Richtig Inhalieren: Die Anwendung von Asthma-Medikamenten

Die meisten Asthma-Medikamente inhaliert man. Bei der Inhalation gelangen die Medikamente direkt an den Zielort, die Lunge. Dadurch setzt die Wirkung früher ein, es sind niedrigere Wirkstoffdosen nötig und Nebenwirkungen sind seltener und schwächer. Mit der richtigen Inhalation der Medikamente steht und fällt der Erfolg der Asthma-Behandlung. Wenden Sie Ihre Medikamente regelmäßig nach den Anweisungen Ihres Arztes an und scheuen Sie sich nicht, bei Unsicherheiten – auch im Umgang mit dem Inhalationsgerät – Ihren Arzt oder Apotheker um Rat zu fragen.

Verschiedene Inhalatoren – Unterschiedliche Anwendung

Die richtige Atmung unterscheidet sich stark für die verschiedenen Inhalations-Systeme. Gemeinsam haben alle Systeme, dass vor der Inhalation langsam, entspannt und tief ausgeatmet werden muss. Atmen Sie dabei nicht in das Gerät aus – durch die feuchte Atemluft können Pulverpartikel im Gerät verkleben. Beim Einatmen sollten Sie das Mundstück dicht mit den Lippen umschließen.
  • Dosieraerosole erzeugen mit Hilfe von Treibgas feine Tröpfchen, die tief in die Lunge eingeatmet werden können. Atmen Sie bei der Anwendung von Dosieraerosolen langsam und tief ein, während Sie den Sprühstoß auslösen, halten Sie dann den Atem einen Moment an. Bei manchen Geräten wird der Sprühstoß durch das Einatmen ausgelöst, dadurch werden Koordinationsprobleme zwischen Auslösen und Einatmen vermieden. Die Anwendung von Dosieraerosolen kann auch durch die Anwendung von Mundstückverlängerungen oder Spacern (großvolumige Vorschaltkammern) erleichtert werden. Die meisten Dosieraerosole müssen vor der Anwendung geschüttelt werden, achten Sie zusätzlich darauf, dass Sie das Gerät richtig herum (mit der Dose nach oben) halten.
  • Pulverinhalatoren zerstäuben feingemahlenes Pulver. Atmen Sie bei der Anwendung von Pulverinhalatoren schnell, kräftig und tief ein, während Sie mit den Lippen das Mundstück fest umschließen – so gelangen die winzigen Partikel tief in die Lunge. Bei Kindern unter vier Jahren oder bei stark eingeschränkter Lungenfunktion (zum Beispiel während eines Anfalls) reicht die Atemstärke häufig nicht aus, dann sind Pulverinhalatoren nicht zur Therapie geeignet.
  • Vernebler erzeugen aus Flüssigkeiten feine, lungengängige Nebel. Es gibt elektrische Druckluft- oder Ultraschallvernebler – auch als akkubetriebene Taschengeräte – und Geräte, die mit Hilfe einer gespannten Feder den Flüssigkeitsnebel erzeugen. Atmen Sie bei der Anwendung von Verneblern langsam und tief ein und atmen Sie nach einer kurzen Pause normal aus.

Mundpflege nach der Inhalation

Die Zusatzstoffe in Pulverinhalatoren können im Mund eine saure Umgebung schaffen, die Karies fördern kann. Spülen Sie deshalb nach der Anwendung von Pulverinhalatoren den Mund aus und wenden Sie regelmäßig fluoridhaltige Zahnpflegeprodukte (zum Beispiel Zahnpasta) an. Wenn Sie Kortisonpräparate (inhalative Corticosteroide) anwenden, sollten Sie ebenfalls nach jeder Inhalation den Mund ausspülen. Denn Medikamenten-Rückstände im Mund können zu Nebenwirkungen wie trockenem Mund, heiserer Stimme oder Pilzinfektionen führen.

Reinigung und Pflege von Inhalatoren

Bei Dosieraerosolen können sich an der Austrittsöffnung des Mundstückes und am Ventilstift Medikamente-Ablagerungen bilden, die die gleichmäßige Verneblung stören. Bei Pulverinhalatoren behindern verklebte Pulverrückstände häufig die Funktion. Reinigen Sie deshalb Ihr Inhalationsgerät regelmäßig, wie in der Packungsbeilage beschrieben, oder fragen Sie in Ihrer Apotheke um Rat.

Ich merke gar nicht, ob ich etwas inhaliert habe – ist das Gerät vielleicht leer?

Viele Asthmamedikamente wirken bereits im Bereich von wenigen Milligramm – diese geringe Menge kann man weder riechen noch schmecken. Aus dem gleichen Grund können Sie auch nicht durch Wiegen feststellen, wieviel Medikament noch im Gerät ist. Viele Geräte, vor allem Pulverinhalatoren, haben einen Zähler, der den Füllzustand anzeigt. Manche Zähler funktionieren in 10er Schritten – dann bewegt sich das Zählwerk nicht bei jeder Inhalation. Auch, wenn das Zählwerk einen leeren Inhalator anzeigt, können noch Schüttelgeräusche vorhanden sein – diese stammen von Trockungsmittel und/oder Treibgas. Um den Füllgrad eines Dosieraerosols abzuschätzen, können Sie die Aerosoldose in ein Glas mit Wasser legen: Ein volles Aerosol sinkt zu Boden, ein leeres schwimmt an der Oberfläche.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 06.06.2011
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: Inhalatoren und Aerosoltherapie: Ein Hauch von Wirkstoff genügt. Deutsche Apotheker Zeitung 23/2004
  • Information der Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker: Häufige Reklamationen zu Inhalatoren. Deutsche Apotheker Zeitung, 29.06.2006
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