Therapie bei Blähungen

Blähungen (Flatulenz) sind meistens harmlos und verschwinden wieder, wenn die blähenden Speisen verdaut sind. Sie können jedoch das Allgemeinbefinden stark beeinträchtigen und sogar die Arbeitsfähigkeit einschränken. Wenn Blähungen über einen längeren Zeitraum ohne erkennbare Ursache auftreten, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Er kann die Ursachen der Flatulenz klären und eine entsprechende Therapie einleiten.

Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • Sie starke Schmerzen oder heftige Krämpfe verspüren
  • die Beschwerden längere Zeit anhalten, ohne dass Sie die Ursache kennen
  • bei nüchternem Magen ein Völlegefühl auftritt
  • Sie appetitlos sind und immer mehr an Gewicht verlieren
Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt auch selbst behandeln. Dabei lohnt es sich zunächst, einige Verhaltensmaßnahmen einzuhalten. Reduzieren Sie im Zuge der Therapie den täglichen Stress und nehmen Sie sich die Zeit, in Ruhe zu essen. Auch Bewegung, zum Beispiel ein Spaziergang nach dem Essen, schafft Abhilfe bei Blähungen. Achten Sie zusätzlich auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Auch Hausmittel wie Bauchmassage oder Wärmflasche können zur Therapie angewendet werden.

Therapie der Blähungen mit Medikamenten und Tees

Zusätzlich erhalten Sie in Ihrer Apotheke Medikamente und Tees gegen die Beschwerden. Zu den Medikamenten, die zur Therapie von Flatulenz eingesetzt werden können, gehören beispielsweise Entschäumer. Diese Arzneimittel verwandeln kleine Luftbläschen im Darm in größere, die leichter von der Darmwand aufgenommen werden oder natürlich abgehen. Auch pflanzliche Mittel mit Fenchel, Anis oder Kümmel helfen gegen Blähungen. Wenn der Mangel an bestimmten Enzymen die Verdauungstätigkeit beeinträchtigt, können diese in Kapselform zugeführt werden.

Therapie von Blähungen bei Babys

Auch Babys sind häufig von Blähungen betroffen – besonders in den ersten drei Lebensmonaten. Wenn Ihr Baby unter Blähungen und Koliken leidet, können Sie zum Beispiel mit den Heilpflanzen seine Beschwerden lindern. Daneben können bei Säuglingen zur Therapie der Blähungen Suspensionen mit Entschäumern zum Einsatz kommen. Ebenfalls bewährt haben sich Bauchmassagen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Anwendung von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden. In jedem Beipackzettel finden Sie dies unter dem Begriff Gegenanzeigen. Mittel gegen Blähungen können auch Wechselwirkungen oder unerwünschte Wirkungen zeigen. Hinweise zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel. Bei konkreten Fragen und individuellen Problemen wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Ihre Apotheke.

Beachten Sie die Dosierungsanleitung der einzelnen Medikamente. Die Mittel können nur wirken, wenn Sie regelmäßig und ausreichend hoch dosiert eingenommen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 02.11.2016
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin;
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