Bluthochdruck (Hypertonie): Blutdruckmessung

Eine Blutdruckmessung zu Hause ist besonders dann sinnvoll, wenn bei Ihnen die Diagnose Bluthochdruck gerade erst gestellt wurde oder Sie ein neues Medikament zur Blutdrucksenkung einnehmen. Außerdem sind viele Menschen beim Arzt sehr aufgeregt und haben deshalb dort einen höheren Blutdruck als im Alltag.

Zur Messung zu Hause eignen sich alle von der Deutschen Hochdruckliga mit einem Prüfsiegel versehenen Messgeräte. Informieren Sie sich vor Anschaffung eines Gerätes bei Ihrer Krankenkasse, ob sie die Kosten teilweise oder sogar vollständig übernimmt. Lassen Sie sich außerdem von Ihrem Arzt oder Apotheker genau zeigen, wie Sie Ihren Blutdruck messen sollten und üben Sie das Messen unter deren Aufsicht.

Für die regelmäßige Blutdruckmessung eignen sich am besten der Morgen und der Abend. Morgens zwischen 6 Uhr und 9 Uhr und abends zwischen 18 Uhr und 21 Uhr sind ideale Zeiten – jeweils vor dem Essen und vor der Tabletteneinnahme. Starten Sie mit drei bis fünf Messungen für drei bis vier Tage, um sich mit Ihren Blutdruckwerten vertraut zu machen. Danach können Sie seltener messen. Besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt, wie häufig Blutdruckmessungen in Ihrem Fall sinnvoll sind.

Wenn sie Medikamente gegen Bluthochdruck einnehmen und sich die Werte stabilisiert haben, müssen die meisten Betroffenen nicht mehr so häufig messen. Besprechen Sie auch in diesem Fall mit Ihrem Arzt, wie häufig Sie Ihren Blutdruck kontrollieren sollten.

Die Blutdruckmanschette muss passen

Gemessen wird in der Regel am Oberarm. Es gibt auch Geräte zur Messung am Handgelenk. Diese können allerdings etwas ungenauer sein – die gemessenen Werte können bei manchen Menschen nicht mit denen der Oberarmmessung übereinstimmen. Daher wird im Allgemeinen die Oberarmmessung empfohlen. Wichtig: Achten Sie auf eine ausreichend große Manschette. Wird bei einem starken Oberarm eine zu kleine Manschette gewählt, liegen die gemessenen Werte im Durchschnitt zu hoch.

Selbstmessung erleichtert Lebensstiländerung

Um selbst einen Überblick über Ihren Blutdruck zu bekommen und beim Arztbesuch die Werte gleich zur Hand zu haben, hilft es vielen Betroffenen, einen Blutdruckpass zu führen. Hier tragen Sie alle gemessenen Werte mit Datum und Uhrzeit ein. Auch die Medikamenteneinnahme und Ereignisse wie Ärger, Aufregung oder außergewöhnliche körperliche Belastung notieren Sie. So können Sie sich bald ein gutes Bild davon machen, wie Ihr Blutdruck sich in bestimmten Situationen verhält – und Ihren Lebensstil entsprechend anpassen. Ärgern Sie sich beispielsweise schnell und schnellt Ihr Blutdruck daraufhin in die Höhe? Dann können die richtigen Entspannungstechniken helfen. Sport beispielsweise wirkt ausgleichend bei zu viel Stress.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 19.07.2018
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2017, Selbstverlag Köln
  • Miamed Amboss: Fachwissen für Mediziner: arterielle Hypertonie.
  • Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie, URL: www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf (abgerufen am 31.12.2017)