Bluthochdruck (Hypertonie): Grenzwerte für den Blutdruck

Dass der Blutdruck im Verlauf des Tages schwankt, ist normal. Ist er jedoch dauerhaft erhöht, wirkt sich das negativ auf Blutgefäße und Organe aus. Die folgenden Grenzwerte definieren, wann der Blutdruck noch normal ist und ab welchen Werten der Arzt von Bluthochdruck spricht – und wie schwer dieser ist.

Diese Werte legt die European Society of Hypertension und die European Society of Cardiology fest. Die Werte definieren auch, ab wann eine Therapie notwendig und nützlich ist.

Grenzwerte für den Blutdruck: Zwei Werte werden gemessen

Beim gesunden Menschen beträgt der Blutdruck um die 120/80 mmHg. Der erste Wert wird als systolischer Druck bezeichnet. Er entspricht dem Druck, der entsteht, wenn sich das Herz zusammenzieht und das Blut in die Arterien pumpt. Der zweite Wert ist der diastolische Druck, der in der Erschlaffungs- beziehungsweise Entspannungsphase des Herzmuskels herrscht. Die Herzkammern erweitern sich, um neues Blut einströmen zu lassen. In dieser Phase ist der Blutdruck im Kreislauf am niedrigsten.
Bitte beachten Sie
Eine Blutdruckmessung ermittelt immer nur einen momentanen Wert. Dieser kann einigen Minuten später wieder anders ausfallen. Daher kann Bluthochdruck nie mit einer einzigen Messung festgestellt werden. Es ist notwendig, den Blutdruck über einen längeren Zeitraum wiederholt zu messen.

Die Grenzwerte für den Blutdruck:

Klassifikation der Blutdruckbereiche
Klassifikation systolisch
diastolisch
optimal
< 120
< 80


normal
< 130 < 85
hoch-normal 130 - 139 85 - 89
Hypertonie Grad I
140 - 159
90 - 99
Hypertonie Grad II 160 - 179 100 - 109
Hypertonie Grad III > 180 > 110
isolierte systolische Hypertonie > 140 < 90
Hypertensive Krise > 180 > 120
Hypertensiver Notfall > 230

> 120
Maligne Hypertonie > 120
Fallen der systolische und der diastolische Wert in unterschiedliche Klassen der Einteilung, gilt die höhere Klasse. Ein Beispiel: Hat ein Betroffener stets Werte um 135/95 mmHg, gilt der gemessene Wert für den systolischen Blutdruck noch als hoch-normal. Der diastolische Druck ist jedoch bereits erhöht und fällt in den Bereich einer Hypertonie ersten Grades. Der Betroffene hat also – trotz niedrigerem systolischen Wert – eine Hypertonie ersten Grades.

Zusätzliche Bluthochdruck-Klassifikation der WHO

Zusätzlich zu diesen Grenzwerten unterteilt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Bluthochdruck zusätzlich in drei Schweregrade. Diese beziehen sich darauf, ob der zu hohe Druck Folgeschäden im Körper verursacht hat.
  • Grad I: Bluthochdruck ohne Schäden an den Organen
  • Grad II: Bluthochdruck mit milden Schäden an den Organen (beispielsweise Arteriosklerose in den großen Gefäßen)
  • Grad III: Bluthochdruck mit schweren Organschäden und kardiovaskulären Folgeerkrankungen (beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall oder Angina pectoris)
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.07.2018
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2017, Selbstverlag Köln
  • Miamed Amboss: Fachwissen für Mediziner: arterielle Hypertonie
  • Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung