Arthrose im Kniegelenk: Gonarthrose

Die Arthrose im Knie (Gonarthrose) ist die häufigste Arthroseform. Was sind Risikofaktoren, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten?

Mann beim Physiotherapeuten © iStock

Risikofaktoren einer Kniearthrose

Bei den primären Formen sind die Hauptrisikofaktoren Alter und weibliches Geschlecht. Sekundäre Gonarthrosen sind am häufigsten Folge von angeborenen oder erworbenen Achsenabweichungen, beziehungsweise Fehlstellungen oder Folge enormer beruflicher/sportlicher Belastung.

Symptome der Gonarthrose

Das Kniegelenk ist ein hoch beanspruchtes und kompliziert aufgebautes Gelenk. Es reagiert auf minimale Veränderungen in Anatomie und Funktion sehr empfindlich. Schon rasch machen sich solche Veränderungen durch Symptome bemerkbar. Am Anfang stehen frühzeitiges Ermüdungsgefühl im Bein nach starker Belastung, ein unspezifischer Schmerz in der Kniescheibengegend (peripatellarer Schmerz), Wärmegefühl und mühsames Aufstehen nach längerem Sitzen im Vordergrund. Diese Symptome sind oft vorübergehend.

Im weiteren Verlauf der Gonarthrose kommt es zu Anlaufschmerz, vermehrter Steifigkeit, Gangunsicherheit – zum Beispiel beim Treppensteigen oder auf unebenem Grund – sowie gesteigerter Empfindlichkeit gegen feuchte Kälte oder gegenüber Bagatellverletzungen. Schließlich treten immer wiederkehrende Reizerscheinungen wie ein Kniegelenkserguss oder „plötzliches Nachgeben des Beins" (giving way-Phänomen) als Zeichen einer Einklemmungserscheinung auf. Sehr typisch ist auch ein deutlich hörbares Gelenkgeräusch bei Bewegung. Bergabgehen und Tätigkeiten in Hockstellung werden zunehmend vermieden. Schonhaltung und sogar entlastendes Hinken können sich einstellen.

Diagnose mit Röntgenbild

Arthrose Grafik: Kniegelenk © University of Iowa's Virtual Hospital, www.vh.org
Auf dem Röntgenbild ist ein arthrotisches Kniegelenk dargestellt. Den Knorpelverlust erkennt man am fehlenden, auf der Aufnahme schwarzen Gelenkspalt zwischen Oberschenkel- und Unterschenkelknochen.

Therapie bei Gonarthrose

Die Therapie bei Gonarthrose umfasst sämtliche nicht-operativen und operativen Methoden. Schonung und andere konservative Maßnahmen sind anfänglich wohltuend und ergiebig. Bei zunehmend großem Leidensdruck und massiver Einschränkung im täglichen Leben, sowie Versagen der nicht-operativen Therapie kann die Gonarthrose operativ behandelt werden.
Tipps bei Arthrose
Bei Arthrose sollten Stoßbelastungen und Kälte vermieden und Übergewicht reduziert werden. Das Schuhwerk sollte über weiche Absätze und Sohlen verfügen. Regelmäßige Gymnastik sowie Schwimmen und Radfahren sind als belastungsarme Sportarten zu empfehlen.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 11.09.2019
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: M. Hackenbroch: Arthrosen. Basiswissen zu Klinik, Diagnostik und Therapie, Thieme-Verlag Stuttgart