Arthrose des großen Zehs (Hallux rigidus)

Am Fuß spielt die Arthrose des Großzehengrundgelenks die größte Rolle. In den allermeisten Fällen handelt es sich um die primäre, also keine erworbene (beispielsweise durch eine Verletzung) Form, die häufiger Männer als Frauen befällt und oft schon im mittleren Erwachsenenalter auftritt.

Im Vordergrund stehendes Symptom ist die schmerzhafte Bewegungseinschränkung, die bis zur Gelenksteife führt. Diese Arthrose wird deshalb medizinisch auch als Hallux rigidus (= starrer Großzeh) bezeichnet. Die Abrollbewegung des Fußes ist zunehmend eingeschränkt bis aufgehoben. Der Gang verändert sich dadurch in typischer Weise. Betroffene vermeiden, den Fuß abzurollen, und gehen steif.

Die Ursachen und Risikofaktoren für Hallux rigidus

Das Großzehengrundgelenk ist beim Gehen und Abrollen besonders belastet. Deshalb kann es sich besonders rasch abnutzen, der Knorpel baut sich ab. Die Gelenkknochen gleiten also nicht mehr übereinander, sondern reiben aufeinander. Sie beginnen durch diesen Reiz zu wuchern und können sich auch entzünden. Auch ein Hallux valgus (Fehlstellung der Großzehe) begünstigt die Entstehung des Hallux rigidus. Hochleistungssportler sind besonders gefährdet, diese Form der Fußarthrose zu entwickeln. Auch Fußverletzungen und Stoffwechselkrankheiten wie beispielsweise Gicht begünstigen die Entstehung eines Hallux rigidus.

Die Diagnostik bei Hallux rigidus

Der Arzt kann anhand der Beschwerden des Patienten – Schmerzen, Gelenksteife – und durch Abtasten des Gelenks meist bereits die Diagnose Hallux rigidus stellen. Die Knochenwucherungen sind von außen gut tastbar. Oft ist das Gelenk auch rot und fühlt sich heiß an, wenn zusätzlich eine Entzündung vorliegt. Röntgen sichert die Diagnose ab. Auf dem Röntgenbild sind die Knochenwucherungen sichtbar und der Gelenkspalt ist verschmälert.

Konservative Therapie des Hallux rigidus

Nachtschienen und Abrollhilfen können anfänglich helfen. Darüberhinaus gibt es spezielle Fußgymnastik, die eine weitere Versteifung hinauszögern kann. Die Übungen zeigt der Physiotherapeut. Auch orthopädische Einlagen können das Fortschreiten der Arthrose im Großzehengrundgelenk etwas hinausschieben, indem sie das Gelenk entlasten.

Operationen bei Hallux rigidus

Oft bleibt jedoch nur eine operative Versorgung. Je nachdem, wie weit das Gelenk zerstört ist, stehen verschiedene Methoden zur Auswahl: Der Chirurg arbeitet gelenkerhaltend, das heißt, die Wucherungen werden abgetragen, der erste Mittelfußknochen etwas verkürzt und auf diese Weise der Gelenkspalt erweitert. Normales Gehen und Fußabrollen ist nach dieser Operation in den meisten Fällen wieder möglich.

Das ist nach einer Versteifung des Großzehengrundgelenks – der anderen gelenkerhaltenden Operation bei dieser Arthroseform – nicht mehr gegeben. Dabei entfernt der Chirurg die zerstörten Gelenkflächen. Anschließend werden die beiden Knochenteile miteinander verschraubt oder per Platte oder Draht fixiert. Als dritte Option bietet sich das Kunstgelenk an, zu dem der Arzt meist nur dann rät, wenn das Gelenk weitgehend zerstört ist. Allerdings fehlen hier noch Langzeiterfahrungen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: M. Hackenbroch: Arthrosen. Basiswissen zu Klinik, Diagnostik und Therapie, Thieme-Verlag Stuttgart 2002
  • Informationen der Gesellschaft für Fußchirurgie: http://www.gesellschaft-fuer-fusschirurgie.de/hallux-rigidus.html
  • Desiderius Sabo: Vorfußchirurgie, Springer Verlag, Heidelberg 2010