Symptome bei einem Bandscheibenvorfall

Leiden Sie schon seit Jahren unter Rückenschmerzen, die zwischendurch immer wieder verschwinden und dann plötzlich zurückkehren? Kommen Symptome wie ein- oder beidseitige Beinschmerzen dazu, die auf eine konservative, das heißt nicht operative Behandlung nicht ansprechen? Dann könnte ein Bandscheibenvorfall die Ursache sein.

Mann mit Rückenschmerzen © Thinkstock
Rückenbeschwerden Grafik: Lendenwirbelsäule und Rückenmark mit den Nervenaustrittsstellen © vitapublic GmbH
Wenn schließlich Ihre Lendenwirbelsäule in ihrer Beweglichkeit eingeschränkt ist und Sie gleichzeitig unter oft unerträglichen örtlichen Schmerzen leiden, wird Ihr Arzt mit großer Wahrscheinlichkeit zu dem Schluss kommen, dass es sich um einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule handelt.

Die Zeichnung zeigt, schematisch vereinfacht, in welcher Lage die Nervenwurzeln und die gesunden Bandscheiben zueinander geordnet sein müssen, um gut zu funktionieren. Auf der Abbildung können Sie auch erkennen, wie die Nervenwurzeln bei einem Bandscheibenvorfall geschädigt werden (Ansicht von hinten).

Bandscheibenvorfall: Welche Symptome treten auf?

Wie stark die Symptome sind und ob Ausfallserscheinungen auftreten, ist abhängig von der Höhe des Gewebedurchbruchs, von seiner Lage und Richtung zum Wirbelkanal und insbesondere zu den Nervenwurzeln.

Symptome wie Ausfallerscheinungen äußern sich beispielsweise in einer Änderung der Gefühlsempfindung bei Berührung. Ob eine Muskelschwäche oder ein Ausfall der Bein- und Fußmuskulatur vorliegt, können Sie in der Regel selbst feststellen – wenn Sie beispielsweise plötzlich ohne äußeren Anlass stolpern, mit dem Fuß hängenbleiben oder beim Treppensteigen im Knie einknicken. Die Stärke Ihrer Schmerzen gibt allerdings keinen Hinweis auf die Größe des vorgewölbten Bandscheibenanteils. Welche Bandscheibe genau erkrankt ist, kann der Arzt feststellen, indem er die Ausfallserscheinungen und Symptome einer Höhe zuordnet.

Wenn beispielsweise die erste Kreuzbeinnervenwurzel betroffen ist, fällt ein bestimmter Muskeleigenreflex aus. Als Symptom kann dann die Gefühlsempfindung streifenförmig entlang der gesamten Außenseite des Beins gestört sein (sogenannter General-Streifen), und wenn sich eine Lähmung entwickelt hat, können Sie sich nur schwer oder gar nicht mehr mit dem gesamten Gewicht auf die Zehenspitzen stellen.

Störung der fünften Lendennervenwurzel

Häufiger kommt eine Störung der fünften Lendennervenwurzel vor, die sich darin äußert, dass Sie nur schlecht oder überhaupt nicht den Fuß und die Zehen heben können. Ein sogenannter Hackengang auf der Ferse ist dann oft nicht mehr möglich. Sind darüber liegende Nervenwurzeln geschädigt, so ist in der Regel Ihr Oberschenkel geschwächt. Symptom ist, dass Sie beim Treppensteigen mit dem Knie einknicken.

Beim Bandscheibenvorfall können mehrere Nervenwurzeln betroffen sein

Auch durch die einfache neurologische Untersuchung mit dem Reflexhammer lassen sich Hinweise auf die Höhe der Schädigung gewinnen. Ist zum Beispiel der Achillessehnen-Reflex ausgefallen, spricht dieses Symptom dafür, dass der Nerv im untersten Bandscheibensegment gedrückt wird, während eine fehlende Antwort beim Beklopfen der Kniescheibensehne einen Hinweis darauf gibt, dass der vom dritten und vierten Lendenwirbelkörper ausgehende Nerv, der den Oberschenkelmuskel versorgt, eine Schädigung erlitten hat. Es ist überdies möglich, dass mehrere Nervenwurzeln gleichzeitig betroffen sind.

Wenn der Bandscheibenvorfall auf eine oder mehrere Nervenwurzeln drückt, kann sich als Symptom eine Muskellähmung entwickeln, wodurch der Schmerz nachlässt. Dies dürfen Sie aber keinesfalls als Besserung oder Behandlungserfolg ansehen. Durch den Bandscheibenvorfall wird nämlich die Leitungsfunktion der Nervenwurzel unterbrochen; Sie können das mit einem abgeknickten Wasserschlauch vergleichen, durch den kein Wasser mehr fließen kann.
Info
Wenn Störungen beim Wasserlassen und Stuhlgang auftreten, so sind diese häufig schmerzbedingt oder aber als erste Symptome einer seltenen, beginnenden Störung bestimmter Funktionszentren im Wirbelkanal anzusehen, die sehr ernst zu nehmen sind. Sie sollten sofort einen Arzt aufsuchen, der durch seine Untersuchung die Ursache klären und, wenn die Ursache ein Bandscheibenvorfall ist, sofort die Einweisung in eine Fachabteilung veranlassen wird. Der Operateur in der Klinik entscheidet, ob eine Operation notwendig ist oder nicht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 13.10.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin, vitanet;
  • Quellen: www.leitlinien.net : Bandscheibenbedingte Ischialgie, Stand April 2002
  • www.orthopaede.com : Wirbelsäule
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