Die Anatomie der Gelenke

Die wesentlichen, am Aufbau der Gelenke beteiligten Strukturen sind:
  • Gelenkknochen
  • Gelenkknorpel
  • Gelenkkapsel
  • Gelenkschmiere
  • und verschiedene stabilisierende Teile wie Bänder, Gelenkscheiben, Zwischenknorpel und die gelenkführende Muskulatur.
Reibungsarme und schmerzfreie Lastübertragung im Gelenk wird im Wesentlichen durch den Gelenkknorpel gewährleistet. Die anderen Teile des Gelenks dienen vor allem dem Schutz und der Versorgung des gesunden Knorpels.

Die Synovia schmiert das Gelenk

Die Gelenkschmiere (Synovia) vermittelt zwischen Gelenkkapsel und Gelenkoberfläche. Sie dient der Ernährung des Gelenkknorpels und der Gelenkschmierung.

Gelenkknorpel besteht aus Chondrozyten und der Knorpel-Grundsubstanz

Der Gelenkknorpel ist praktisch das Kernstück des gesunden Gelenks. Seine Hauptaufgabe ist es, Druck- und Scherkräfte aufzunehmen, abzufedern und optimal zu verteilen, um eine bestmögliche und reibungsarme Gelenkbeweglichkeit (Artikulation) zu garantieren.

Nährstoffversorgung des Knorpels
Der Gelenkknorpel besteht im Vergleich zu anderen Geweben aus wenig Zellen, den Knorpelzellen (Chondrozyten, etwa zwei Prozent), und viel zellfreier Grundsubstanz, der sogenannten Knorpelmatrix. Da der Gelenkknorpel keine eigenen Gefäße und Nerven besitzt, müssen die Knorpelzellen aus der Umgebung ernährt werden. Dies geschieht über die Blutversorgung der inneren Gelenkkapsel, die die Synovia (Gelenkschmiere) produziert, und wird nur durch ständige Bewegung des Gelenks gewährleistet. So wird die Synovia gleichmäßig im Gelenkspalt verteilt.

Ungünstige, dauerhafte Druckbelastung, aber auch anhaltender Bewegungsmangel ist für die lebenswichtige Ernährung des Knorpels und seine volle Funktionstüchtigkeit ausgesprochen schädlich. Darüber hinaus spielt der Wassergehalt des Knorpels für seine Ernährungssituation eine bedeutende Rolle: je höher der Wassergehalt, desto besser.

Die Knorpel-Grundsubstanz: Kollagen, Zucker, Wasser, Fett
Die von den Knorpelzellen gebildete Grundsubstanz enthält in erster Linie Bindegewebe (Kollagen) und eiweißhaltige Zuckerbaustoffe (Proteoglykane), Wasser sowie vereinzelt Fette. Dabei sind die Kollagene das Gerüst des Knorpels. Sie stellen die Stützfunktion sicher und ermöglichen Druckbelastung ohne Verformung. In dieses Gerüst sind die Proteoglykane eingebettet. Sie machen die Elastizität des Knorpels durch ihre gute Quellfähigkeit, das heißt ihre Fähigkeit Wasser zu binden, aus. Von ihrer Gewebekonzentration hängt der Wassergehalt des Knorpels ab.
Autoren und Quellen Aktualisiert: 09.07.2014
  • Autor/in: Dr. med. Kathrin Fahl, Fachärztin für Allgemeinmedizin, Charité - Universitätsmedizin Berlin; medizinische Qualitätssicherung: Cornelia Sauter, Ärztin
  • Quellen: M. Hackenbroch: Arthrosen. Basiswissen zu Klinik, Diagnostik und Therapie, Thieme-Verlag Stuttgart 2002
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