Woraus Blut besteht

Blut besteht zu 55 Prozent aus Blutplasma, zu 44 Prozent aus Blutzellen und zu zirka einem Prozent aus weiteren Bestandteilen wie Hormonen, Gasen, Stoffwechselprodukten etc. Das Plasma wiederum setzt sich aus 90 Prozent Wasser und zehn Prozent festen Bestandteilen zusammen.

Zu diesen gehören Elektrolyte wie Natrium, Kalium und Kalzium, Kohlenhydrate, Lipide, Enzyme und etwa sechs bis acht Prozent Eiweiße (Proteine). Einige dieser Proteine sind für unsere Immunabwehr, andere für unsere Blutgerinnung zuständig.

Blutplasma und Blutserum

Das Blutplasma ist der zellfreie Teil des Bluts. Hier findet man auch die sogenannten Blutgerinnungsfaktoren. Das Blutserum ist der flüssige, zellfreie Anteil des Bluts ohne die Gerinnungsfaktoren. Durch Zentrifugation einer geronnenen Blutprobe erhält man das flüssige Blutserum und den Bodensatz der festen Bestandteile. Im festen Anteil des Zentrifugats befinden sich die Zellanteile des Bluts.Diese werden aus Stammzellen im Knochenmark gebildet. Man teilt sie ein in
  • rote Blutzellen (Erythrozyten),
  • weiße Blutzellen (Leukozyten) und in
  • Blutplättchen (Thrombozyten).

Erythrozyten transportieren Sauerstoff

Die roten Blutkörperchen (Erythrozyten) geben dem Blut seine rote Farbe. Sie enthalten den roten Blutfarbstoff Hämoglobin mit einem Eisenion, das Sauerstoff binden kann. Die Erythrozyten machen mit 99 Prozent den Hauptanteil der Blutzellen aus, ihre mittlere Lebensdauer beträgt 120 Tage. Für die Bildung der roten Blutzellen im Knochenmark benötigt der Körper Eisen, das wir mit der Nahrung zuführen müssen.

Leukozyten: wichtig für das Immunsystem

Blutkrankheiten Leukozyten unter dem Mikroskop © Lun/ZLP/Charité (CVK) (CVK) Zu den Leukozyten (weißen Blutkörperchen) gehören unter anderem die neutrophilen Granulozyten (links), die Lymphozyten (Mitte) und die Monozyten (rechts).
Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sind für unsere Immunabwehr zuständig. Sie können für den Körper gefährliche Fremdkörper wie Bakterien, Pilze oder Viren, aber auch beschädigte Zellen unschädlich machen. Je nach Aufgabe unterscheidet man bei den Leukozyten folgende Untergruppen: Die Leukozyten machen etwa 0,6 Prozent der Blutzellen aus und werden ebenfalls im Knochenmark gebildet. Wird unser Körper von einer Infektion heimgesucht, kann die Zahl der weißen Blutkörperchen massiv steigen.

Thrombozyten schützen vor großem Blutverlust

Blutkrankheiten Skizze Blutgerinnung © Lun/ZLP/Charité (CVK)
Unsere kleinsten Blutzellen sind die Blutplättchen (Thrombozyten). Sie sind für die Blutgerinnung wichtig und machen etwa 0,4 Prozent der Blutzellen aus. Bei Verletzungen bilden sie einen Pfropfen, in der Umgangssprache auch Schorf genannt, der blutende Wunden verschließt. In der Abbildung sind zwei Thrombozyten zu sehen: Das violettfarbene Blutplättchen rechts ist ein normaler Thrombozyt. Bei bestimmten Blutkrankheiten wie der Leukämie können die Thrombozyten sich krankhaft vergrößern (links). Die restlichen Zellen sind Erythrozyten.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 01.09.2014
  • Autor/in: Nasila Nouniaz-Wirbelauer, Ärztin für Allgemeinmedizin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
  • Quellen: P. Kumar, Michael C.: Clinical Medicine, W.B. Saunders 1994
  • J. Braun, U. Renz: Klinikleitfaden Innere Medizin, Elsevier 2006
  • A. Hellenbrecht, D. Messerer, N. Gökbuget: "Häufigkeit von Leukämien bei Erwachsenen in Deutschland", Kompetenznetz Leukämie 2003