Therapie eines Bandscheibenvorfalls: Was passiert nach der Operation?

In den ersten Tagen nach der Operation eines Bandscheibenvorfalls können – abhängig von der gewählten Lagerung – Schlaflosigkeit, Neigung zum Schwitzen, Darmblähungen und Herzbeschwerden sowie Schmerzen am Rippenbogenrand auftreten.

Die Harnblase muss gelegentlich am Operationstag und am ersten Tag danach mithilfe eines Katheters entleert werden – häufig einfach deshalb, weil Sie Schwierigkeiten haben könnten, im Liegen Wasser zu lassen. Die Darmtätigkeit normalisiert sich in der Regel zwei bis drei Tage nach der Operation. Schmerzlindernde Mittel verursachen zusätzlich eine unerwünschte Darmträgheit. Deshalb wird Ihr Arzt sie Ihnen nur mit Zurückhaltung verordnen.

In den ersten 20 bis 24 Stunden nach der Operation dürfen Sie nur auf dem Rücken liegen. Damit Nachblutungen vermieden werden, darf nur das Pflegepersonal Ihre Lage verändern.

In der Regel können Sie bereits am ersten Tag nach der Operation aufstehen. Die Dauer der Bettruhe kann sich aber auch verlängern, je nachdem, welches Operationsverfahren angewendet wurde. Mit fachlicher Unterstützung und Anleitung werden Sie dann mobilisiert.

In der Regel am achten Tag nach der Operation des Bandscheibenvorfalls werden die Wundfäden entfernt, sofern die Wunde nicht anderweitig verschlossen wurde. Die bereits direkt nach der Operation eingeleiteten krankengymnastischen Übungen werden verstärkt.
Info
Halten Sie sich nach der Operation, auch wenn es schwerfallen sollte, strikt an die Anweisungen Ihres Arztes, der Krankengymnastinnen oder Krankengymnasten und des Pflegepersonals, damit Sie nicht durch unbedachte Handlungen den Erfolg des Eingriffs gefährden.

Nachsorge: So kommen Sie wieder auf die Beine

Wie schon erwähnt, ist es wichtig, dass Sie frühzeitig das Bett verlassen. Diese Maßnahme dient nicht nur der Verhinderung von Komplikationen wie Thrombosen und Embolien, sondern soll auch die medizinische Rehabilitation (Wiederbefähigung) nach der Operation einleiten.

Sie haben noch Wundschmerzen und außerdem die Angst, etwas falsch zu machen. Dies führt zu Verspannungen, die zunächst gelöst werden müssen. Vertrauen Sie sich daher den Fachleuten an, die durch genaue Anleitung und gezielte Hilfestellung dafür sorgen, dass Ihr Selbstvertrauen gestärkt wird und die Nachsorge gelingt.

Zur Vorbereitung machen Sie erst einmal Entspannungsübungen. Sie beginnen mit einem allgemeinen Kreislauftraining im Liegen, dann hilft Ihnen die Atemtherapie, sich zunehmend zu entspannen. Außerdem erhalten Sie Hinweise darauf, wie Sie Ihre Lage im Bett selbst korrigieren können, ohne Drehbewegungen der Wirbelsäule durchzuführen, die starke und hartnäckige Beschwerden auslösen können.
Info
Je besser Sie sich bewegen können, umso eher sollten Sie mit gezielten Übungen beginnen – allerdings immer in Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.01.2015
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet;
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
  • Deutsche Gesellschaft für Neurochirurgie (DGNC): Leitlinie: Lumbaler Bandscheibenvorfall (https://www.klinikum-fulda.de/fileadmin/documents/02_Kliniken_und_Institute/02_11_Neurochirurgie/Lumbaler_BSV.pdf
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)