Großes Blutbild – alle Werte

Das große Blutbild besteht aus einem kleinen Blutbild und einem Differentialblutbild. Bei einem Differentialblutbild werden die Leukozyten, also die weißen Blutzellen in Untergruppen und Reifungsstufen unterteilt. Leukozyten sind ein Bestandteil des Immunsystems.

Laborantin analysiert Blutprobe © Thinkstock

Normalwerte eines Differentialblutbilds für Erwachsene

Die Leukozyten lassen sich in folgende Untergruppen unterteilen:
  • stabkernige neutrophile Granulozyten
  • segmentkernige neutrophile Granulozyten
  • eosinophile Granulozyten
  • basophile Granulozyten
  • Monozyten
  • Lymphozyten
Leukozyten-Untergruppe Normalwert
stabkernige neutrophile Granulozyten 150-400/µl (3-5 %)
segmentkernige neutrophile Granulozyten 3.000-5.800/µl (50-70 %)
eosinophile Granulozyten 50-250/µl (1-4 %)
basophile Granulozyten 15-50/µl (0-1 %)
Monozyten 285-500/µl (3-7 %)
Lymphozyten 1.500-3.000/µl (25-45 %)
Für Kinder und Säuglinge gelten andere Werte.

Neutrophile Granulozyten – zu niedrige oder zu hohe Werte

Ergibt das Differentialblutbild zu niedrige Werte der neutrophilen Granulozyten, könnte das für Virusinfekten, Tumoren oder einen Folsäure- oder Vitamin-B12-Mangel sprechen. Eine Erhöhung der neutrophilen Granulozyten, auch als Neutrophilie bezeichnet, kann zum Beispiel auf akute oder chronische Entzündungen, Verbrennungen, Vergiftungen, Autoimmunerkrankungen oder metastasierenden Krebs hindeuten.

Eosinophile Granulozyten – zu niedrige oder zu hohe Werte

Sind die Werte der eosinophilen Granulozyten zu niedrig, könnte das zum Beispiel für eine Blutvergiftung sprechen. Aber auch bei schwerer körperlicher Anstrengung, Stress oder einer Behandlung mit Kortison können die Werte sinken. Eine Erhöhung der eosinophilen Granulozyten (Eosinophilie) können zum Beispiel Wurmerkrankungen, Allergien, bestimmte Autoimmunerkrankungen, bestimmte Hauterkrankungen, aber auch bestimmte Medikamente verursachen.

Basophile Granulozyten – zu niedrige oder zu hohe Werte

Bei zu niedrigen Werten der basophilen Granulozyten könnten bestimmte akute Infektionskrankheiten, Allergien oder eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) vorliegen. Erhöhte Werte (Basophilie) können zum Beispiel für eine Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose), eine Erkrankung der blutbildenden Zellen im Knochenmark (Polycythaemia vera) oder eine chronisch myeloische Leukämie sprechen.

Zu niedrige oder zu hohe Lymphozyten-Werte

Zu niedrige Lymphozyten-Werte könnten zum Beispiel auf eine HIV-Infektion, entzündliche Darmerkrankungen, rheumatische Erkrankungen oder das Cushing-Syndrom hindeuten. Zu viele Lymphozyten (Lymphozytose) können beispielsweise ein Anzeichen für bakterielle Infektionen, Virusinfektionen, akute oder chronische lymphatische Leukämie oder eine Schilddrüsenüberfunktion sein.

Zu niedrige oder zu hohe Monozyten-Werte

Sind die Monozyten-Werte zu niedrig, kann das auf eine Schädigung des blutbildenden Knochenmarks hindeuten. Erhöhte Monozyten-Werte können zum Beispiel für bakterielle Infekte wie Syphilis oder Tuberkulose, virale Infekte wie Windpocken, Masern oder Mumps oder parasitäre Infekte wie Malaria oder Leishmaniose sprechen. Wird das Differentialblutbild manuell erstellt (auch Blutausstrich genannt), also durch einen ausgebildeten Fachmann ausgezählt, lässt sich zusätzlich die Morphologie, also das Aussehen der Blutzellen beurteilen. Das lässt weitere Rückschlüsse zu: Beispielsweise fallen auf diese Weise Sézary-Zellen auf, die bei einer Form des T-Zelllymphoms auftreten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.09.2014
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: Berufsverband deutscher Internisten: Blutbild – Erklärung (http://www.internisten-im-netz.de/de_blutbild-erklaerung_1314.html)
  • Seelig, Hans Peter/ Meiners, Marion (2012) Laborwerte: klar und verständlich
  • Vieten, Markus (2009): Laborwerte verstehen leicht gemacht