Bettwanzen erkennen und bekämpfen

Bettwanzen (lat.: Cimex lectularius) sind fünf bis sechs Millimeter große, rot-braune Parasiten, deren Körper stark abgeplattet ist. Die Insekten ernähren sich von Blut, vorzugsweise des Menschen. Nur selten suchen sie Tiere wie Hunde oder Katzen auf. Nach der Blutmahlzeit blähen sich Bettwanzen stark auf und können eine Länge von neun Millimetern erreichen.

Parasiten Bild einer Wanze auf der Haut. © CDCDie Stiche der Bettwanze sind unangenehm, bergen aber kein Krankheitsrisiko.
Bettwanzen sind in den letzten Jahren in Industrienationen wieder häufiger geworden. Grund hierfür sind wahrscheinlich Fernreisen, eine veränderte Schädlingsbekämpfung und Resistenzen der Parasiten. Wanzen wird man nur mithilfe eines Kammerjägers los, der die Wohnung mit einer speziellen Wärmetherapie und nötigenfalls mit mikroverkapselten Insektiziden behandelt.

Bettwanzen schlagen nachts zu

Die Insekten sind mit dem bloßen Auge gut zu erkennen. Sie sind jedoch lichtscheu und verbergen sich tagsüber in dunklen, trockenen Ritzen, etwa im Bett, hinter Bildern, Leisten und in Möbelfugen. Nachts werden sie vom Körpergeruch eines potentiellen Opfers angelockt und saugen etwa drei bis zehn Minuten Blut. Danach krabbeln die Bettwanzen in ihre Verstecke zurück. Dabei hinterlassen sie meist Kot: Die kleinen schwarzen Punkte sind oft das erste, was Betroffene von den kleinen Blutsaugern sehen.

Stiche von Bettwanzen verursachen unterschiedlich starke Symptome

Zerstochener Unterarm © CDC/Oliver ArendStiche von Bettwanzen.
Die Reaktionen von Betroffenen auf die Stiche der Bettwanzen sind individuell sehr unterschiedlich. Manche Menschen zeigen so gut wie gar keine Hautreaktionen. Meist hinterlassen die Stiche der Wanzen jedoch Quaddeln, die starken Juckreiz auslösen können. Nur bei sehr empfindlichen Personen können stärkere allergische Reaktionen auftreten. Die Stiche werden leicht mit denen anderer Blutsauger verwechselt. Deshalb wird ein Bettwanzenbefall häufig erst sehr spät festgestellt.
Früher wurden Bettwanzen immer wieder mit der Übertragung von Krankheiten wie Pocken oder Tuberkulose in Verbindung gebracht. Obwohl es erst wenige Studien dazu gibt, scheint jedoch inzwischen klar zu sein: Die Wanzen spielen keine Rolle als Krankheitsüberträger. Sie können zwar mit verschiedenen Erregern infiziert sein, etwa dem Hepatitis-B-Virus, es scheint bei einem Stich jedoch nicht oder nur in Ausnahmefällen auf den Menschen übertragen zu werden. Das bedeutet: Bettwanzen sind zwar sehr lästig, aber ungefährlich.

Dem Befall mit Bettwanzen vorbeugen

Bettwanzen werden oft nach einem Urlaub oder Aufenthalt im Hotel eingeschleppt. Deshalb ist es sinnvoll, das Bett im Urlaub auf Wanzenspuren hin zu untersuchen. Das können etwa Kotspuren, Eier oder Häute sein. Zudem sollte der Koffer nicht direkt neben dem Bett abgestellt werden. Auch wer gebrauchte Möbel kauft, sollte diese genau ansehen und kontrollieren, ob Spuren von Wanzen zu finden sind. Ein Möbelstück mit Wanzenbefall sollte sofort aus der Wohnung entfernt werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 07.03.2017
  • Autor/in: Redaktion vitanet.de: Dagmar Stefanek-Brandl, Ärztin und Medizinredakteurin; Christina Wiener, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Webseite des Umweltbundesamts
  • Aerzteblatt.de, Bettwanzen: Lästig, aber harmlos, 03.04.2009
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