Diagnostik bei Asthma bronchiale: Die Lungenfunktionsprüfung

Hauptbestandteil der Lungenfunktionsdiagnostik bei Asthma ist die Spirometrie. Mit einem Spirometer kann der Arzt verschiedene Werte messen, die die Funktion Ihrer Lunge beschreiben.

Mit dem Spirometer können sowohl Volumenparameter als auch Flussparameter bestimmt werden:
  • Zu den Volumenparametern gehört die Vitalkapazität:
    Die Vitalkapazität ist die Menge Luft, die Sie maximal ausatmen, nachdem Sie vorher maximal eingeatmet haben. Kinder kann man dazu motivieren, indem man sie bitten, einen Luftballon so groß wie sie können, aufzublasen. Die Vitalkapazität eines Gesunden liegt bei zirka viereinhalb bis sechs Litern.
  • Zu den Flussparametern gehört die Einsekundenkapazität (FEV1):
    Hierbei wird gemessen, wie viel Luft Sie während einer Sekunde ausatmen können. Man muss tief einatmen und so schnell wie möglich ausatmen. Kinder bittet man, die Kerzen auf dem Geburtstagskuchen gleichzeitig auszublasen. Ein Gesunder kann während einer Sekunde 75 Prozent seiner Vitalkapazität ausatmen. Bei Asthmatikern liegt dieser Wert deutlich darunter.
Während der Spirometrie können auch Medikamente gegeben werden, die entweder die Verengung der Bronchien aufheben oder auch verursachen können. Beide Tests – der Reversibilitätstest und der Provokationstest – helfen, die Diagnose Asthma bronchiale zu sichern.

Diagnose eines überempfindlichen Bronchialsystems

Bei der Diagnostik von Asthma kann der Arzt zunächst untersuchen, ob der Patient bereits an Asthma erkrankt ist oder noch die Vorstufe von Asthma bronchiale, ein sogenanntes hyperreagibles Bronchialsystem hat. Hierbei reagieren die Luftwege überempfindlich auf äußere Reize – zum Beispiel kalte Luft oder auch Schadstoffe und Medikamente. Durch unterschiedliche Untersuchungsmethoden kann der behandelnde Arzt herausfinden, ob Sie unter einem hyperreagiblen Bronchialsystem oder vielleicht bereits an Asthma leiden.

Der Arzt unterscheidet ein normal reagierendes von einem übersensiblen Bronchialsystem durch folgende Untersuchungen:
  • Peak-Flow-Protokoll über 24 Stunden
    Zirkadiane (tägliche) Schwankungen des Peak-Flow-Werts über 20 Prozent sprechen für ein übersensibles Bronchialsystem.
  • Metacholin-Provokationstest
    Die Lungenfunktion wird mithilfe der Spirometrie geprüft. Wenn ein Patient normale Werte für die mit dem Spirometer bestimmte FEV1 (Volumen beim Ausatmen in der ersten Sekunde) und Lungenwiderstand hat, so empfiehlt sich ein Provokationstest zum Nachweis eines hyperreagiblen Bronchialsystems. Nach Inhalation von atemwegsverengend wirkenden Testsubstanzen (zum Beispiel Metacholin), verdoppelt sich bei Patienten mit übersensiblem Bronchialsystem der Atemwegswiderstand, die FEV1 sinkt.

Ganzkörperplethysmografie

Eine weitere Untersuchung bei Asthma bronchiale ist die Ganzkörperplethysmografie. Damit kann er den Atemwegswiderstand messen, der bei verkrampften Bronchien und entzündeter Schleimhaut erhöht ist. Ein Plethysmograph ist eine Kabine, in der Sie sitzen und  durch ein Rohr gleichmäßig ein- und ausatmen. Die Untersuchung dauert zirka drei Minuten. Gemessen wird der Druck während des gesamten Atemzugs. Anhand dieser Werte kann der Arzt beurteilen, gegen welchen Atemwegswiderstand die Bronchien arbeiten müssen. Bei Patienten mit Asthma ist der Atemwegswiderstand typischerweise erhöht.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 03.02.2014
  • Autor/in: vitanet.de; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: A. Bopp, V. Herbst: Handbuch Medikamente, Stiftung Warentest 2002
  • Deutscher Allergie- und Asthmabund
  • Patientenleitlinien zum Thema Asthma
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung
  • afgis-Qualitätslogo mit Ablauf 2015/11: Mit einem Klick auf das Logo öffnet sich ein neues Bildschirmfenster mit Informationen über vitapublic GmbH und sein/ihr Internet-Angebot: www.vitanet.de
  • Logo der Health On the Net Stiftung. das Gesundheitsportal vitanet.de ist von der Health On the Net Stiftung (HON) akkrediert. Zur Prüfung klicken Sie hier.
  • Logo der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern e.V. (IVW)
  • Logo der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung e.v. (AGOF)