Kaffee und Alkohol bei Bluthochdruck in Maßen erlaubt

Kaffee lässt den Blutdruck in die Höhe schnellen? Was lange als Gewissheit galt, stimmt so nicht. Menschen mit Bluthochdruck können bedenkenlos Kaffee trinken – solange es sich in Maßen hält. Beim Thema Alkohol hingegen gilt: besser ganz darauf verzichten – oder so wenig Alkohol wie möglich trinken.

Lange Zeit galt Kaffee bei Bluthochdruck (Hypertonie) als Tabu. Inzwischen hat sich in einer großen Studie der Harvard Public Health in Boston mit mehr als 150.000 Frauen gezeigt, dass Kaffee in Maßen den Blutdruck bei Frauen nicht erhöht.

Kaffee kann sogar der Gefäßverkalkung Arteriosklerose –  einer gefürchteten Folgekrankheit von Bluthochdruck – vorbeugen. Der Grund: Kaffee enthält viele Antioxidantien, die die Gefäße schützen. Bis zu zwei Tassen Kaffee pro Tag sind laut Experten erlaubt. Allerdings sollten diese am besten ohne Zucker und nur mit wenig Milch getrunken werden.

Möglichst wenig Alkohol

Menschen mit Bluthochdruck sollten am besten ganz auf Alkohol verzichten. Ist das nicht möglich, gilt es, unbedingt maßzuhalten: Frauen sollten nicht mehr als zehn Gramm Alkohol täglich trinken, sprich: nicht mehr als ein kleines Glas Wein (125 Milliliter) oder eine kleine Flasche Bier (330 Milliliter). Die Höchstgrenze für Männer liegt bei 20 Gramm. Das entspricht einem Glas Wein (250 Milliliter) oder einer Flasche Bier (0,5 Liter).

Hoher Alkoholkonsum erhöht das Schlaganfallrisiko

Von exzessivem Alkoholkonsum ist besonders Menschen mit Bluthochdruck dringend abzuraten: Er lässt ein ohnehin erhöhtes Schlaganfallrisiko weiter ansteigen und die blutdrucksenkenden Medikamente wirken schlechter.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 18.07.2018
  • Autor/in: Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charite - Universitätsmedizin Berlin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: H. Koula-Jenik, M. Kraft, Ralf-Joachim Schulz (Hrsg.): Leitfaden Ernährungsmedizin, Urban
  • Interview mit Dr. Ralf Joachim Schulz, Oberarzt am EGZB, mit Maja Döring, leitende Diätassistentin Charit Campus Virchow-Klinikum
  • Wolfgang C. Winkelmayer, MD, ScD; Meir J. Stampfer, MD, DrPH; Walter C. Willett, MD, DrPH; Gary C. Curhan, MD, ScD Habitual Caffeine Intake and the Risk of Hypertension in Women JAMA. 2005;294(18):2330-2335. doi: 10.1001/jama.294.18.233
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung: Prävention durch moderaten Alkoholkonsum? (https://www.dge.de/presse/pm/praevention-durch-moderaten-alkoholkonsum/)