Konservative Therapie eines Bandscheibenvorfalls

Bandscheibenvorwölbungen oder Bandscheibenvorfälle (Diskusprolaps), die zu keinem Nervenausfall geführt haben, können versuchsweise mit einer konservativen Therapie, das heißt ohne Operation, behandelt werden. Hierzu gehören:

  • eine möglichst schmerzarme Lagerung (Stufenbett)
  • die Anwendung von Wärme
  • spezielle Zugverfahren (zum Beispiel Perlsches Gerät)
  • eine manuelle Krankengymnastik
  • Stanger- und Bewegungsbäder
  • Reizstrom- und Ultraschalltherapie
  • Rumpfstützen

Übungen mit Auftrieb – das Bewegungsbad

Das Bewegungsbad unterstützt die konservative Therapie bei einem Bandscheibenvorfall vorteilhaft, da Bewegungen, die gegen den Widerstand des Wassers durchgeführt werden, die Muskulatur kräftigen. Gleichzeitig wird das Zusammenspiel der Muskeln gefördert.

Durch die Auftriebskraft des Wassers ist die Wirbelsäule entlastet. Das ermöglicht in manchen Fällen schmerzarmes Üben im Stehen und Gehen. Außerdem kann so das Gefühl für die richtige Haltung und ihre Kontrolle leichter erlernt werden. Darüber hinaus begünstigt die Auftriebskraft auch noch leicht bewegungsfördernde Übungen, falls dies für die konservative Therapie wünschenswert ist.

Konservative Therapie mit orthopädischen Rumpfstützen

Rumpfstützen, die entweder starr als Korsett, elastisch als Mieder oder als Zwischenform angefertigt werden, sind wesentliche Bestandteile der konservativen Therapie von bandscheibenbedingten Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule. Durch diese Hilfsmittel wird die Wirbelsäule ruhiggestellt. Sie helfen schmerzhafte Bewegungen zu verhindern, oder sie sollen die Wirbelsäulenstellung korrigieren und dadurch unter anderem den sogenannten Bandscheibeninnendruck senken sowie die Nervenwurzel entlasten.

Rumpfstützen sind ebenso wie krankengymnastische Übungen für die Behandlung akuter Schmerzen bei einem Bandscheibenvorfall wenig geeignet. Im Zusammenwirken mit einer aktiven Stabilisierung durch Krankengymnastik nützen sie vor allem bei der Vorbeugung von Erkrankungen im Bereich der Lendenwirbelsäule und bei der Wiederherstellung nach einer solchen Krankheit. Außerdem versucht man damit die Auswirkungen einer Instabilität der Wirbelsäule nach einer Bandscheibenoperation zu begrenzen.

Es ist die Aufgabe des Orthopäden, Ihnen bei Bedarf eine solche Rumpfstütze zu verordnen. Nur er kann feststellen, ob dies tatsächlich eine für Sie geeignete konservative Therapie ist, denn es gibt auch Gründe, die eine Anwendung verbieten.
Rückenbeschwerden Grafik: breite Bandage für den Rumpf © vitapublic GmbHBandage für die Lendenwirbelsäule
Rückenbeschwerden Grafik: Korsett zur Unterstützung der Rückenmuskulatur © vitapublic GmbHMieder
Gehen die Schmerzen trotz mehrwöchiger konservativer Therapie nicht zurück oder besteht eine Nervenschädigung, dann sollte beim Vorliegen eines entsprechenden computertomografischen Befundes mit dem Eingriff nicht gewartet werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.10.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet;
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
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