck (arterieller Hypertonie) müssen nicht komplett auf Salz verzichten. Allerdings nehmen wir täglich wesentlich mehr Salz zu uns, als uns bewusst ist. Tipps, wie Sie Ihren Salzkonsum reduzieren können.

Salz ist in mehr Lebensmitteln versteckt, als wir denken: Fertiggerichte, Wurstwaren und Käse enthalten große Mengen an Kochsalz. Bluthochdruckpatienten wird empfohlen, täglich nicht mehr als drei bis sechs Gramm Salz aufzunehmen. Denn Salz bindet zu viel Flüssigkeit und erhöht den Druck in den Blutgefäßen. Das ist gefährlich, weil so das Herz stark belastet wird. Wer wenig Salz isst, senkt dagegen den Blutdruck und sorgt außerdem für eine bessere Wirkung der Blutdruckmedikamente.

Ungefähr die Hälfte aller Menschen sind natriumsensitiv. Sie reagieren stärker auf eine übermäßige Aufnahme von Salz. Von einer salzärmeren Kost profieren aber auch nichtnatriumsensitive Menschen – vor allem dann, wenn Fertiggerichte durch frische Zutaten und naturbelassene Lebensmittel ersetzt werden.

Würzen: mehr Kräuter, weniger Salz

Es lohnt sich also, mit dem Salz auf Ei, Tomate und Gurke zu geizen. Verzichten Sie darauf, Ihr Essen grundsätzlich nachzusalzen – das geschieht ohnehin oft nur aus Gewohnheit. Aber: Reduzieren Sie das Salz nicht abrupt. Lassen Sie sich Zeit. Ihre Geschmacksknospen gewöhnen sich nur allmählich an die salzarme Kost. Statt Salz können Sie zum Würzen Kräuter, Gewürze, Knoblauch und Zwiebeln verwenden: Diese Zutaten verleihen dem Essen ohnehin viel mehr Geschmack als Salz.

Vorsicht: Fertiggerichte und Konserven

Allein dadurch, dass Sie stark verarbeitete Lebensmittel meiden, können Sie große Mengen Salz einsparen. Viel besser geeignet sind frische und naturbelassene Lebensmittel – sie enthalten kein oder kaum Salz. In Fertiggerichten – wie Tiefkühl-Pizza und -Aufläufen, Tütensuppen und 5-Minuten-Terrinen – sowie Konserven, Wurst und oft sogar Cornflakes und Müsli-Mischungen ist extrem viel Salz. Zurückhaltung ist außerdem bei folgenden Lebensmitteln angebracht:
  • Pökelfleisch, Schinken, Speck
  • Räucherfisch, marinierter Fisch, eingelegte Sardinen, Sprotten
  • Salzhering, Bismarckhering, Matjes
  • Brühwürste
  • Käse
  • fertige Knödel
  • Fleisch- und Gemüsebrühe
  • Salznüsse und -mandeln
  • Laugenbrezel, Salzstangen
  • Chips, Käsegebäck
  • Soleier, Rührei mit Schinken
  • Lakritz
  • Mixed Pickels („Gemischtes Eingelegtes“)
  • Tomatenketchup, Senf
  • Würzsoße („Maggi“)
  • Schmalz
  • Erdnusscreme, Erdnussbutter
  • eingelegte Oliven
  • Tomatensaft, Gemüsesaft
  • Mayonnaise
Kalium – der Gegenspieler zum Natrium
Kalium, das man über die Nahrung zu sich nimmt, bewirkt, dass vermehrt Natrium über den Urin ausgeschieden wird. Dadurch erhöht sich der Blutdruck nicht so stark. Kalium ist beispielsweise in Spinat, Kartoffeln, Bananen und Avocados enthalten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 26.08.2019
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charit - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: H. Koula-Jenik, M. Kraft, Ralf-Joachim Schulz (Hrsg.): Leitfaden Ernährungsmedizin, Urban
  • Interview mit Dr. Ralf Joachim Schulz, Oberarzt am EGZB, mit Maja Döring, leitende Diätassistentin Charit Campus Virchow-Klinikum
  • Gerd Herold: Innere Medizin, Selbstverlag Köln
  • Miamed Amboss: Fachwissen für Mediziner: arterielle Hypertonie
  • Assmann Stiftung für Prävention: Ernährung und Blutdruck, URL: www.assmann-stiftung.de/ernaehrung/ernaehrung-blutdruck (abgerufen am 10.01.2018)
  • Pharmazeutische Zeitung Online: Hypertonie: Richtige Ernährung nimmt den Druck, URL: www.pharmazeutische-zeitung.de/?id=30402 (abgerufen am 10.01.2018)
  • Martin O_Donnell, Andrew Mente, Sumathy Rangarajan et al. Urinary Sodium and Potassium Excretion, Mortality, and Cardiovascular Events. N Engl J Med. 371:612-623. (abgerufen am 10.01.2018)
  • Dariush Mozaffarian, Saman Fahimi, Gitanjali M Singh et al. Global Sodium Consumption and Death from Cardiovascular Causes. N Engl J Med. 371:624-634. (abgerufen am 10.01.2018)
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