Kleines Blutbild – alle Werte

Das kleine Blutbild gehört zu vielen Routineuntersuchungen – beim Verdacht auf Infektionen, Entzündungen, Tumoren, Anämien, Gerinnungsstörungen oder seltene Blutkrankheiten. Zur Verlaufskontrolle vieler Krankheiten und vor Operationen wird ebenfalls ein kleines Blutbild angefertigt.

Reagenzgläser © Thinkstock
Bei einem kleinen Blutbild werden folgende Werte gemessen:
  • Anzahl der Erythrozyten (rote Blutzellen)
  • Anzahl der Leukozyten (weiße Blutzellen)
  • Anzahl der Thrombozyten (Blutplättchen)
  • Hämoglobinkonzentration (Hb): Konzentration des roten Blutfarbstoffs
  • Hämatokrit (Hkt): der prozentuale Anteil der Blutzellen am Blut
  • mittlerer korpuskulärer Hämoglobingehalt (MCH): die Hämoglobinmenge in einem Erythrozyten
  • mittlere korpuskuläre Hämoglobinkonzentration (MCHC): die durchschnittliche Hämoglobinkonzentration in einem Erythrozyten
  • mittleres korpuskuläres Volumen (MCV): das durchschnittliche Volumen eines Erythrozyten

Normalwerte des kleinen Blutbilds

Frauen Männer
Erythrozyten 3,9-5,3 Mio./µl 4,3-5,7Mio./µl
Leukozyten 3.800-10.500/µl 3.800-10.500/µl
Thrombozyten 140.000-345.000/µl 140.000-345.000/µl
Hämoglobinkonzentration (Hb) 12-16 g/dl 13,5-17 g/dl
Hämatokrit (Hkt) 37-48 % 40-52 %
MCH 28-34 pg (Pikogramm pro Zelle) 28-34 pg (Pikogramm pro Zelle)
MCHC 33-36 g/dl 33-36 g/dl
MCV 85-95 fl (Femtoliter) 85-95 fl (Femtoliter)

Zu niedrige Erythrozyten-Werte oder zu hohe Erythrozyten-Werte

Sind die Erythrozyten-Werte zu niedrig, kann das ein Hinweis für eine Überwässerung oder Blutarmut (Anämie) sein. Zu hohe Werte können zum Beispiel auf eine Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark (Polycythaemia vera) oder eine Austrocknung (Dehydrierung) hindeuten.

Zu niedrige Leukozyten-Werte oder zu hohe Leukozyten-Werte

Zeigen sich beim kleinen Blutbild zu niedrige Leukozyten-Werte, kann das für Autoimmunerkrankungen, Virusinfektionen, Erkrankungen des Knochenmarks oder Krebserkrankungen sprechen. Sind die Werte zu hoch, könnte das zum Beispiel ein Anzeichen für Infektionskrankheiten oder Leukämie sein. Aber auch Stress, Schwangerschaft, Rauchen, körperliche Belastung oder bestimmte Medikamente (etwa Kortison) können zu einer erhöhten Leukozyten-Zahl führen.

Zu niedrige Thrombozyten-Werte oder zu hohe Thrombozyten-Werte

Wenn ein Patient zu niedrige Thrombozyten-Werte aufweist, kann das beispielsweise ein Anzeichen für eine Erkrankung der Blutgefäße, Blutzellen und der Nieren (hämolytisch-urämisches Syndrom), eine gestörte Blutbildung (Myelodysplastisches Syndrom) oder eine bestimmte Form der Blutarmut (aplastische Anämie) sein. Erhöhte Thrombozyten-Werte können für eine Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark (Polycythaemia vera) sprechen.

Zu niedrige Hämoglobin-Werte oder zu hohe Hämoglobin-Werte

Lassen sich im kleinen Blutbild zu niedrige Hämoglobin-Werte erkennen, könnte das ein Hinweis auf eine Überwässerung oder Blutarmut (Anämie) sein. Auch bei einer Schwangerschaft sinkt der Hämoglobin-Wert. Bei zu hohen Werten könnte eine Austrocknung oder eine übermäßige Vermehrung der Blutzellen (Polyglobulie, Polycythaemia vera) vorliegen. Polyglobulie tritt zum Beispiel bei schweren Herz-, Lungen- sowie bestimmten Nierenerkrankungen auf. Aber auch starkes Rauchen und ein längerer Aufenthalt in höheren Lagen lassen den Hb-Wert ansteigen.

Zu niedrige Hämatokrit-Werte oder zu hohe Hämatokrit-Werte

Sind die Hämatokrit-Werte zu niedrig, könnte das für Blutverlust, Überwässerung oder bestimmte Formen von Anämie sprechen. Erhöhte Werte können auf eine Austrocknung oder eine übermäßige Vermehrung der roten Blutkörperchen (Polyglobulie) hinweisen, die zum Beispiel bei schweren Herz-, Lungen- sowie bestimmten Nierenerkrankungen auftritt.

Zu niedrige MCH-Werte oder zu hohe MCH-Werte

Zu niedrige MCH-Werte können ein Anzeichen für Eisen-, Kupfer- oder Vitamin-B6-Mangel sein. Zeigen sich im kleinen Blutbild zu hohe Werte, könnte das auf einen Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel hindeuten.

Zu niedrige MCHC-Werte oder zu hohe MCHC-Werte

Sind die MCHC-Werte bei einem Patienten zu niedrig, könnte er zum Beispiel an Eisen- oder Kupfermangel leiden. Auch das myelodysplastische Syndrom kommt infrage. Erhöhte Werte könnten etwa für einen Vitamin-B12-Mangel sprechen.

Zu niedrige MCV-Werte oder zu hohe MCV-Werte

Niedrige MCV-Werte könnten ein Hinweis auf Eisen- oder Vitamin-B6-Mangel sein. Auch Infektionen könnten die Ursache für niedrige Werte sein. Sind die MCV-Werte eines Patienten erhöht, könnte das zum Beispiel auf Alkoholsucht sowie chronische Lebererkrankungen hindeuten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 30.10.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Berufsverband deutscher Internisten: Blutbild – Erklärung (http://www.internisten-im-netz.de/de_blutbild-erklaerung_1314.html)