Harnblasenentzündung (Zystitis)

Eine Harnblasenentzündung (kurz: Blasentzündung) wird in den meisten Fällen durch Bakterien verursacht. Fachleute bezeichnen eine Blasenentzündung auch als Zystitis.

Bikini an Wäscheleine © Thinkstock
Bei einem gesunden Menschen ist die Harnblase (nicht aber der untere Teil der Harnröhre) völlig keimfrei. Dafür sorgt eine spezielle „Innenauskleidung“ der gesamten ableitenden Harnwege, also in den Nierenbecken, in den Harnleitern zwischen Niere und Harnblase, in der Harnblase und in der Harnröhre (beim Mann nur im harnblasennahen Teil). Dieses sogenannte Urothel ist ein Gewebe, das aus mehreren Schichten besteht und sich „elastisch“ dem Füllungszustand der Harnblase anpassen kann.

Darüber hinaus sorgt es dafür, dass aus der Harnröhre aufsteigende Bakterien nicht so gut in der Harnblase anhaften und mit dem Urin schnell wieder aus dem Körper ausgespült werden können. Das Urothel bietet meistens einen zuverlässigen Schutz vor Bakterienangriffen – krankmachende Erreger müssen sich deshalb einiger Tricks bedienen: zum Beispiel, indem sie aus Eiweiß bestehende fadenförmige Zellorganellen entwickeln, die sogenannten Pili, mit denen sie sich wie mit einem Anker in den Harnwegen festsetzen können.

Die „richtigen“ Bakterien am „falschen“ Ort

Meist, nämlich in etwa zwei Dritteln aller Fälle, handelt es sich bei dem Erreger der Blasenentzündung um einen „ganz normalen“ Darmbewohner: das Bakterium Escherichia coli (E. coli), das schon kurz nach der Geburt im Darm eines Säuglings nachgewiesen werden kann und sich dann immer weiter vermehrt.

Im Darm trägt dieser Keim durchaus zu einer gesunden Darmflora bei (muss allerdings auch hier ausreichend „Gegenspieler“ haben, die sein Wachstum in Schach halten) – gelangt E. coli jedoch in ausreichender Menge in die Blase, kann er dort zu einer Zystitis führen. Aber auch andere Bakterien wie Klebsiellen oder Proteusarten sind nicht ungewöhnlich wie schließlich auch Bakterien, die durch sexuellen Kontakt übertragen werden – etwa Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae, der Erreger der Gonorrhoe (Tripper). Auch sie können für eine Blasenentzündung verantwortlich sein.

Nicht selten kommt es auch in Krankenhäusern zur Übertragung von Erregern, die eine Blasenentzündung verursachen können. Möglicherweise ist der Grund dafür, dass diese Erreger – meist auch E. coli – ganz besonders hartnäckig sind, weil sie bereits Resistenzen entwickelt haben, also auf Antibiotika nicht mehr ansprechen.

Frauen sind häufiger von Blasenentzündungen betroffen

Frauen und Mädchen sind von Blasenentzündungen häufiger betroffen als Jungen und Männer, da Keime aus Scheide und Darm leicht in die nahe gelegene Harnröhrenöffnung eindringen können. Außerdem ist bei Frauen die Harnröhre kürzer und somit auch der Weg zur Blase. Etwa jede siebte Frau leidet mindestens einmal im Jahr an einer Blasenentzündung. Jahr für Jahr erkranken etwa fünf Prozent aller jungen Frauen zum ersten Mal an dieser unangenehmen, aber meist harmlosen Infektion.

Mit zunehmendem Alter steigt die Zahl der Frauen, die mit Blasenentzündungen zu tun haben, auf bis zu 20 Prozent an. Und während manche nur einmal im Leben Bekanntschaft mit dieser oft schmerzhaften Entzündung machen, reiht sich bei anderen, die besonders empfänglich dafür sind, eine Zystitis an die andere. Dass das weibliche Geschlecht besonders anfällig für dieses lästige Leiden ist, bedeutet jedoch nicht, dass nicht auch Männer und sogar Säuglinge und kleine Kinder an einer Blasenentzündung erkranken können.

Harntreibende Nieren- und Blasentees helfen Blasenentzündungen vorzubeugen. Bei einer bestehenden Zystitis können sie unterstützend zu einer Antibiotikatherapie eingesetzt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.05.2015
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet.de;
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)