Blasenentzündung bei Säuglingen und Kleinkindern

Auch bei Säuglingen und Kleinkindern kann nicht ausgeschlossen werden, dass Mikroorganismen den Harntrakt besiedeln und eine Harnblasenentzündung (kurz: Blasenentzündung, medizinisch: Zystitis) verursachen. Fehlbildungen, zum Beispiel eine Erweiterung der Harnwege, können Blasenentzündungen noch begünstigen.

Eine solche Entzündung ist schwer bei Säuglingen und Kleinkindern zu diagnostizieren, weil ein vermehrter Harndrang noch nicht mitgeteilt werden kann und häufigeres Wasserlassen leicht unbemerkt bleibt. Zudem verlaufen Blasenentzündungen bei Babys oft (nicht immer) ohne Fieber, sodass auch dieses Warnsymptom fehlt und der Verdacht auf eine Erkrankung oft erst entsteht, wenn bereits schwere Krankheitssymptome vorliegen: Das Baby trinkt dann zum Beispiel weniger, verliert an Gewicht, entwickelt eine kränklich blasse Hautfarbe. Zudem können die Kinder auf Berührung im Flanken-/Rückenbereich empfindlich reagieren.

Bei Verdacht auf eine Blasenentzündung bei Säuglingen und Kleinkindern hat der Kinderarzt verschiedene Möglichkeiten, Urin zu gewinnen, um die Diagnose zu bestätigen und eventuelle Erreger als Ursache genauer zu bestimmen. Auch mit der Sonografie lassen sich typische Veränderungen durch Harnwegsinfektionen oder auch Fehlbildungen identifizieren. Welche Therapie dann eingeleitet wird, richtet sich danach, wie weit die Blasenentzündung fortgeschritten ist und welche Erreger (meist E. coli) sie verursacht haben. Auch hier kommt man für gewöhnlich ohne eine unmittelbare antibiotische Therapie nicht aus.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 17.02.2017
  • Autor/in: Dr. Borgwart, Medizinjournalistin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
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