Arthrose in der Schulter: die Omarthrose

Der Schultergürtel umfasst zwei Gelenke, an denen jeweils Arthrose, also ein Gelenkverschleiß auftreten kann. Dabei handelt es sich um das Schultereckgelenk (zwischen Schulterblatt und Schlüsselbein) und das Gelenk zwischen Brustbein und Schlüsselbein.

Zusammen mit dem eigentlichen Schultergelenk (zwischen Oberarm und Schulterblatt) und dem Schultergürtel besteht eine funktionelle Einheit. Das Schultergelenk ist ein muskelgeführtes Gelenk, das heißt, dass der Zusammenhalt der Gelenkanteile hauptsächlich über die Muskulatur geleistet wird.

Arthrose des Schultergelenkes (Omarthrose)

Hier treten primäre aber auch sekundäre Formen auf. Die primäre Arthrose tritt meist jenseits des 60. Lebensjahres in Erscheinung, ist häufig beidseitig und betrifft bevorzugt Frauen. Die sekundären Formen entwickeln sich häufig nach Oberarmbrüchen, nach mehrfachem Auskugeln der Schulter (Luxationen) oder nach unfallbedingten Rissverletzungen des Schultermuskelmantels. Da sich das Schultergelenk im Vergleich zu anderen Gelenken durch seine enorme Beweglichkeit auszeichnet, ist es für Verschleiß anfälliger als andere Gelenke. Die Arthrose führt immer zu ausgeprägten (oft nächtlichen!) Schmerzen und zunehmender Bewegungseinschränkung.

Arthrose des Schultereckgelenkes

Beim sogenannten Schultereckgelenk (Akromioclaviculargelenk) kommt fast nur eine sekundäre Arthrose vor. Sie ist meistens Folge einer unfallbedingten Gelenksprengung mit Auskugeln des Schlüsselbeins und Schädigung der Gelenkscheibe. Der degenerative Prozess macht sich durch belastungsabhängige, in Seitenlage auch nächtliche Schmerzen, die in den Halsbereich ausstrahlen, bemerkbar.

Arthrose des Brustbein-Schlüsselbeingelenkes

Diese Arthrose ist oft primär bedingt. Bei den sekundären Formen sind häufig regelmäßig durchgeführte Überkopf-Arbeiten oder Wurfsportarten die Ursache. Oft haben die Betroffenen wenig Schmerzen – sie bemerken eine reizlose, zumeist optisch störende Verdickung über dem Gelenk.

Bei allen Arthrosen des Schulterbereichs wird zunächst eine nicht-operative Therapie angestrebt. Insbesondere bei schweren Formen der Omarthrose kommen aber auch operative Methoden zum Einsatz.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: M. Hackenbroch: Arthrosen. Basiswissen zu Klinik, Diagnostik und Therapie, Thieme-Verlag Stuttgart 2002