Bluthochdruck (Hypertonie): eine Zivilisationskrankheit

Bluthochdruck (auch Hypertonie oder Hypertonus) ist eine der häufigsten Erkrankungen in Industrieländern. Allein in Deutschland leidet schätzungsweise ein Fünftel der Bevölkerung unter einer arteriellen Hypertonie. Dabei spricht man von Bluthochdruck, wenn der Blutdruck bestimmte Grenzwerte überschreitet, die von der Weltgesundheitsorganisation WHO festgelegt wurden.

Blutdruckmessgerät © Thinkstock

Die Ursachen von Bluthochdruck

Bluthochdruck wird auch als Zivilisationskrankheit bezeichnet, weil viele seiner Ursachen im modernen Lebensstil liegen: Übergewicht, Stress, Alkohol und vieles mehr begünstigen die Entstehung von Hypertonie. Aber auch die Gene spielen dabei eine Rolle. Nicht zuletzt sind bei Frauen auch die Hormone beteiligt. So entwickeln viele Frauen erst nach den Wechseljahren Bluthochdruck.

Die Symptome von Bluthochdruck werden oft erst spät erkannt

Die Krankheit hat allerdings eine entscheidende Tücke: Im Anfangsstadium macht sie oft keine Anzeichen. Oder die Symptome sind so indifferent, dass man nicht an Bluthochdruck denkt – etwa Schwindel und Ohrensausen. Oft bleibt Hypertonie deshalb so lange unbemerkt, bis im Körper bereits nicht wiedergutzumachende Schäden entstanden sind. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks beim Hausarzt reicht meist aus, um eine Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.

Die Diagnostik eines Bluthochdruck ist relativ einfach: Mehrere Messungen des Blutdrucks – sowohl in der Praxis als auch daheim – sowie einige Laborwerte bringen den Arzt auf die richtige Spur. Ultraschall- und auch Röntgenuntersuchungen, ein EKG und eine Gefäß- und Herzschalluntersuchung dienen dem Ausschluss von ursächlichen oder Folgeerkrankungen.

Die richtige Therapie verhindert gefährliche Folgekrankheiten

Bluthochdruck sollte so frühzeitig wie möglich behandelt werden. Denn an den Folgen von zu hohem Blutdruck wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und Schlaganfall sterben hierzulande jährlich rund 400.000 Menschen.

Für die Therapie stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Oft werden sie kombiniert. Zuerst versucht man, durch eine Änderung des Lebensstils den Blutdruck zu senken. Dazu gehören: Ernährungsumstellung, Bewegung, Alkohol- und Rauchstopp, Entspannung und Stressabbau. Erst wenn diese Maßnahmen nicht oder zu wenig greifen, verschreibt der Arzt Medikamente, die den Blutdruck senken.

Mit Bluthochdruck leben

Die Diagnose Bluthochdruck bedeutet meist, den gewohnten Lebensstil für immer zu ändern. Die Patienten lernen, den Blutdruck regelmäßig zu Hause zu kontrollieren und stellen ihre Ernährung um. Professionelle Ernährungsberatung hilft dabei, den neuen Speiseplan so zu gestalten, dass der Genuss trotzdem nicht zu kurz kommt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 12.05.2015
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
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