Therapie der Bindehautentzündung

Die Behandlung der Bindehautentzündung richtet sich nach der Ursache und der Schwere der Erkrankung. Bei starken Beschwerden, bei eitriger Absonderung am Lidrand beziehungsweise bei einer infektiösen Konjunktivitis sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.

Bindehautentzündung © Thinkstock
Der Arzt muss entscheiden, ob antibiotisch beziehungsweise antiviral wirksame Mittel (beide verschreibungspflichtig) erforderlich sind. Zudem ist das Auge ein sehr empfindliches Organ. Auch harmlose Ursachen können bei falscher Behandlung zu bleibenden Schäden führen.
Wenden Sie sich an einen Arzt, wenn
  • Ihre Augen ohne erkennbaren Grund gerötet sind
  • eitriges Sekret abgesondert wird
  • Ihre Augen sehr lichtempfindlich reagieren
  • die Selbstbehandlung keine Besserung bringt
  • ein Fremdkörper oder unverträgliche Flüssigkeiten ins Auge geraten sind
  • Ihre Sehfähigkeit beeinträchtigt ist
Ist die Diagnose sicher und die Ursache bekannt, kann man nach Rücksprache mit dem Arzt mit Vasokonstriktoren und weiteren Medikamenten selbst behandeln. Doch auch dann gibt es einiges zu beachten.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten und Gegenanzeigen

Grundsätzlich kann es bei der gleichzeitigen Einnahme von mehreren Arzneimitteln zu Wechselwirkungen kommen. Bei bestimmten Krankheiten und gesundheitlichen Störungen dürfen manche Medikamente überhaupt nicht eingenommen werden (Gegenanzeigen). Das gilt auch für Medikamente, die am Auge angewandt werden. Angaben zu den einzelnen Produkten finden Sie im Beipackzettel.

Vorsicht mit Kontaktlinsen und Verkehrstüchtigkeit

Wer Kontaktlinsen trägt, sollte sie vor der Anwendung von wirkstoffhaltigen Augentropfen herausnehmen. Nach zirka 15 Minuten können harte Linsen wieder eingesetzt werden. Bei weichen Linsen ist das nicht möglich. Konservierungsmittelfreie Augentropfen, die in Einzeldosenverpackungen angeboten werden (häufig durch den Zusatz EDO = Ein-Dosis-Ophtiole zu erkennen), sind für Kontaktlinsenträger eine sinnvolle Anwendungsmöglichkeit.

Nach der Anwendung von Augentropfen kann kurzzeitig (fünf bis zehn Minuten) das Sehvermögen beeinträchtigt werden. In dieser Zeit dürfen Sie keine Maschinen bedienen, oder aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Nach der Anwendung von Augensalben hält das Verschwommen-Sehen noch länger an. Kalkulieren Sie dies vor der Anwendung ein.
Tipp:
Reiben Sie nicht an den Augen. Die Augen werden dadurch zusätzlich gereizt und die Beschwerden verstärken sich. Darüber hinaus können die Erreger bei einer bakteriellen oder viralen Bindehautentzündung auf das andere Auge übertragen werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 21.04.2015
  • Autor/in: Elisabeth Kanz, Apothekerin und Fachjournalistin für Medizin und Pharmazie
  • Quellen: Patienteninformation des Berufsverbands der Augenärzte Deutschland und der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft: Bindehautentzündung (http://www.augeninfo.de/patinfo/konjunkt.pdf)
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