Bluthochdruck (Hypertonie): eine Zivilisationskrankheit

Bluthochdruck (auch Hypertonie oder Hypertonus) ist eine der häufigsten Erkrankungen in Industrieländern. Allein in Deutschland leidet schätzungsweise ein Fünftel der Bevölkerung unter einer arteriellen Hypertonie. Dabei spricht man von Bluthochdruck, wenn der Blutdruck bestimmte Grenzwerte überschreitet, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegt wurden.

Die Ursachen von Bluthochdruck

Bluthochdruck wird auch als Zivilisationskrankheit bezeichnet, weil viele seiner Ursachen im modernen Lebensstil liegen: Übergewicht, Stress, Alkohohl und vieles mehr begünstigen die Entstehung von Bluthochdruck. Aber auch die Gene spielen dabei eine Rolle. Nicht zuletzt sind bei Frauen auch die Hormone beteiligt. So entwickeln viele Frauen erst nach den Wechseljahren Bluthochdruck.

Die Anzeichen von Bluthochdruck werden oft erst spät erkannt

Die Krankheit hat allerdings eine entscheidende Tücke: Im Anfangsstadium macht sie oft keine Anzeichen. Oder die Symptome sind so indifferent, dass man nicht an Bluthochdruck denkt – etwa Schwindel und Ohrensausen. Oft bleibt Bluthochdruck deshalb so lange unbemerkt, bis im Körper bereits nicht wiedergutzumachende Schäden entstanden sind. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks beim Hausarzt reicht meist aus, um eine Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.

Die Diagnose von Bluthochdruck ist relativ einfach: Stellt der Arzt bei zwei Messungen zu hohe Werte fest, kann man davon ausgehen, dass Bluthochdruck vorliegt.

Die richtige Therapie verhindert gefährliche Folgekrankheiten

Bluthochdruck sollte so frühzeitig wie möglich behandelt werden. Denn an den Folgen von zu hohem Blutdruck wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und Schlaganfall sterben hierzulande jährlich rund 400.000 Menschen.

Für die Therapie stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Oft werden sie kombiniert. Zuerst versucht man, durch eine Änderung des Lebensstils den Blutdruck zu senken. Dazu gehören: Ernährungsumstellung, Bewegung, Alkohol- und Rauchstopp, Entspannung und Stressabbau. Erst wenn diese Maßnahmen nicht oder zu wenig greifen, verschreibt der Arzt Medikamente, die den Blutdruck senken.

Mit Bluthochdruck leben

Die Diagnose Bluthochdruck bedeutet meist, den gewohnten Lebensstil für immer zu ändern. Die Patienten lernen, den Blutdruck regelmäßig zu Haus zu kontrollieren und stellen ihre Ernährung um. Professionelle Ernährungberatung hilft dabei, den neuen Speiseplan so zu gestalten, dass der Genuss trotzdem nicht zu kurz kommt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 14.05.2012
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
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