Operation und Arthroskopie bei Arthrose

Die Operation zur Behandlung einer Arthrose ist ganz am Ende der therapeutischen Maßnahmen zu sehen. Man unterscheidet zwischen sogenannten minimal-invasiven Eingriffen (zum Beispiel durch Arthroskopie mit sehr kleinen Einschnitten) und Eingriffen am offenen Gelenk.

In den allermeisten Fällen handelt es sich um einen Wahleingriff – das heißt, der Patient wünscht diesen Eingriff, auch wenn er medizinisch gesehen nicht zwingend notwendig ist. Beispielsweise sieht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) keinen Hinweis oder Beleg für den Nutzen einer therapeutischen Kniegelenksspiegelung. Der Zeitpunkt eines Eingriffs sollte so gewählt werden, dass das Operationsrisiko so gering wie möglich gehalten wird. Aufwand und Nutzen müssen sorgfältig gegeneinander abgewogen werden.

Risiken der Operation bei Arthrose: Infektion und Thrombose

Hohes Alter und das Vorliegen mehrerer Grunderkrankungen (Polymorbidität) sind dank moderner Operationstechniken und Narkoseverfahren kein Hinderungsgrund mehr. Wichtig ist die individuelle Indikationsstellung, bei der der Arzt beurteilt, ob der Eingriff beim Patienten angebracht ist, und eine ausführliche Aufklärung über dasInfektions- und Thromboserisiko. Außerdem ist eine rechtzeitige Eigenblutspende notwendig, um im Fall von größeren Blutverlusten nicht auf Fremdblut zurückgreifen zu müssen.

Die Arthroskopie schont das Gelenk

Die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) kommt insbesondere im Knie-, Schulter-, Hand- und Sprunggelenk therapeutisch zum Einsatz. Vorteil gegenüber der Operation am offenen Gelenk sind der weitaus kleinere Eingriff und die raschere Mobilisierung. Auch das Infektionsrisiko mit 0,1 Prozent ist als gering einzustufen. Sie gilt als gelenkerhaltende Operationsmethode.

Behandlungen bei Arthrose: Lavage, Debridement und Chondroplastik

Bei der Arthroskopie kann auch eine Gelenkspülung (Lavage) durchgeführt werden, bei der abgestorbene Knorpel- und Knochenzellen, aber auch Entzündungszellen aus dem Gelenk entfernen werden. Durch die arthroskopische Gelenktoilette (Debridement) und das Shaving (Chondroplastik) werden kranke Knorpelanteile und knöcherne Anbauten teils entfernt, teils geglättet und in manchen Fällen Teile der Gelenkkapsel abgetragen. Transplantationen und knochenmarkstimulierende Techniken sind noch Gegenstand der Forschung.

Die Endoprothese ist nur eine der möglichen Arthrose-Operationen

Bei der Arthroseoperation am offenen Gelenk unterscheidet man zwischen gelenknahen Umstellungsosteotomien, gelenkersetzenden und gelenkeliminierenden Operationen. In die große Gruppe der gelenkersetzenden Verfahren gehören alle Formen von Gelenkersatz (Endoprothetik). An Hüft- und Kniegelenk liegen bisher die meisten und sehr vielversprechende Erfahrungen vor. Schließlich werden in wenigen ausgewählten Fällen auch heute noch die operative Gelenkversteifung (Arthrodese) und die Gelenkentfernung (=gelenkeliminierende Verfahren) angewandt.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin.
  • Quellen: M. Hackenbroch: Arthrosen. Basiswissen zu Klinik, Diagnostik und Therapie, Thieme-Verlag Stuttgart 2002
  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Abschlussbericht Arthroskopie des Kniegelenks bei Gonarthrose (https://www.iqwig.de/download/N11-01_Kurzfassung_Abschlussbericht_Arthroskopie-des-Kniegelenks-bei-Gonarthrose.pdf)
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