Therapie der Bindehautentzündung: Vasokonstriktoren

Selbst leichte Formen der Bindehautentzündung (Konjunktivitis), die beispielsweise durch Wind oder eine Überanstrengung der Augen ausgelöst wurden, sollten Sie nicht selbst behandeln. Der Augenarzt sollte zunächst abklären, dass keine anderen Ursachen vorliegen. So können eingespülte oder eingewehte Fremdkörper das Auge schädigen – ebenso wie andere Ursachen.

Die Behandlung einer einfachen Konjunktivitis erfolgt dann mit sogenannten Vasokonstriktoren, auch als Alpha-Sympathomimetika bezeichnet. Für eine kurzzeitige Anwendung geeignet sind Augentropfen mit Wirkstoffen wie Naphazolin, Tetryzolin, Tramazolin, Xylometazolin oder Phenylephrin. Sie sorgen dafür, dass sich die durch die Augenentzündung erweiterten Blutgefäße zusammenziehen. Dadurch geht die Rötung zurück. Man bezeichnet diese Substanzen deshalb auch als „Weißmacher“.

Die Wirkstoffe dürfen nicht angewandt werden bei trockenem Auge, bei erhöhtem Augeninnendruck (Engwinkelglaukom), bei schweren Herz- oder Gefäßkrankheiten (zum Beispiel Herzrhythmusstörungen oder Bluthochdruck), bei bestimmten hormonellen Störungen (Überfunktion des Nebennierenmarks/Phäochromozytom), bei Schilddrüsenüberfunktion und bei Kindern unter zwei Jahren. Beachten Sie auch die Hinweise im Beipackzettel unter der Rubrik Wechselwirkungen. Vasokonstriktoren können beispielsweise die Wirkung bestimmter Antidepressiva beeinträchtigen. Manche Mittel schwächen auch die Wirkung von blutdrucksenkenden Substanzen ab.
Tipp:
Der Berufsverband der Augenärzte e.V. empfiehlt: Wenden Sie Weißmacher nicht länger als eine Woche an, wenn keine ausdrückliche ärztliche Verordnung vorliegt. Durch eine langfristige Anwendung der Vasokonstriktoren kann sich sonst eine medikamentenbedingte Bindehautentzündung entwickeln.

Zusätze zu Vasokonstriktoren

In manchen Produkten werden Vasokonstriktoren mit anderen Wirkstoffen kombiniert. Zusätze von Zinksulfat wirken heilungsfördernd. Zinkborat verstärkt die antientzündliche Komponente und bekämpft Bakterien und Pilze. Diese Effekte nutzt man nicht nur bei der Darreichungsform Augentropfen, sondern auch bei Augenbädern. Alternativ zur Kombination Naphazolin/Zinkborat gibt es auch Augenbäder, die Salicylsäure enthalten. Salicylsäure wirkt ebenfalls antiseptisch.
Hinweis für Augenbäder:
Fertige Lösungen zur Augenspülung werden unverdünnt angewandt. Dazu brauchen Sie eine Augenbadewanne (ist manchen Produkten bereits beigefügt), die Sie zur Hälfte mit der Flüssigkeit füllen. Drücken Sie die Augenbadewanne bei nach vorn gebeugtem Kopf fest aufs Auge. Legen Sie anschließend den Kopf nach hinten. Das Auge wird nun mit der Flüssigkeit umspült. Öffnen und schließen Sie dabei mehrmals die Augen. Nehmen Sie nach der empfohlenen Einwirkzeit das Gefäß vom Auge und gießen Sie die Flüssigkeit weg: Nicht wieder verwenden. Während des Augenbades dürfen Sie keine Kontaktlinsen tragen. Angebrochene Spüllösungen sind nur begrenzt haltbar. Beachten Sie die Angaben im Beipackzettel.
Kombinationen von Vasokonstriktoren mit Antihistaminika wie Antazolin oder Pheniramin helfen bei unspezifischen oder bei allergisch bedingten Bindehautentzündungen. Unspezifisch bedeutet, dass die Bindehautentzündung auf Reizungen und nicht auf Infektionen zurückzuführen ist.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.04.2015
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter;
  • Quellen: Patienteninformation des Berufsverbands der Augenärzte Deutschland und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft: Bindehautentzündung (http://www.augeninfo.de/patinfo/konjunkt.pdf)
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