Bluthochdruck (Hypertonie): Professionelle Ernährungsberatung

Essen Sie viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und zweimal pro Woche Fisch. Nehmen Sie vorwiegend pflanzliche Fette, genießen Sie Milchprodukte nur in Maßen und sparen Sie beim Salz! Jeder Mensch mit Bluthochdruck (Hypertonie) kennt diese Tipps. In der Theorie sieht das aber viel einfacher aus als in der Praxis – vor allem im stressigen Alltag. Dann kann eine professionelle Ernährungsberatung helfen.

Ernährungsberatung: Oft übernehmen die Kassen die Kosten

Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann bei der Umstellung der Essgewohnheiten helfen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach: Es ist möglich, dass sie in Ihrem Fall die Kosten übernimmt oder zumindest einen Teil dazu beisteuert. Meistens ist dafür lediglich eine Bescheinigung des behandelnden Arztes notwendig.

In einer professionellen Ernährungsberatung erfährt man nicht nur Wissenswertes über eine gesunde, ausgewogene Ernährung, sondern erhält auch wertvolle Tipps, wie diese sich in den Alltag integrieren lässt. Der Ernährungsberater analysiert Ihre Ernährungsgewohnheiten und fragt Sie nach Ihren Vorlieben. Anschließend erarbeitet er einen Ernährungsplan, der Ihre persönlichen Neigungen berücksichtigt.

Kompletter Verzicht ist selten notwendig

Nur selten werden Sie Ihre Lieblingsspeise voll und ganz von Ihrem Speiseplan streichen müssen. Wenn Sie zum Beispiel auf Ihre tägliche Schokolade nicht verzichten möchten, wird der Ernährungsberater Ihnen möglicherweise vorschlagen, dafür das Marmeladenbrötchen am Morgen durch eine Scheibe Vollkornbrot mit Quark oder Haferflocken mit Apfel zu ersetzen. Außerdem gilt: Es gibt ein richtiges Maß für alle Dinge. Wenn Sie keine drei Schokoladentafeln auf einmal essen, sondern sich nur einige Stücke pro Tag gönnen, werden Sie lernen, diese ganz bewusst zu genießen.

Verbote gibt es bei der Ernährung nicht. Vielmehr geht es bei der Ernährungsberatung darum, den richtigen Umgang mit persönlichen Neigungen zu vermitteln. Wichtig ist, dass der Ratsuchende motiviert wird, den neuen Ernährungsplan umzusetzen: Das kann nur gelingen, wenn die empfohlenen Gerichte, Lebensmittel und Speisen für ihn persönlich ansprechend sind. Alltagstauglichkeit ist das A und O. Nur so kann die Beratung langfristig fruchten.

Auf die Qualifikation des Ernährungsberaters achten

Allerdings gibt es inzwischen viele Ernährungsberater, die Ratsuchende mit unqualifizierten Ratschlägen und allgemeinen Aussagen bedienen. Der Grund: Die Berufsbezeichnung „Ernährungsberater“ ist nicht geschützt. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Ernährungsberater ein staatlich anerkannter Diätassistent ist. Idealerweise hat er eine Zusatzausbildung als medizinischer Ernährungsberater.

Auf der sicheren Seite sind Sie meist bei der Ernährungsberatung eines großen Krankenhauses oder einer Uniklinik. Sie können auch direkt bei der Krankenkasse nachfragen. Hier gibt es Listen mit anerkannten Ernährungsberatern, deren Leistungen zu einem großen Teil von der Kasse übernommen beziehungsweise bezuschusst werden. Wichtig für den Erfolg ist außerdem, dass Sie den Ernährungsberater sympathisch finden und sich ernst genommen fühlen. Scheuen Sie sich nicht, Fragen zu stellen oder sich eventuelle Unklarheiten noch einmal erklären zu lassen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.07.2018
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Gerd Herold: Innere Medizin 2017, Selbstverlag Köln
  • Miamed Amboss: Fachwissen für Mediziner: arterielle Hypertonie, URL: https://amboss.miamed.de/wissen/arterielle_hypertonie (abgerufen am 10.01.2018)
  • Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie, URL: www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf (abgerufen am 10.01.2018)
  • Techniker Krankenkasse: Ernährungsberatung, URL: https://www.tk.de/techniker/service/leistungen-und-mitgliedschaft/leistungen/wenn-sie-chronisch-krank-sind/schulung-chronisch-kranker/ernaehrungsberatung-2002670 (abgerufen am 10.01.2018)
  • H. Koula-Jenik, M. Kraft, Ralf-Joachim Schulz (Hrsg.): Leitfaden Ernährungsmedizin, Urban
  • Interview mit Dr. Ralf Joachim Schulz, Oberarzt am EGZB, mit Maja Döring, leitende Diätassistentin Charité Campus Virchow-Klinikum
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)