Binge Eating Disorder (BED): Heißhunger mit Kontrollverlust

Binge Eating Disorder (BED) ist eine durch Essattacken gekennzeichnete Essstörung, die es erst seit 1994 als eigenständige Diagnose gibt. Betroffene essen während einer Essattacke heimlich und unkontrolliert große Mengen an Lebensmitteln. Sie essen schnell, ohne Hungergefühl und wahllos bis sie „übersatt“ sind. Dann stellt sich meist ein unangenehmes Völlegefühl ein.

Im Gegensatz zu Menschen mit Bulimie erbrechen Binge Eating-Patienten nicht nach Essanfällen und ergreifen auch keine anderen gegensteuernden Maßnahmen zur Gewichtskontrolle, wie zum Beispiel übertriebene sportliche Aktivität oder Abführmittel. Die Essanfälle werden von stark selbst verachtenden Emotionen wie Abscheu und Ekel vor dem eigenen Körper und der eigenen Schwachheit, dem Mangel an Kontrolle, begleitet und von den Patienten als sehr belastend wahrgenommen. Doch leiden die Betroffen nicht nur unter den wiederkehrenden Essanfällen, sondern auch unter deren Folge: dem Übergewicht.

Große psychische Belastung

Die Betroffenen können den Heißhungeranfällen trotz fester Vorsätze nicht widerstehen. Sie sind nicht in der Lage rechtzeitig mit dem Essen aufzuhören oder zu bestimmen wie viel sie essen. Deswegen treten anschließend oft Schuld-, Schamgefühle und depressive Verstimmungen auf. Generell ist die BED häufig mit psychischen Störungen wie Depressionen, Angstzuständen oder Persönlichkeitsstörungen verbunden.

Häufigkeit

Mit einem geschätzten Anteil von vier Prozent Betroffenen in der Bevölkerung ist BED die häufigste Essstörung. Anders als bei Magersucht und Bulimie gibt es bei BED keine typische Altersgruppe. Auch ist der Anteil an Männern mit einem Drittel höher als bei anderen Essstörungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 24.08.2012
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung: Binge Eating Disorder
  • Deutsches Ernährungsberatungs- und Informationsnetz: Binge Eating Disorder
  • Klinische Psychologie und Psychotherapie der Universität Mainz: Adipositas und Binge Eating
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