Bluthochdruck (Hypertonie): Ernährungsberatung

Essen Sie viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukte und zweimal pro Woche Fisch, verzehren Sie vorwiegend pflanzliche Fette, genießen Sie Milchprodukte nur in Maßen, sparen Sie Salz: Jeder Mensch mit Bluthochdruck (Hypertonie) kennt diese Tipps, weiß, wie ratsam es wäre sie umzusetzen – und hat doch große Probleme, den Ratschlägen zu folgen.

Ernährungsberatung: Oft übernehmen die Kassen die Kosten

Eine qualifizierte Ernährungsberatung kann bei der Umstellung der Essgewohnheiten helfen. Fragen Sie bei Ihrer Krankenkasse nach: Es ist gut möglich, dass sie in Ihrem Fall die Kosten übernimmt. Der Ernährungsberater analysiert Ihre Ernährungsgewohnheiten und fragt Sie nach Ihren Vorlieben. Anschließend erarbeitet er einen Ernährungsplan, der Ihre persönlichen Neigungen berücksichtigt.

Moderne Beratung berücksichtigt Ihre Vorlieben

Wenn Sie zum Beispiel auf den täglichen Verzehr von Schokolade nicht verzichten möchten, wird der Ernährungsberater Ihnen möglicherweise vorschlagen, dafür das Marmeladenbrötchen am Morgen durch eine Scheibe Vollkornbrot mit Quark oder Haferflocken mit Apfel zu ersetzen. Verbote gibt es bei der Ernährung nicht. Vielmehr geht es bei der Ernährungsberatung darum, den richtigen Umgang mit persönlichen Neigungen zu vermitteln. Nur wenn dies gelingt, kann die Beratung langfristig fruchten.

Auf die Qualifikation achten

Allerdings gibt es inzwischen viele Ernährungsberater, die Ratsuchende mit unqualifizierten Ratschlägen bedienen. Schließlich ist die Berufsbezeichnung „Ernährungsberater“ nicht geschützt. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihr Ernährungsberater ein staatlich anerkannter Diätassistent ist und idealerweise eine Zusatzausbildung als medizinischer Ernährungsberater hat. Auf der sicheren Seite sind Sie meist bei der Ernährungsberatung eines großen Krankenhauses oder einer Uniklinik. Wichtig für den Erfolg ist außerdem, dass Sie den Ernährungsberater sympathisch finden und sich ernst genommen fühlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.05.2015
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: H. Koula-Jenik, M. Kraft, Ralf-Joachim Schulz (Hrsg.): Leitfaden Ernährungsmedizin, Urban
  • Interview mit Dr. Ralf Joachim Schulz, Oberarzt am EGZB, mit Maja Döring, leitende Diätassistentin Charité Campus Virchow-Klinikum
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)