Therapie bei Harnblasenentzündung: Nieren- und Blasentees

Nieren- und Blasentees wirken harntreibend. Schädliche Keime bei einer Harnblasenentzündung (kurz: Blasentzündung, medizinisch: Zystitis) werden dadurch ausgeschwemmt. Sie sind deshalb gut für die Therapie einer Blasenentzündung geeignet.

In manchen Fällen ist eine nicht-medikamentöse Therapie nur mit harntreibenden Mitteln ausreichend. Diese Entscheidung sollten Sie aber nur gemeinsam mit Ihrem Arzt treffen.

Häufig angewandte harntreibende Arzneipflanzen:

  • Bohnenhülsen (Phaseolus vulgaris)
  • Goldrutenkraut (Solidago virgaurea = echte Goldrute; Solidago gigantea = Riesengoldrute)
  • Solidago canadensis (kanadische Goldrute)
  • Orthosiphonblätter (Orthosiphon aristatus)
  • Schachtelhalmkraut = Zinnkraut (Equisetum arvense).
Durch den Zusatz von Bärentraubenblättern werden antibakterielle Effekte erzielt. Bei der Zubereitung von Tee mit Bärentraubenblättern muss dieser 15 Minuten lang gekocht werden. Das kurzzeitige Übergießen mit heißem Wasser reicht nicht aus, um die Wirkstoffe vollständig freizusetzen. Besser ist es, wenn Sie den Tee mit kaltem Wasser ansetzen und ihn 12 bis 14 Stunden unter mehrmaligem Umrühren ziehen lassen. Dann kochen Sie ihn kurz auf und sieben ihn ab. Bei dieser Teezubereitung (Kaltauszug) werden nicht so viele magenbelastende Gerbstoffe freigesetzt. Bitte beachten Sie die angegebenen Hinweise zur Zubereitung und Dosierung.

Für die Therapie einer Blasenentzündung bei Schwangeren, Stillenden und Kindern unter zwölf Jahren sind diese Produkte nicht geeignet. Zubereitungen mit Bärentraubenblättern dürfen außerdem nicht länger als eine Woche und nicht öfter als fünfmal im Jahr angewandt werden. Bei langdauernder Anwendung besteht die Gefahr von Leberschäden.
Manche Nieren- und Blasentees enthalten Süßholzwurzel. Diese Arzneipflanze wirkt beruhigend auf den Magen und wertet den Geschmack der Pflanzentees auf. Wie der Name schon sagt, schmeckt der Tee dann leicht süßlich. Die einzelnen Arzneitees werden als Teebeutel, Granulat oder Pulver angeboten. In der Apotheke gibt es auch lose Teemischungen. Beachten Sie bei allen Produkten die angegebene Dosierungsempfehlung und Gegenanzeigen, um unerwünschte Wirkungen zu vermeiden. Viele Produkte dürfen nicht für die Therapie einer Blasenentzündung bei Kindern, Schwangeren, Stillenden und Menschen mit Ödemneigung (Wassereinlagerung) infolge eingeschränkter Herz- und Nierenfunktion angewandt werden.

Wirkstoffe

  • Brennnesselblätter
  • Trockenextrakt aus Birkenblättern und Trockenextrakt aus echtem Goldrutenkraut
Im Allgemeinen ist anzumerken, dass für diese Pflanzenauszüge keine ausreichenden, aussagekräftigen Studien zur Wirksamkeit vorliegen. Deshalb sollten sie bei einer Blasenentzündung nur unterstützend eingenommen werden. Vor allem Schwangere, Kinder, ältere Menschen und Patienten mit komplizierten Harnwegsinfekten sollten sich nicht nur auf diese Mittel verlassen, sondern vorher unbedingt zum Arzt gehen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.05.2015
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
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