Bänderriss

Unsere Bänder (Ligamente) sorgen für die Stabilisierung unserer Gelenke, führen Bewegungen oder schränken sie ein. Wenn es zu einer sehr großen Krafteinwirkung auf ein Band (Trauma) kommt, wird ein teilweiser oder kompletter Riss des Bandes (Ruptur) verursacht. Ist das Band außerdem teilweise in der Gelenkkapsel verankert, sprechen Fachleute von einer Kapsel-Band-Läsion. Bei einem Bänderriss spüren Betroffene plötzlich einen starken Schmerz. Nach dem Riss ist das Gelenk instabil und in den meisten Fällen nicht mehr belastbar. Zudem entstehen Blutungen, die das Gelenk anschwellen lassen. Weitere Symptome eines Bänderrisses: Wärme und Rötung – typische Anzeichen für eine Entzündung, die zur Wundheilung beiträgt.

Behandlung eines Bänderrisses

Bei einem Bänderriss können Sie als Erste Hilfe-Regel die PECH-Regel (steht für Pause, Eis, Compression, Hochlagerung) anwenden. Dabei wird das betroffene Körperteil erst ruhiggestellt, anschließend mit Eis gekühlt, mit einem Druckverband versehen und hochgelagert. Die tatsächliche Behandlung des Bänderrisses erfolgt dann durch einen Arzt entweder mit oder ohne Operation. Durch Muskel- und Krafttraining sollte anschließend wieder eine Stabilisierung des betroffenen Körperteils erreicht werden. Jedoch können bei einem größeren Bänderriss bis zu sechs Monate vergehen, bis der Verletzte wieder trainieren kann.

Bei einem gerissenen Band im Sprunggelenk reicht häufig eine konservative Behandlung. Dabei wird das Sprunggelenk für ungefähr acht Wochen mit Bandagen oder Orthesen stabilisiert. Leistungssportlern wird manchmal eine Operation empfohlen, in der der Arzt die Bänder vernäht.

Kreuzbandriss: eine häufige Sportverletzung

Eine häufige Sportverletzung ist der Kreuzbandriss. Das vordere und das hintere Kreuzband befinden sich im Inneren des Kniegelenkraums. Unsere Kreuzbänder verbinden den Oberschenkelknochen mit dem Schienbein, verhindern falsche Bewegungen des Gelenks und ermöglichen, dass das Knie sich strecken und beugen lässt. Beim Riss des vorderen Kreuzbands (das hintere Kreuzband reißt nur selten) handelt es sich um eine der schwersten Kniegelenksverletzungen überhaupt. Die Ursache sind meist Drehbewegungen des Knies – zum Beispiel beim Fußballspielen oder Skifahren.

Aber auch durch Unfälle oder Bagatellbewegungen wie Stolpern oder Ausrutschen kann man sich einen Kreuzbandriss zuziehen. Typische Symptome eines Kreuzbandrisses sind Schmerzen, Schwellung und manchmal auch ein Gelenkerguss. Außerdem ist die Beweglichkeit des Knies eingeschränkt. Es kann wegknicken, wenn es belastet wird.

Therapie eines Kreuzbandrisses

Die meisten Kreuzbandrisse werden heutzutage operiert. Wie Erfahrungen zeigen, kommen ältere Patienten, die keinen Sport mehr treiben, jedoch auch ohne operativen Eingriff gut zurecht. Für eine Behandlung ohne Operation müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt werden: Das Knie muss ausreichend stabil sein, darf nicht gereizt sein, nicht wegknicken und keine Schmerzen verursachen. Dann können Krankengymnastik und ein gezieltes Training der Oberschenkelmuskulatur für ausreichend Stabilität des Kniegelenks sorgen.

Jedoch raten Ärzte besonders bei jüngeren, sportlich aktiven Menschen meist zu einer Operation, wenn diese eine größere Sicherheit und ein geringeres Risiko für Arthrose verspricht. Dabei ersetzt der Arzt in einem arthroskopischen Eingriff (Kniegelenksspiegelung) die zerrissenen Bandstrukturen durch körpereigenes Material. Dieses entnimmt er entweder aus dem Muskel an der Oberschenkelrückseite oder aus der Sehne der Kniescheibe (Partellarsehne). Schmerzen oder Reizzustände nach der Operation sind eher selten und auch die freie Beweglichkeit ist bald wieder erreicht. Damit Knie und Sehne nicht zu früh belastet werden, muss das Gelenk jedoch sechs bis zwölf Wochen mithilfe einer Kniegelenksschiene entlastet werden. Wichtig ist außerdem, dass der Betroffene die krankengymnastischen Übungen konsequent durchführt. Ist die Behandlung erfolgreich, können nach der Heilung wieder alle Sportarten betrieben werden.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 23.02.2012
  • Autor/in: Beatrix Deiß, Medizinredakteurin; Nina Prell, Medizinredakteurin; medizinische Qualitätskontrolle: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Wessinghage, Thomas/ Feil, Wolfgang/ Ryffel, Jacqueline: Sportverletzungen von A-Z. Gesundheitscoach. Karl F. Haug Verlag in MVS Medizinverlage Stuttgart, 2009.
  • Plesch, Christian/ Sieven, Rainer, Trzolek, Dieter: Handbuch Sportverletzungen. Meyer & Meyer Verlag, Aachen 2009.
  • Sportunfälle – Häufigkeit, Kosten, Prävention. Von Gläser, Heribert, (ARAG Allgemeine Versicherungs-AG), Henke, Dr. rer. nat. Thomas (Ruhr-Universität Bochum, Lehrstuhl für Sportmedizin). Herausgeber: ARAG Allgemeine Versicherungs-AG.
  • Deutsche Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP): 10 Goldene Regeln für gesundes Sporttreiben, 2004.
  • Deutscher Olympischer Sportbund, www.richtigfit.de
  • Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V., www.dge.de
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