Die Diagnostik der Arthrose beginnt mit gründlicher Anamnese

Zur Diagnostik der Arthrose ist neben der klinischen Untersuchung und dem Röntgenbild eine ausführliche Erhebung der Vorgeschichte (Anamnese) wichtig. Dabei ist das Symptom, das den Arthrosepatienten am meisten plagt, entscheidend: der Schmerz.

Eine genaue Beschreibung des Schmerzes ist wichtig: Wie äußert sich der Schmerz? Wann sind die Beschwerden das erste Mal aufgetreten? Waren sie anfänglich beispielsweise nur in Zusammenhang mit bestimmten Belastungen spürbar? All diese Kriterien sollten möglichst genau erfasst werden.

Weitere Punkte der Anamnese: Funktionseinschränkungen, Hilfsmittel, berufliche Belastung

Funktionseinschränkungen, die vom Betroffenen oft erstaunlich lange toleriert werden, müssen ebenfalls genau erfasst werden. Auch der Gebrauch von Hilfsmitteln ist zu klären. Die maximal mögliche Gehstrecke und das Ausmaß der benötigten Medikamente können wertvolle Aussagen über das Stadium der Erkrankung liefern. Berufliche Belastungen, ausgeübte Sportarten, Unfälle in der Vorgeschichte, aber auch Medikamente, andere Erkrankungen und Erkrankungen in der Familie sind sehr hilfreiche Informationen, die für die korrekte Diagnose von Bedeutung sind.

Eine Blutuntersuchung ist bei Arthrose meist nicht nötig

Zur Diagnose der Arthrose sind die Anamnese, der klinische Untersuchungsbefund und das konventionelle Röntgenbild meistens ausreichend. In speziellen Fällen werden weitere bildgebende Verfahren wie Ultraschall, MRT, CT oder auch die Szintigrafie angewandt. Laboruntersuchungen werden allenfalls zum Ausschluss anderer Gelenkerkrankungen (zum Beispiel rheumatoide Arthritis) veranlasst.

Spezifische Arthrose-Marker (bestimmte Werte, die das Vorliegen einer Arthrose anzeigen) im Blut sind (bisher) nicht bekannt. Die klassischen Entzündungsmarker wie zum Beispiel die Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG) oder die Zahl der weißen Blutkörperchen (Leukozytenzahl) sind bei Arthrosepatienten unauffällig.

In den vergangenen Jahren wurden spezifische Marker in der Synovia, also der Gelenkschmiere, und dem Blutserum gefunden, die die Änderungen im Knorpelstoffwechsel anzeigen. Damit ist es möglich geworden, dass Knorpelschäden anhand von Blutuntersuchungen erkannt werden. Allerdings sind diese Untersuchungen nur in Ausnahmefällen nötig.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: M. Hackenbroch: Arthrosen. Basiswissen zu Klinik, Diagnostik und Therapie, Thieme-Verlag Stuttgart 2002
Suche nach Netzwerk- & Servicepartnern
Zertifizierung