Bluthochdruck (Hypertonie): eine Zivilisationskrankheit

Bluthochdruck (auch arterielle Hypertonie oder Hypertonus) ist eine der häufigsten Erkrankungen in den Industrieländern. Allein in Deutschland leiden schätzungsweise 40 bis 60 Prozent der Männer und 30 bis 40 Prozent der Frauen unter einer arteriellen Hypertonie. Man spricht dann von Bluthochdruck, wenn der Blutdruck bestimmte Grenzwerte überschreitet, die von der European Society of Hypertension und der European Society of Cardiology festgelegt wurden.

Blutdruckmessgerät © Thinkstock

Die Ursachen von Bluthochdruck

Bluthochdruck wird auch als Zivilisationskrankheit bezeichnet, weil viele seiner Ursachen im modernen Lebensstil liegen: Übergewicht, Stress, Bewegungsmangel, Nikotin, Alkohol und viele andere Faktoren begünstigen die Entstehung von Hypertonie. Auch die Gene spielen dabei eine Rolle. Nicht zuletzt sind bei Frauen auch die Hormone beteiligt. Aus diesem Grund entwickeln viele Frauen erst nach den Wechseljahren eine arterielle Hypertonie. Auch andere Erkrankungen können die Ursache für einen zu hohen Blutdruck sein.

Die Symptome von Bluthochdruck werden oft erst spät erkannt

Die Krankheit hat eine entscheidende Tücke: Im Anfangsstadium verursacht sie keine typischen Beschwerden. Symptome können gänzlich fehlen oder sind so diffus, dass man nicht an Bluthochdruck denkt – etwa bei Schwindel oder Ohrensausen. Daher bleibt ein erhöhter Blutdruck oft lange unbemerkt, bis im Körper bereits nicht wiedergutzumachende Schäden entstanden sind. Eine regelmäßige Kontrolle des Blutdrucks beim Hausarzt reicht meist aus, um eine Erkrankung rechtzeitig zu erkennen.

So stellt der Arzt die Diagnose Bluthochdruck

Die Diagnostik eines Bluthochdruck ist vergleichsweise einfach: Mehrere Blutdruckmessungen – mindestens drei an zwei verschiedenen Tagen – bringen den Arzt auf die richtige Spur. Besteht der Verdacht, dass eine andere Erkrankung die Hypertonie verursacht, werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Ultraschall- und auch Röntgenuntersuchungen, ein EKG und eine Gefäß- und Herzschalluntersuchung dienen zusätzlich dem Ausschluss von Folgeerkrankungen oder bereits aufgetretenen Schäden.

Die richtige Therapie verhindert gefährliche Folgekrankheiten

Bluthochdruck sollte so frühzeitig wie möglich behandelt werden. Der Grund: An den Folgen von zu hohem Blutdruck – wie Herzinsuffizienz, Herzinfarkt und Schlaganfall – sterben etwa zwei Drittel aller Hypertoniker.

Für die Therapie stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Die wichtigste Strategie um den Blutdruck zu senken ist, den eigenen Lebensstil zu ändern. Dazu gehören: Ernährungsumstellung, Bewegung, Alkohol- und Rauchstopp, Entspannung und Stressabbau. Erst wenn diese Maßnahmen nicht oder zu wenig greifen, verschreibt der Arzt Medikamente, die den Blutdruck senken.

Ratgeber: Leben mit Bluthochdruck

Die Diagnose Bluthochdruck bedeutet meist, den gewohnten Lebensstil für immer zu ändern. Das ist für die meisten nicht einfach – wichtig ist dabei, Schritt für Schritt vorzugehen. Die Betroffenen lernen, den Blutdruck regelmäßig zu Hause zu kontrollieren und stellen ihre Ernährung um. Professionelle Ernährungsberatung hilft dabei, den neuen Speiseplan so zu gestalten, dass der Genuss trotzdem nicht zu kurz kommt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 25.07.2018
  • Autor/in: Dr. Anne Dietel, Ärztin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; Kirsten Gaede, Medizinjournalistin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin; Anja Dolski, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Saskia Thérèse Schirmer, Ärztin
  • Quellen: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften AWMF: Leitlinien für die Prävention, Erkennung, Diagnostik und Therapie der arteriellen Hypertonie der Deutschen Liga zur Bekämpfung des hohen Blutdruckes e.V. (Deutsche Hochdruckliga), Stand: März 2012
  • Elliott WJ, Meyer PM: Incident diabetes in clinical trials of antihypertensive drugs: a network meta-analysis (Lancet. 2007 Jan 20 369(9557):201-7)
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: Vergleichende Nutzenbewertung verschiedener antihypertensiver Wirkstoffgruppen als Therapie der ersten Wahl bei Patienten mit essenzieller Hypertonie (Vorbericht), 2007
  • Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e.V. und Deutsche Hochdruckliga e.V.: Leitlinie für das Management der arteriellen Hypertonie (http://www.hochdruckliga.de/tl_files/content/dhl/downloads/2014_Pocket-Leitlinien_Arterielle_Hypertonie.pdf)
  • Gerd Herold: Innere Medizin 2017, Selbstverlag Köln
  • Miamed Amboss: Fachwissen für Mediziner: arterielle Hypertonie
  • Leitlinien für das Management der arteriellen Hypertonie
  • Hochdruckliga: Bluthochdruck in Zahlen, URL: www.hochdruckliga.de/bluthochdruck-in-zahlen-presse.html (abgerufen am 18.01.2018)
  • Robert Koch Institut: Hypertonie, URL: www.rki.de/DE/chronische_erkrankungen/hypertonie/hypertonie_node.html (abgerufen am 18.01.2018)
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung