Asthma-Therapie: Stufenplan für Kinder und Jugendliche

Soviel wie nötig, so wenig wie möglich: Das ist die wichtige Devise in der Asthma-Therapie von Kindern und Jugendlichen. Die Behandlung ist, abhängig vom Schweregrad der Erkrankung, in sechs Stufen eingeteilt. 

Die Asthma-Therapie mit Medikamanten erfolgt für Kinder und Jugendliche nach einem etwas abgewandelten Schema gegenüber dem für Erwachsene. Auch hier unterscheidet man bei der Therapie zwischen der sogenannten Dauermedikation, die je nach Schweregrad des Asthma bronchiale regelmäßig eingenommen werden muss, und der Bedarfsmedikation, die sich nach den verschiedenen Situationen, zum Beispiel körperliche Belastung, Stress, Asthma-Anfall, richtet und bei Bedarf angewendet wird.

Der Stufenplan für Kinder und Jugendliche mit Asthma

Stufe 1: Der Patient leidet nur zeitweilig unter Beschwerden (ein- bis zweimal pro Woche).
Bei Asthma der Stufe eins ist nur eine Bedarfstherapie empfohlen. Die Bedarfstherapie stellt in allen Stufen die Anwendung von kurzwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (SABA) dar. In begründeten Fällen kann zusätzlich oder alternativ der Wirkstoff Ipratropiumbromid zur Bedarfstherapie angewendet werden.

Stufe 2: Treten die Beschwerden mehrmals pro Woche auf oder muss ein Bedarfsmedikament öfter verwendet werden, kann als Langzeittherapie regelmäßig ein kortisonhaltiges Spray oder Pulver – also ein inhalatives Kortikosteroid – in niedriger Menge verwendetwerden. Eine Alternative zu inhalativen Kortikosteroiden, stellen Leukotrienantagonisten, wie Montelukast dar.

Stufe 3: Trotz regelmäßiger Einnahme eines kortisonhaltigen Präparats können die Beschwerden nicht verhindert werden.
Hier empfiehlt die Leitlinie zur Dauertherapie ICS, inhalative Kortikosteroide, mitteldosiert einzusetzen.
Stufenschema: Stufe 1 bis 3 © vitapublic GmbHDas Stufenschema für Kinder mit Asthma: Stufe 1 bis 3
Die Bedarfstherapie Stufe 1 bis 3
Bei Asthma der Stufen eins bis drei werden zur Bedarfstherapie kurzwirkende Beta-2-Sympathomimetika (SABA) eingesetzt. In begründeten Fällen kann zusätzlich oder alternativ der Wirkstoff Ipratropiumbromid angewendet werden.
Stufe 4: Trotz einer Behandlung entsprechend den Empfehlungen aus Stufe drei können die Beschwerden nicht verhindert werden.
Ab Stufe vier empfiehlt die aktuelle Leitlinie zur Langzeittherapie eine Kombination aus einer mittleren Dosis inhalativer Kortikosteroide (ICS) mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (LABA). Eine Alternative dazu stellt die Kombination aus ICS mit Leukotrienantagonisten (LTRA) dar. Falls notwendig, können auch alle drei Wirkstoffgruppen ICS, LABA und LTRA miteinander kombiniert angewendet werden. Bei unzureichender Kontrolle, wird die Einnahme von ICS auch zusammen mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (LABA), Leukotrienantagonisten (LTRA) und einem langwirkenden Anticholinergikum (LAMA) empfohlen. Ab dieser Stufe gilt außerdem die Empfehlung, einen pädiatrischen Pneumologe aufzusuchen.
Zusätzlich zur Bedarfstherapie mit kurzwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (SABA) und/oder Ipratropiumbromid, kann ab Stufe vier bei Jugendlichen über 12 Jahren falls notwendig auch eine Fixkombination aus inhalativen Kortikosteroiden (ICS) und Formoterol eingesetzt werden, wenn das auch die Langzeittherapie darstellt.

Stufe 5: Die Beschwerden können trotz empfohlener Behandlung gemäß den vorangegangenen Stufen nicht verhindert werden.
Folgende Wirkstoffkombinationen sind zur Langzeittherapie bei Stufe fünf empfohlen: eine Kombination aus inhalativen Kortikosteroide (ICS) hochdosiert mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (LABA). Oder eine Kombination aus ICS hochdosiert mit Leukotrienantagonisten (LTRA). Alternativ können auch alle drei Wirkstoffgruppen ICS hochdosiert, LABA und LTRA miteinander kombiniert angewendet werden. Außerdem kann ICS hochdosiert mit langwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (LABA) und einem langwirkenden Anticholinergikum (LAMA) verordnet werden. Zu dieser Wirkstoffkombination kann auch noch ein Leukotrienantagonisten (LTRA) hinzukommen. Weiter wird eine Überweisung zu einem pädiatrischer Pneumologen dringend empfohlen, ebenso wie die Vorstellung in einem kinderpneumologischen Zentrum.

Stufe 6: Die empfohlene Behandlung aus den vorangegangenen Stufen bringt keine Linderung der Beschwerden.
Die Leitlinie empfiehlt – zusätzlich zur in Stufe fünf beschriebenen Langzeittherapie – nun den Einsatz von Anti-IgE- oder Anti-IL5-Antikörpern. In begründeten Fällen können auch Orale Kortikosteroide (OCS) zusätzlich oder alternativ eingesetzt werden. Zudem wird eine Überweisung zu einem pädiatrischer Pneumologen und eine Vorstellung in einem kinderpneumologischen Zentrum sehr dringend empfohlen.
Das Stufenschema: Stufe 4 bis 6 © vitapublic GmbHDas Stufenschema für Kinder mit Asthma: Stufe 4 bis 6
Die Bedarfstherapie bei Stufe 4 bis 6
Zusätzlich zur Bedarfstherapie mit kurzwirkenden Beta-2-Sympathomimetika (SABA) und/oder Ipratropiumbromid, kann ab Stufe vier bei Jugendlichen über 12 Jahren falls notwendig auch eine Fixkombination aus inhalativen Kortikosteroiden (ICS) und Formoterol eingesetzt werden, wenn das auch die Langzeittherapie darstellt.
Grundsätzliche Empfehlungen
Grundsätzlich empfiehlt die Leitlinie für alle Stufen von Asthma bronchiale folgendes: eine Asthmaschulung, Allergie- und Umweltkontrolle, Beachtung von Komorbiditäten sowie bei gegebener Indikation eine Spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisierung gegen das auslösende Allergen).
Autoren und Quellen Aktualisiert: 27.05.2019
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Leitlinien zur Diagnostik und Therapie von Asthma, Deutsche Atemwegsliga e.V. und Deutsche Gesellschaft für Pneumologie,
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund
  • Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. und der Deutschen Atemwegsliga e.V.: S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Patienten mit Asthma vom September 2018.
  • Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma: Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin. URL: www.leitlinien.de/nvl/html/asthma