Bluthochdruck (Hypertonie): Blutdruckmessung

Eine Blutdruckmessung zu Hause ist besonders dann sinnvoll, wenn bei Ihnen die Diagnose Bluthochdruck gerade erst gestellt wurde oder Sie auf ein neues Medikament eingestellt werden. Außerdem sind viele Menschen beim Arzt sehr aufgeregt und haben deshalb dort einen höheren Blutdruck als im Alltag.

Zur Messung zu Hause eignen sich alle von der Deutschen Hochdruckliga mit einem Prüfsiegel versehenen Messgeräte. Informieren Sie sich vor Anschaffung eines Gerätes bei Ihrer Krankenkasse, ob sie die Kosten übernimmt. Lassen Sie sich außerdem von Ihrem Arzt oder Apotheker genau in die Selbstmessung einweisen und üben Sie unter deren Aufsicht das Messen.

Die Blutdruckmanschette muss passen

Für die regelmäßige Blutdruckmessung eignen sich am besten der Morgen und der Abend. Messen Sie jeden Tag etwa zur gleichen Zeit, damit die Werte vergleichbar sind. Messen Sie morgens zwischen 6 Uhr und 9 Uhr und abends zwischen 18 Uhr und 21 Uhr – jeweils vor dem Essen und vor der Tabletteneinnahme. Wenn die Werte sich unter den Medikamenten stabilisiert haben, reichen seltenere Druckmessungen aus. Gemessen wird in der Regel am Oberarm, aber auch Geräte zur Messung am Handgelenk sind möglich. Für die Oberarmmessung sollten Sie auf eine ausreichend große Manschette achten. Wird bei einem starken Oberarm eine zu kleine Manschette gewählt, liegen die gemessenen Werte im Durchschnitt zu hoch.

Selbstmessung erleichtert Lebensstiländerung

Um selbst einen Überblick über Ihren Blutdruck zu bekommen und beim Arztbesuch die Werte gleich zur Hand zu haben, empfiehlt es sich, einen Blutdruckpass zu führen. Hier tragen Sie alle gemessenen Werte mit Datum und Uhrzeit ein. Auch die Medikamenteneinnahme und wichtige Ereignisse wie Ärger, Aufregung oder außergewöhnliche körperliche Belastung notieren Sie. So können Sie sich bald ein gutes Bild davon machen, wie Ihr Blutdruck sich in bestimmten Situationen verhält, und Ihren Lebensstil darauf abstimmen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.05.2015
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
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